ABC der Menschlichkeit

A wie Aufmerksamkeit, W wie Wertschätzung oder Z wie Zuversicht – Kunstwerke sind voller Geschichten über uns Menschen, über unser Miteinander, den Umgang mit der Welt und Ideen über die Welt, unseren Glauben, über unsere Gefühle wie Liebe und Geborgenheit. Aus dem reichen Bestand an Kunstwerken unserer 15 Museen und Sammlungen haben wir stellvertretend Werke ausgewählt und betrachten sie unter den Gesichtspunkten der Menschlichkeit. Wählen Sie einen Buchstaben und erfahren Sie, welches Thema sich dahinter verbirgt.

Anteilnahme

Schmiedeeiserne Grabkreuze zählen zu den wertvollen Stücken sächsischer Volkskunst im 19. Jahrhundert. Das Gestaltungsspektrum reicht von einfach bis prachtvoll. Findet der Friedhofsbesucher heute auf den Grabsteinen nur noch Namen und Lebensdaten, vielleicht auch noch einen kurzen Spruch, so berichten die integrierten metallenen Bücher dieser Grabmale aus dem Leben der Verstorbenen. Oskar Seyffert, der Gründer des Museums für Sächsische Volkskunst schreibt dazu: „Wer Anteil nimmt, schlägt das Büchlein auf.“
Sollte Anteilnahme erst mit dem Tod eine Rolle spielen? Oder ist es viel wichtiger Anteilnahme im Sinne von Interesse am Leben der Anderen zu verstehen?

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Grabkreuz mit aufklappbaren Buch
© Museum für Sächsische Volkskunst, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Grabkreuz, Sachsen, 1939

Bescheidenheit

Diogenes von Sinope war ein antiker griechischer Philosoph. Er sprach sich für Bedürfnislosigkeit und gegen materiellen Besitz der Menschen aus. Seine Philosophie bestand darin, dass der Mensch nur durch den Verzicht auf Eigentum Glück erreichen könne, denn nur so hat er nichts zu verlieren. Über Diogenes selbst sind zahlreiche Anekdoten bekannt. Er soll in einer Tonne gelebt haben und besaß nichts, außer einem hölzernen Becher. Letztendlich trennte er sich auch noch von diesem, als er einen Bettler aus der hohlen Hand trinken sah. Der flämische Maler Jakob Jordaens malte im 17. Jahrhundert eine weitere Geschichte, die über Diogenes berichtet wird. Am helllichten Tag ging der Philosoph mit einer leuchtenden Laterne durch die Menschenmenge eines belebten Marktplatzes und sprach: „Ich suche einen Menschen“.

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© Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Jacob Jordaens, Diogenes mit der Laterne, auf dem Markt Menschen suchend, um 1642

Duldsamkeit

Unglück und Leid dürfte wohl jeder Mensch schon einmal erfahren haben, ob unverschuldet oder selbst verursacht, ob kleines Dilemma oder große Katastrophe. Gott legte, vom Teufel angetrieben, Hiob immerfort zahllose Prüfungen auf – Krankheit, Verlust der Kinder und Frau –, die er lange klaglos erduldete. Damit bewies er seinen festen Glauben an Gott, trotz allem Ungemach. Schließlich aber klagte er doch zu Gott, warum denn der Schuldlose leiden muss – eine bis heute zentrale Frage menschlichen Daseins, die nicht nur viele Gläubige bewegt.

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© Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Johann Carl Loth, Hiob mit seinen Freunden

Einigkeit

Der Neumarkt entstand als zusätzlicher Marktplatz im 16. Jahrhundert nach der Verlegung der alten Stadtmauer. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts – in der Regierungszeit August des Starken – veränderte sich der Platz. Er wurde vergrößert und repräsentative Bürgerhäuser entstanden. Die mittelalterliche Frauenkirche wurde abgerissen und durch einen neuen Kirchenbau ersetzt. Bernardo Bellotto hielt diesen damals sehr modernen Platz in seinem Gemälde fest.

© Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Bernardo Bellotto (genannt Canaletto), Der Neumarkt in Dresden vom Jüdenhofe aus, um 1748/49

Einigkeit 2

Im Zentrum des Bildes ragt die Frauenkirche mit ihrer steinernen Kuppel auf. 200 Jahre später, im Februar 1945 brannte die Frauenkirche infolge der Bombardierung Dresdens aus und stürzte in sich zusammen. Als Mitglied der Nagelkreuzgemeinschaft steht die Frauenkirche heute nicht nur für eine bauliche Meisterleistung sondern als Symbol für Frieden und Versöhnung der Länder und Menschen.

