SCHAU-Schätze II

08. Januar 2020

SCHAU-Schätze II

Im Jubiläumsjahr zum 300. Geburtstag des Kupferstich-Kabinetts werden im zweiten Teil der Werkschau„SCHAU-Schätze“ erneut die Schränke, Kästen und Mappen des Josef-Hegenbarth-Archivs geöffnet, um aus dem umfangreichen zeichnerischen Lebenswerk des Künstlers zu schöpfen. Die kleinen und großen Schätze, die teils jahrelang nicht zu sehen waren, laden in Hegenbarths ehemaligen Wohn- und Atelierhaus zum Entdecken und Schauen ein.

  • Ausstellungsort Josef-Hegenbarth-Archiv
  • Laufzeit 12.01.2020—12.04.2020
  • Öffnungszeiten 10—18 Uhr, Dienstag geschlossen

    27.01.2020 — 06.02.2020  geschlossen

    Winterpause

Schauschätze 1

Während die erste Ausstellung Hegenbarth mit einer Auswahl von Zeichnungen präsentierte, die Köpfe, Tiere und Darstellungen aus der Zirkus- und Varietéwelt umfasste, stellt der zweite Teil der Werkschau den Künstler als bedeutenden Illustrator von Weltliteratur vor: mit Bildern zur Bibel, zu Goethes Reineke Fuchs, zu Stücken von Shakespeare und zu Homers Odyssee.

Hegenbarths Werke zur Geschichte um die Arche Noah bilden den Auftakt und laden in ihrer starken Farbigkeit insbesondere Familien mit ihren Kindern ein, in die detailreichen Illustrationen einzutauchen. Der Reigen der Tiere setzt sich in den Darstellungen zu Goethes Reineke Fuchs fort. Eine Zeichnung vom Kinderfasching verdeutlicht, dass Hegenbarth seine Inspiration nicht nur in der Literatur fand; ihn interessierte auch das Spiel der Verkleidung.

Im Kontrast dazu stehen Hegenbarths Bilder zu den Geschichten Jesu. In bewusster Ablehnung von historisierender Kulisse und Kostümierung haben die Figuren einen starken Gegenwartsbezug. So wird Jesus von Hegenbarth in die Dresdner Trümmerlandschaft der unmittelbaren Nachkriegszeit versetzt. Das kleine Boot mit dem predigenden Jesus vor einer Menschenmenge am Ufer ist bei Hegenbarth ein eindringliches Symbol universeller Menschlichkeit und besitzt verblüffende Aktualität. 

In seinen Frühwerken zur Odyssee und seinen umfangreichen Illustrationen nach Shakespeares Stücken wie Ein Sommernachtstraum und Der widerspenstigen Zähmung zeigt sich Hegenbarth schließlich als der „große Abenteurer im Geiste“, wie ihn Fritz Löffler nannte.

Die Ausstellung wird am Sonntag, den 12. Januar 2020, um 15 Uhr mit einem Familiennachmittag eröffnet. Während Erwachsene in einem geführten Rundgang Einblicke in das Künstlerhaus und die Sonderausstellung erhalten, können Kinder gemeinsam mit dem Künstler Thomas Baumhekel kreativ werden.

Sonderführungen und Künstlergespräche sowie Workshops rund um Hegenbarths Faszination für Tiere laden ein, „SCHAU-Schätze II“ gemeinsam zu erleben. In Rundgängen und Familienführungen sind die sonst verschlossenen Räume seines erhaltenen Ateliers zu bestaunen, so als habe der Künstler nur kurz den Raum verlassen.

 

Für die Berichterstattung werden auf Nachfrage individuelle Ausstellungsführungen angeboten. Hierfür bitten wir um Anmeldung über presse@skd.museum oder +49(0)351 4914 2643.

 

Ausstellungsort: Josef-Hegenbarth-Archiv, Calberlastraße 2, 01326 Dresden

Öffnungszeiten: Sonntag 15–18 Uhr sowie Donnerstag nach telefonischer Voranmeldung unter +49(0)351-4914 2111

Pressebilder- und -dossiers

Josef Hegenbart, Kinderkarneval II, 1948 Wasserfarben (Leimfarbe)
© SKD, Foto: Herbert Boswank
Sölle, Dorothee / Hegenbarth, Josef, Die Arche Noah, Seite 11 und Einband, 1947/48 Pinsel in Wasserfarben, 210 x 290 mm
© SKD; Foto: Herbert Boswank
Sölle, Dorothee / Hegenbarth, Josef, Die Arche Noah, Seite 27, 1947/48 Pinsel in Wasserfarben, 212 x 311 mm
© SKD, Foto: Herbert Boswank
Sölle, Dorothee / Hegenbarth, Josef, Die Arche Noah, Seite 47, 1947/48 © SKD, Foto: Herbert Boswank
Josef Hegenbarth, Frau in Trümmern mit Hund, 1948 Wasserfarben
© SKD, Foto: Herbert Boswank
Josef Hegenbarth, Jesus predigt in den Trümmern, 1952 Pinsel in Schwarz
© SKD, Foto: Herbert Boswank
Josef Hegenbarth, Zu Homer: Odysee. (Blatt 9) Zwölfter Gesang, um 1918 Pinsel in Sepia
© JHA, Kupferstich-Kabinett, SKD
Josef Hegenbarth, Predigt vom Kahn, 1951 Pinsel in Schwarz
© SKD, Foto: Herbert Boswank
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