Einladung zum Pressegespräch | Glück auf und ab im Erzgebirg!

24. Mai 2019

Glück 1

Der Bergmannsaufzug zur Fürstenhochzeit 1719 und seine Folgen für die Volkskunst

In diesem Jahr steht Dresden ganz im Zeichen der Fürstenhochzeit von 1719. Damals gelang es August dem Starken, seinen Sohn Friedrich August mit Maria Josepha, der Tochter Kaiser Josephs I., zu verheiraten. Damit eröffnete er dem Haus Wettin nichts geringeres als die Aussicht auf den Kaiserthron. Die Hochzeit des Jahrhunderts wurde vor genau 300 Jahren einen ganzen Monat lang nach allen Regeln barocker Prachtentfaltung gefeiert. Im Museum für Sächsische Volkskunst kann das Publikum den Festablauf nun minutiös verfolgen und hautnah miterleben.

  • Laufzeit 01.06.2019—03.11.2019
  • Öffnungszeiten täglich 10—18 Uhr, Montag geschlossen

Glück 2

Der Höhepunkt der nach den sieben Planeten benannten Festfolge war das Saturnfest im Plauenschen Grund bei Dresden, das dem Bergbau gewidmet war. Nach einer Jagd und einer Theateraufführung paradierten nicht weniger als 1.400 Bergleute mit ihren Grubenlichtern über den nächtlichen Festplatz. Im Plauenschen Grund trafen in dieser Nacht die Kulturen des Hofes und des Bergbaus aufeinander.

Die Feierlichkeiten sollten nicht nur auf die geladenen hochadligen Gäste gewaltigen Eindruck machen, sondern durch den opulenten in Kupfer gestochenen Festbericht auch auf die Medienöffentlichkeit der Herrscherhäuser Europas. Unbeabsichtigt, aber folgenreich beeindruckten sie auch die paradierenden Bergleute selbst, die –  zurück im Erzgebirge – mit stolzgeschwellter Brust von ihren Erlebnissen erzählten.

Die Sonderausstellung im Jägerhof beleuchtet das Saturnfest zum einen aus der Sicht der in Kupfer gestochenen Festdokumentation, die man erstmals in fast dreifacher Vergrößerung in allen Details studieren kann. Ein zweiter Blick hinter die Kulissen widmet sich der Sicht der Teilnehmer*innen des Festes. Und schließlich beschäftigt sich die Ausstellung mit den Auswirkungen des Festes auf die Kultur, die Mentalität und die Volkskunst des Erzgebirges. Unverkennbar haben die Feierlichkeiten die Erzgebirgler*innen inspiriert. Der Stolz des paradierenden Bergmanns in seinem Habit sowie seine geheimnisvolle, gefährliche und hochtechnisierte Arbeit unter Tage faszinieren bis heute. Holzschnittartig kommentiert die Volkskunst seine Arbeit, seine Freizeit, seine Frömmigkeit und sogar seinen Einfallsreichtum in Krisenzeiten.

Der Bergbau ist ohne Zweifel der Quell des sächsischen Reichtums, die Leittechnologie des sächsischen Industriebooms im 19. Jahrhundert und das Rückgrat der erzgebirgischen und sogar der sächsischen Identität. Aber stimmt es wirklich, was der Volksmund sagt: Alles kommt vom Bergbau her?

Bringen wir ein wenig Licht ins Dunkel…

Vortragsreihe im Museum für Sächsische Volkskunst

6. September 2019, 18 Uhr
Albrecht Kirsche
Die Entstehung der Reifendreherei zwischen Bergbau, Glashütten und Dresdner Marktbuden

13. September 2019, 18 Uhr

Eberhard Münzner
Von der Arbeitskleidung zum immateriellen Erbe der UNESCO. Der Werdegang der Tracht der sächsischen Berg- und Hüttenleute im Wandel der Geschichte

20. September 2019, 18 Uhr

Igor Jenzen
Exkursionen im Sentimentgebirge. Die Volkskunst und das Erzgebirge


Die SKD kommunizieren über #museumfürsächsischevolkskunst und #skdmuseum auf Social Media.

Pressebilder- und -dossiers

Heinz Reh, bemalt von Jens Meyer, Bergparade von 1719 Zinn
© SKD, Foto: Frank Hoehler
Kupferstich nach Jacob Fehling 1724, Bergmannsaufzug im Plauenschen Grund © SKD
Obersteiger als Lichtträger, geschnitzt und bemalt, Erzgebirge nach 1719 © SKD, Foto: Frank Hoehler
Oberbergwerksdirektor Freiherr von Löwendal, 1719, geschnitzt und bemalt von Bernd Sparmann, Schneeberg 2004 © SKD
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