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Fairness

Entstehen im 17. Jahrhundert die ersten Kaffeehäuser in Europa, ist der Genuss von  Kaffee zu dieser Zeit dennoch absoluter Luxus und erst einmal nur den Eliten vorbehalten. Bis im 18. Jahrhundert die europäischen Kolonialmächte die Anbaugebiete in Mittelamerika, Afrika und Indien eroberten. Heute gehört Kaffee zu unseren geliebten Alltagsgütern. Doch um welchen Preis? Machen wir uns Gedanken darüber, wie gerecht und ehrlich Kaffeebauern behandelt und bezahlt werden und wie ressourcenschonend wir mit unserer Umwelt beim Kaffeeanbau umgehen?

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Kaffeemühle mit Intarsien
© Museum für Sächsische Volkskunst, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Kaffeemühle, 1. Hälfte 19. Jahrhundert

Großmut

Als Großmut bezeichnet man die Charaktereigenschaft eines Menschen, Handlungen gegen die eigene Person vergeben zu können. Der Begriff „Großmut“ erklärt sich besonders durch seinen Gegenbegriffe: „Rachsucht“ und die Eigenschaft „nachtragend“. In der Geschichte trug eine Reihe von Herrschern den Beinamen „der Großmütige“ – einer davon war Johann Friedrich I., der letzte Kurfürst von Sachsen aus dem ernestinischen Hause. In den Ereignissen der Reformation verlor er am 24. April 1547 bei der Schlacht von Mühlberg  seine Freiheit und die Kurfürstenwürde. Als entschiedener Anhänger Luthers hatte er gegen die Truppen des papsttreuen Kaisers Karls V. gekämpft  und verloren und wurde verwundet. Die deutlich erkennbare Narbe auf seiner Wange stammte aus dieser Schlacht.

Maske mit Bart
© Rüstkammer, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Gesichtsmaske des Kurfürsten Johann Friedrichs des Großmütigen, nach 1547

Großmut 2

Karl V. verurteilte den Gefangenen zum Tode, doch  Johann Friedrich ertrug das Urteil mit großer Fassung. Die Legende berichtet, er erhielt die Nachricht vom Todesurteil bei einem Schachspiel, das er ungerührt fortsetzte. Als er auf Land und Kurfürstenwürde verzichten musste, wechselte die Kurfürstenwürde in den albertinischen Teil der Wettiner und ging an Moritz von Sachsen. Johann Friedrich blieb noch 5 Jahre in Gefangenschaft bevor er 1554 starb. Seine Standhaftigkeit gegen diese Schicksalsschläge brachte ihm den Namen „der Großmütige“ ein.

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Hingabe

Nach dem Physiologus, einem frühchristlichen Tierbuch, öffnet sich der Pelikan mit dem Schnabel die eigene Brust und lässt sein Blut auf seine toten Jungen tropfen. Durch seine Hingabe holt er sie wieder ins Leben zurück. Das Motiv des sich für seine Jungen opfernden Pelikans wurde symbolisch für die Hingabe Jesu Christi gedeutet, welcher aus Liebe zu den Menschen den Kreuzestod starb. Diese Goldschmiedeplastik ist zugleich auch ein Trinkspiel. Nimmt man den aufgesteckten Kopf ab, lässt sich der Körper mit Flüssigkeit füllen. Der Genuss des Trunkes dürfte eine besondere Hingabe erfordert haben, denn beim Kippen des Gefäßes bewegen sich die mit Scharnieren befestigten Flügel unkontrollierbar.

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Große Pelikanfigur mit drei kleineren Vögeln
© Grünes Gewölbe, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Andreas Klette, Pelikan mit Jungen als Trinkgefäß, um 1600

Karitativ

Infektionskrankheiten wie die Pest gehörten schon immer zur Lebenswirklichkeit der Menschen. Im Mittelalter und der frühen Neuzeit wurden daher Heilige in besonderer Weise verehrt, von denen man sich in solchen Situationen Hilfe versprach. Einer dieser Pestheiligen ist Rochus. Der italienische Barockmaler Annibale Carracci zeigt, wie der Heilige sein geerbtes Vermögen an die von der Pest heimgesuchte Bevölkerung verteilt. Sein uneigennütziges Handeln galt als Vorbild für Solidarität und Fürsorge in Zeiten der Not.

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Mann verteilt Spenden an eine Menge bedürftiger Menschen
© Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Annibale Carracci, Die Almosenspende des heiligen Rochus, 1594/95

Musikalität

Diese Gitarre gehörte Anton Günther. Er war gelernter Lithograph, gilt als Erfinder der Liedpostkarte und war Volksdichter und Sänger. In Gottesgab in Böhmen geboren, machte er schon in frühester Kindheit Bekanntschaft mit dem erzgebirgischen Liedgut. Während seiner Anstellung bei der Hoflithographie-Anstalt in Prag traf er sich immer wieder mit Landsleuten aus dem böhmischen Erzgebirge. Bei diesen Gottesgaber-Abenden wurden zur Gitarre immer wieder Lieder aus der Heimat gesungen. Dieses gesellige Beisammensein war sicher für die Teilnehmer der Abende nicht nur Unterhaltung und Zerstreuung sondern auch grundlegend identitätsstiftend und hat sie als Gemeinschaft verbunden.

