Einladung zum Pressegespräch | Rudolf Horn – Wohnen als offenes System

16. August 2019

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Rudolf Horn (*1929) gehört zu den bedeutendsten deutschen Designern der Nachkriegsgeschichte. Seine Visionen von einer größtmöglichen Variabilität von Möbeln und Wohnungen sowie vom „Nutzer als Finalisten“ wurden zu Leitmotiven seines Schaffens. Sie markieren wichtige Zäsuren der Designgeschichte und sind heute unter Stichworten wie „Open Design“, „Co-Creation“ oder dem „Prosumenten“, dem selbst- oder mitproduzierenden Konsumenten, aktueller denn je.

  • Laufzeit 24.08.2019—03.11.2019
  • Öffnungszeiten täglich 10—18 Uhr, Montag geschlossen

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Der „Nutzer“ als gleichwertiges Gegenüber in der Gestaltung war Horn ein zentrales Anliegen: „Für wen willst du das machen?“ wurde für den Designer zu einer der wichtigsten Fragen in seiner auf Kooperation angelegten Arbeit. Das Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) widmet dem Designidol nun eine Ausstellung, die seine Visionen auf unterschiedlichen Ebenen vermittelt.

Das erfolgreichste Produkt des im sächsischen Waldheim geborenen Designers waren die Montagemöbel der Deutschen Werkstätten (MDW), die er gemeinsam mit Eberhard Wüstner in den Jahren 1966/67 in seinem Leipziger Atelier konzipierte. Im Auftrag der VEB Deutsche Werkstätten Hellerau entwickelten die Gestalter ein modulares Möbelprogramm, das ab 1968 in Produktion ging. Das MDW sollte nicht als fertiges Möbel, sondern als ein variabel-funktionales Baukastensystem, das erst in der Wohnung Gestalt annahm, den individuellen Bedürfnissen der Nutzer*innen zur Verfügung stehen. Die lange Produktionszeit von nahezu 30 Jahren und die positive Resonanz der Kund*innen bestätigten den Erfolg des anpassungsfähigen Möbels. Das Konzept der Variabilität dachte Rudolf Horn revolutionär weiter und übertrug es bald auf das Raumgefüge der gesamten Wohnung.

Die Sonderausstellung stellt neben dem MDW-Programm weitere Projekte Horns wie die Variable Wohnung aus dem Jahr 1969 und das Pilotprojekt des nutzerdefinierten Wohnens – den Experimentalbau in Rostock – vor. Ein Fokus wird dabei auf die Arbeiten des Hellerauer Fotografen Friedrich Weimer gelegt, der die funktionale Ästhetik der Möbel und Innenräume perfekt in Szene setzte. Horns Verhältnis zur klassischen Moderne, das einen seiner Höhepunkte in der Neuinterpretation des „Barcelona-Chairs“ von Mies van der Rohe fand, wird ebenfalls thematisiert. So schließt sich der Kreis von 1968 bis heute, denn der 1966 entworfene Stuhl wird in diesem Jahr neu aufgelegt und von den Deutschen Werkstätten Lebensräume exklusiv vertrieben.

Die als Intervention in das „Schaudepot Deutsche Werkstätten“ konzipierte Ausstellung versteht sich als Hommage zum 90. Geburtstag Rudolf Horns und präsentiert neben seinen Projekten zahlreiche Geschichten der „Nutzer“ rund um das MDW-Programm. Viele begeisterte „Nutzer“ sind dem Aufruf des Kunstgewerbemuseums gefolgt und haben nach mehreren Jahrzehnten Gebrauch Bilanz gezogen. Die Fotografien und Zuschriften liefern wichtige Informationen zur Qualität, Funktionalität oder auch den Umständen der Erwerbung oder Montage wie auch der sozialen Wirkmacht des Möbels. Im geräumigen Hauptsaal des Bergpalais sind die Besucher*innen eingeladen, in einem interaktiven Wohnlabor Horns Ideen der variablen Einrichtung kreativ zu erproben.

Begleitprogramm:

7. September 2019, 14 Uhr: Öffentliche Führung durch die Ausstellung „Rudolf Horn – Wohnen als offenes System“, Veranstaltungsort: Kunstgewerbemuseum, Bergpalais

25. September 2019, 19.30 Uhr: „Gipfeltreffen der Formgestalter“ Rudolf Horn und Clauss Dietel im Gespräch über die „Ostmoderne“ mit Thomas Bille (freier Journalist, u.a. MDR), Veranstaltungsort: Deutsche Werkstätten, Moritzburger Weg 68, 01109 Dresden

Eine Veranstaltung in Kooperation mit den Deutschen Werkstätten.

28. September 2019, 14 Uhr: Öffentliche Führung durch die Ausstellung „Rudolf Horn – Wohnen als offenes System“, Veranstaltungsort: Kunstgewerbemuseum, Bergpalais

12. Oktober 2019, 14 Uhr: Buchvorstellung „Ostmoderne – Westmoderne“ mit anschließendem Ausstellungsrundgang gemeinsam mit dem Gestalter Rudolf Horn und dem Autor und Designtheoretiker Walter Scheiffele, Veranstaltungsort: Kunstgewerbemuseum, Bergpalais

26. Oktober 2019, 14 Uhr: Öffentliche Führung durch die Ausstellung „Rudolf Horn – Wohnen als offenes System“, Veranstaltungsort: Kunstgewerbemuseum, Bergpalais

 

Vom 24. November 2019 bis 22. März 2020 wird die Ausstellung im Deutschen Stuhlbaumuseum Rabenau gezeigt.

 

Die SKD kommunizieren über #rudolfhorn, #kunstgewerbemuseumdresden und #skdmuseum auf Social Media.

Pressebilder- und -dossiers

Experimentalbau Rostock, Blick vom Wohnbereich in den Eingangsbereich, Entwurf: Rudolf Horn, Hedwig Jaeckel, Erich Schubert, Eberhard Wüstner © Fotograf: Friedrich Weimer, Privatbesitz Rudolf Horn
Montagemöbel der Deutschen Werkstätten (MDW), Rudolf Horn, Eberhard Wüstner, VEB Deutsche Werkstätten Hellerau, 1968 © Foto: Friedrich Weimer
Musterwohnung Dresden, Blick in den Schlafbereich, Entwurf: Rudolf Horn, Erich Schubert, Eberhard Wüstner, 1973 © Fotograf: Friedrich Weimer, Privatbesitz Rudolf Horn
Musterwohnung Dresden, Blick in den Wohnbereich, Entwurf: Rudolf Horn, Erich Schubert, Eberhard Wüstner, 1973 © Fotograf: Friedrich Weimer, Privatbesitz Rudolf Horn
Rudolf Horn, 1960er-Jahre © Fotograf unbekannt, Privatbesitz Rudolf Horn
Variable Wohnung Leipzig, Blick in den Wohnbereich mit Durchbruchbruch zur Küche, Entwurf: Rudolf Horn, Erich Schubert, Eberhard Wüstner © Fotograf: Friedrich Weimer, Privatbesitz Rudolf Horn
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