Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ermöglichen Ankauf einer Arbeit von Edmund de Waal

20. September 2019

Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ermöglichen Ankauf einer Arbeit von Edmund de Waal

Der Stifterkreis der Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) wächst und damit auch die Möglichkeiten für Neuerwerbungen zeitgenössischer Kunst für den Museumsverbund. Der international gefeierte Keramikkünstler und Autor Edmund de Waal (*1964 in Nottingham) hat sich im 300. Todesjahr von Johann Friedrich Böttger (1682–1719) intensiv mit den Ursprüngen der Dresdner Porzellansammlung und den Anfangsjahren der Meissener Manufaktur befasst. Entstanden ist eine Installation mit dem Titel „im Goldhaus“. In Erinnerung an das sogenannte Goldhaus am Zwinger ist das Werk eine intensive Auseinandersetzung mit der Nacherfindung des Porzellans an seinem Entstehungsort. Hier experimentierte Böttger gemeinsam mit dem Naturforscher Ehrenfried Walther von Tschirnhaus (1651–1708) mit verschiedenen Materialien, bevor die Herstellung von Porzellan Anfang des 18. Jahrhunderts auf der Albrechtsburg in Meißen endlich gelang.

Am 28. September 2019 präsentiert der Künstler Edmund de Waal sein Werk in der Dresdner Porzellansammlung, im Anschluss an die Eröffnung der Paraderäume und des Porzellankabinetts im Residenzschloss. Journalist*innen sind eingeladen an der Preview für die Stifter*innen des MUSEIS SAXONICIS USUI gemeinsam mit dem Freundeskreis der Dresdner Porzellansammlung teilzunehmen. Die Arbeit wird zunächst bis Januar 2020 im Böttgersaal der Porzellansammlung präsentiert und ist dann im Rahmen von Sonderausstellungen innerhalb der Museen der SKD weiter zu sehen.

Möglich wurde die Erwerbung durch die aktuell 48 Stifter*innen innerhalb der 1.900 Mitglieder von MUSEIS SAXONICIS USUI – Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden e. V. Die jährliche Unterstützung von 2.500 Euro je Stifter*in realisiert Ankäufe zeitgenössischer Kunst für die insgesamt 15 Museen des Verbundes.

Edmund de Waals Installationen rhythmisch angeordneter Porzellangefäße in minimalistischen Strukturen sowie seine gestalteten Räume finden weltweite Beachtung. Durch seine Bücher Der Hase mit den Bernsteinaugen (2011) oder Die weiße Straße (2016) wurde er einem internationalen Publikum bekannt. Derzeit ist er mit Einzelausstellungen in der Frick Collection in New York und dem Jüdischen Museum in Venedig vertreten.

Petra von Crailsheim, Vorstandsvorsitzende MUSEIS SAXONICIS USUI: „Dieser Ankauf stärkt Dresden zukunftsweisend, das so seine Kunstgeschichte fortschreibt. Dankbar und stolz sind wir, ein Werk Edmund de Waals den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden schenken zu können. Mit „im Goldhaus“ wird Porzellangeschichte lebendig.“

Julia Weber, Direktorin Porzellansammlung: „Ich bin überglücklich, dass wir Edmund de Waal gewinnen konnten ein Werk für Dresden zu schaffen. Die Arbeit „im Goldhaus“ macht seine langjährige Beschäftigung mit dem Werkstoff Porzellan und seine Auseinandersetzung mit Meißen, Dresden, dem Japanischen Palais und der Porzellansammlung sichtbar. Hier fügt er die einzelnen Geschichten zu einer zusammen und baut eine Brücke vom Barock ins Jetzt.“

Ausstellungsvorschau: „library of exile“ von Edmund de Waal im Japanischen Palais

Ab dem 29. November 2019 wird mit der aktuell in Venedig präsentierten Rauminstallation „library of exile“ von Edmund de Waal ein weiteres Werk des Künstlers im Japanischen Palais in Dresden zu sehen sein. Ein Pressegespräch ist für die letzte Novemberwoche geplant.

Pressebilder- und -dossiers

Edmund de Waal, im Goldhaus, 2019 © Edmund de Waal, Foto: Mike Bruce
Edmund de Waal, im Goldhaus, 2019 © Edmund de Waal, Foto: Mike Bruce
Edmund de Waal, im Goldhaus, 2019 © Edmund de Waal, Foto: Mike Bruce
Edmund de Waal © Edmund de Waal, Foto: Ben McKee, 2015
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