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Gitarre mit geschwungenem Kopf und Signatur
© Museum Sächsische Volkskunst, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Ignaz Mettal, Gitarre mit Hülle, um 1900

Neugier

Man spürt sie tatsächlich – die kindliche Neugier des damals ungefähr 4 Jahren alten Hans Kühn, der gespannt ein kleines Türchen öffnet. Von seinem Vater mit der Kamera beobachtet und für die Nachwelt festgehalten. Eine Szene, die sich in unzähligen Familien immer wieder wiederholt, heute festgehalten von Digitalkameras oder Mobiltelefonen. Heinrich Kühn arbeitete vor über hundert Jahren mit dem Edeldruckverfahren des Gummidrucks, einer Technik, die auf Basis von Gummiarabikum, Dichromatsalzen und Pigmenten malerisch wirkende Fotografien erschuf. Kühn, der als Amateur zur Fotografie gekommen war, fand über die Neugier am kindlichen Leben und die Freude an der Beschäftigung mit seinen Kindern zu einem Thema, das in seinem Gesamtwerk den größten Teil ausmachen sollte. Eine andere Art von Neugier – das Interesse an neuen künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten – brachte künstlerische Fotografien wie diese zum Kupferstich-Kabinett. Der damalige Direktor Max Lehrs begann 1898 als einer der Ersten eine Sammlung Fotografien anzulegen und verhalf damit zur Akzeptanz als autonomes künstlerisches Medium.

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Kind kniet und öffnet Schranktür
© Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Heinrich Kühn, Hans vor dem Schrank kniend, um 1904

Ordnungsliebe

Was sich auf den ersten Blick vielleicht als ein etwas ungewöhnlich gebauter Tisch zeigt, erweist sich bei der Benutzung als eine besondere Form der Ordnungsliebe: In den geschickt im Korpus verborgenen acht Schub- und Einsatzkästen befinden sich perfekt eingepasst mehr als 200 Einzelteile verschiedenster thematischer Bereiche: unter anderem Apotheken- und Badergerät, Schreibzeug, Spiele, wissenschaftliche Instrumente und ein Spinett. Das Kabinett gehörte zur Kunstkammer der sächsischen Kurfürsten. Das Anliegen der Kunstkammern, die seit dem 14. Jahrhundert entstanden, war es, die gesamte kosmisch-göttliche Ordnung der Welt  im Kleinen abzubilden. Kabinettschränke galten wiederum als eine Kunstkammer im Kleinen.

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Tasteninstrument, verziert mit Portraits, im Hintergrund weitere Objekte
© SKD / Juergen Loesel
Ausstellung Weltsicht und Wissen um 1600

Phantasievoll

Phantasie hatte Walt Disney im Überfluss, als er 1928 eine der berühmtesten Comic-Figuren der Welt erschuf: Mickey Mouse oder auf deutsch Micky Maus. Mit ihren Filmen wurde die Walt Disney Company auf der ganzen Welt bekannt und ihre Zeichentrickfiguren gehören heute zum kulturellen Gedächtnis.  Auch kommerziell hatte die Firma einen enormen Erfolg, der u. a. 1955 zur Gründung des ersten Disneyland-Themenpark  in Anaheim/ Kalifornien führte. Zwischen 1897 und 2016 gab es in den Disneyland-Themenparks eine Ersatzwährung – den Disney Dollar – mit dem man in den Parks bezahlen konnte. Interessanterweise war der Disney Dollar kein Gutschein, sondern eine Art Wertpapier. Er verjährt nicht und hat einen von der Walt Disney Company garantierten zeitlich unbegrenzten Wert. Er kann jederzeit eins zu eins in US-Dollar umgetauscht werden. Disney Dollar sind heute begehrte Sammlerobjekte.

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Phantasievoll 2

© Münzkabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Walt Disney Comapany, 1 Disney Dollar, 1987

Respekt

„Mache dich von deinen Vorurteilen los, und du bist gerettet“

Das ist einer von vielen Gedanken, die der römische Kaiser und Philosoph Marc Aurel (121 n.Ch. – 180 n.Ch.) in seinem Buch „Selbstbetrachtungen“ niederschrieb. Es sind tagebuchartige Aufzeichnungen, in denen seine Lebenserfahrung und philosophische Weitsicht miteinander verschmelzen. In verschiedenen Feldlagern notierte er, was ihn das Leben und seine Vorbilder gelehrt haben: Menschlichkeit und Toleranz, Bescheidenheit und Respekt, Besonnenheit und Vernunft gehören zu den Tugenden, die er sich und der Nachwelt empfiehlt.

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© Skulpturensammlung bis 1800, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Filarete, Marc Aurel, um 1440/45

Selbstwahrnehmung

Das Kinderbuch „Das kleine Ich bin ich“ von Mira Lobe und Susi Weigel ist 1972 erschienen. Darin spaziert ein buntes Tier auf einer Wiese und trifft einen Frosch. Dieser fragt es, wer oder was es denn ist. Darauf weiß das kleine ‚Ich bin ich‘ keine Antwort und begibt sich auf die Suche nach sich selbst. Wer bin ich? - Eine scheinbar simple aber sehr bedeutsame Frage. Wie nehmen wir uns selbst wahr? Kennen wir unsere eigenen Stärken und Schwächen, unsere Gefühle und Wirkung auf andere? Dem kleinen ‚Ich bin ich‘ kommt am Ende seiner Reise die Erkenntnis „Ich bin ich“.

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Phantasielebewesen kariert und bunt
© Puppentheatersammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Roland Teichmann, Das kleine Ich zum Stück "Das kleine Ich bin Ich", 2006

Treue

Wie musste sich Maria in diesem Moment gefühlt haben? Ein Engel trat vor sie und verkündete ihr: „Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben.“  Joseph, ihr Verlobter, zweifelte allerdings an ihrer Treue und wollte sie heimlich verlassen. In seinem Traum erschien auch ihm ein Engel, der ihm gebot zu bleiben und Maria zu heiraten, da das Kind Gottes Kind sei (Matthäusevangelium 1, 18 – 21). Mit seinem Weggang hätte Joseph beide der Schutzlosigkeit preisgegeben. Denn gesellschaftlich bedeutete eine Schwangerschaft außerhalb der Ehe eine Bedrohung für Mutter und Kind. Maria wäre arm und rechtlos geworden. Indem sich Joseph zu Maria und dem ungeborenen Kind bekannte, rettete er sie.

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© Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Francesco del Cossa, Die Verkündigung, 1470/72

Unvoreingenommenheit

Die Tür zur Schlosskapelle des Dresdner Residenzschlosses schmückt eine Szene aus der Bibel. Wunderbar detailreich in Holz geschnitzt, zeigt sie eine Begebenheit aus Johannes 8,1–11. Jesus ist im Tempel zu sehen, er schreibt mit den Fingern in den Sand auf dem Boden. Eine Frau wird von mehreren, aufgeregt diskutierenden Männern, herbeigebracht.  Sie war beim Ehebruch ertappt worden, ihr droht die Steinigung. Die Männer bedrängen Jesus und fragen nach seiner Meinung, doch er richtet sich nur auf und spricht: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie. Und wieder bückt Jesus sich nieder und schreibt auf die Erde.  Alle Männer, einer nach dem anderen verlässt den Tempel, bis auf die Frau. Jesus aber richtet sich auf und fragt: Frau, wo sind sie? Hat niemand dich verurteilt? Sie verneint woraufhin Jesus zu ihr sagt: Auch ich verurteile dich nicht. Geh hin und sündige von jetzt an nicht mehr. Jesus verurteilt die Frau nicht, unvoreingenommen steht er ihr gegenüber. Für die Menschen der Reformationszeit vor 500 Jahren war das eine große Gnade. Trotz aller Sünden, von denen sie sich gequält fühlten, hofften die Menschen, dass Jesus sie in ihrem Wesen erkannte - unvoreingenommen. 

Verantwortung

Das Gleichnis von den Blinden stammt aus der Bibel. Blindheit ist dabei im übertragenden Sinn gemeint. Das Gleichnis weist den Betrachter auf die Gefahr hin, anderen Menschen und ihren Botschaften blind zu folgen. Der falsche Tritt des Anführers führt dazu, dass die gesamte Gruppe den Halt verliert und stürzt. Die Darstellung regt dazu an, die Augen zu öffnen, selbst nachzudenken und eine eigene Meinung zu vertreten. Damit fordert sie auf, Verantwortung für sich selbst, aber auch andere Menschen zu übernehmen.

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© Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Domenico Fetti, Gleichnis von den Blinden, die Blinde führen, um 1619

Zuversicht

Es ist der 23. Dezember 1989, kalter Regen fällt auf den Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Ein Paar umarmt sich in der Dunkelheit, umgeben von einer  Menschenmenge. Einen Tag zuvor war der symbolträchtige Grenzübergang zwischen West und Ost am Brandenburger Tor geöffnet worden. Zehntausende Menschen sowie die beiden deutschen Regierungschefs Hans Modrow und Helmut Kohl sowie die beiden Bürgermeister der geteilten Stadt hatten dieses historische Ereignis gefeiert.

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© Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Evelyn Richter, Berlin, 23. Dezember 1989, 1989
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