Einladung zum Pressegespräch | Kinderbiennale – Träume & Geschichten

12. September 2018

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Eine Ausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in Kooperation mit der National Gallery Singapore

Nach einem erfolgreichen Start in der National Gallery Singapore im vergangenen Jahr mit mehr als 200.000 begeisterten Besucher*innen kommt die Kinderbiennale nun erstmals nach Europa. Sie lädt das Publikum ein, in künstlerische Sphären einzutauchen, selbst kreativ zu werden und die für gewöhnlich eher passive Rolle im Museum zu verlassen. Das diesjährige Thema „Träume & Geschichten“ möchte die fantastische und traumhafte Seite von Kunst erkunden.

  • Laufzeit 22.09.2018—24.02.2019

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Drei Kinder zeichnen Fische vor einem digitalen Aquarium
© teamLab
teamLab, Sketch Aquarium, 2013-bis heute interaktive digitale Installation Sound: Hideaki Takahashi, teamLab

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Neun regionale und internationale Künstler*innen sowie ein Künstlerkollektiv aus Japan verwandeln das Erdgeschoss des Japanischen Palais in einen phantastischen Ort, der zum Sehen, Hören, Fühlen und Mitmachen anregt. Interaktive und partizipative Kunstwerke sind wie ein Parcours angelegt und entfalten auf verschiedenen Ebenen Reflektionen über fiktive und reale Welten und die Verbindung zwischen diesen. Das Publikum übernimmt darin einen aktiven Part der Mitgestaltung.

Dafür steht par excellence das Künstlerkollektiv teamLab. Die Arbeit Sketch Aquarium schafft eine eigendynamische, interaktive Welt, in der der Besucher Erfahrungen mit digitaler Kunst machen kann. Die vom Publikum gestalteten und später eingescannten Fische schwimmen in einem riesigen digitalen Aquarium und bezeugen die unerschöpfliche Kreativität eines jeden Menschen.

Um Farben und Formen geht es auch bei der Dresdner Künstlerin Stephanie Lüning (*1978 in Schwerin), die eigens für die Kinderbiennale ein Atelier und Laboratorium schafft, in dem sowohl sie selbst als auch jeder Einzelne kreativ werden kann. Dafür stehen farbige Eiswürfel in einem Gefrierschrank zur Verfügung, mit denen es zu experimentieren gilt.

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Ein weiterer Höhepunkt erwartet das Publikum ab Mitte November: Aus rund drei Tonnen weiße Legobausteine soll die Vision einer zukünftigen Stadt realisiert werden. Die Arbeit trägt den Titel The cubic structural evolution project und stammt von dem dänisch-isländischen Künstler Ólafur Elíasson (*1967 in Kopenhagen), der mit seinen Großprojekten die Menschen auf der ganzen Welt begeistert. In Dresden können eigene Gedanken, Ideen, Erinnerungen, Wünsche und Ängste in das Kunstwerk einfließen und das Publikum so zum Ko-Autor werden.

Der Zukunft steht die Vergangenheit gegenüber, die die Kinderbiennale gleichfalls in den Fokus rückt. In ihrer Videoarbeit Resounding (infra red) sammelt die US-amerikanische Künstlerin Susan Hiller (*1940 Tallahassee, Florida) Archivmaterial und unterschiedliche Stimmen zum Urknall. In anthropologischer, fast psychoanalytischer Manier untersucht Hiller, wie unser individuelles Gedächtnis von der kollektiven Erinnerung beeinflusst wird und wie so Geschichte und Vergangenheit konstruiert werden.

Ein weiterer Raum wird von der 1967 in Brasilien geborenen Rivane Neuenschwander bespielt. In Allegory of fear setzt sie sich mit den Ängsten von Kindern auseinander. In Workshops mit Kindern aus Bogotá hatte Neuenschwander in diesem Jahr Eindrücke und Ängste gesammelt und diese in ihre künstlerische Arbeit überführt. In der Präsentation in Dresden können die Angstfiguren über Lichtprojektionen bewegt und die individuellen Geschichten als Schattenbild an die Wand geworfen werden.

Die Performancekünstlerin Lynn Lu (*1974 in Singapur) hingegen sammelt in ihrer Installation This Changed my Life ausschlaggebende und einschneidende Erlebnisse im Leben eines jeden Menschen und fordert ihn auf, diese auf ein buntes Schleifenband zu schreiben und so das Erlebte für andere sichtbar zu machen. Ihre Installation Duplet stellt Fragen an die Kinder: angefangen von dem Helden, der man gern wäre, bis hin zu der Frage nach der kostbarsten eigenen Erinnerung oder nach den bisher unerreichten Träumen.

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„Wie nehmen wir die Wirklichkeit wahr?“, fragt der Künstler Mark Justiniani, der mit seiner Spiegel-Installation die menschliche Wahrnehmung irritiert. In seinen Arbeiten setzt er sich mit dem menschlichen Sehen und der Prägung eines Individuums durch sein Umfeld auseinander. Um dies zu ergründen verwendet er Materialien wie Spiegel und Glas. Seine Installation Well verleitet dazu innezuhalten und die Objekte zu entdecken, die sich in der Tiefe des sich ins Unendliche spiegelnden Bodens befinden.

Auch die Französin Véronique Joumard (*1967 in Grenoble) richtet in ihren Werken Fragen an das persönliche Umfeld und die Wahrnehmung dessen. Die thermosensible, orange Farbe, mit der sie die Museumswand bestreicht, ändert ihren Farbton mit der Körpertemperatur und erlaubt, eine individuelle Spur – sei sie auch nur temporär – in der Ausstellung zu hinterlassen. In einer weiteren Installation stellt Joumard die Schwerkraft auf die Probe und bringt Sitzmöbel zum Schweben.

Am Ende des Parcours befindet sich ein Werkstattraum. Hier kann das Gesehene, Erlebte und Gehörte kreativ verarbeitet werden. Zur Ausstellung erscheint zudem ein Malbuch für Kinder, das der Dresdner Künstler Jan Kunze eigens dafür gestaltet hat.

Im Fokus der Kinderbiennale stehen Angebote für Kinder und Familien. Die Auswahl der Werke und die Schwerpunkte des Rahmenprogramms beruhen auf der Expertise einer Gruppe von Kindern im Alter von 6 bis 13 Jahren aus dem Kindertreff „Puzzle“- Omse e. V. und der Dresden International School, die bei allen Etappen der Ausstellungsvorbereitung eingebunden war und das Kuratorenteam mit ihrem Rat unterstützte.

Im Rahmen der Kinderbiennale wird es eine Kooperation mit dem tjg. theater junge generation geben. Die Bühnen- und Kostümbildnerin Grit Dora von Zeschau schafft mit „Eine Spinne wird nicht wütend“ eine begehbare Rauminstallation zur Welt der Künstlerin Louise Bourgeois. Die Premiere findet am Samstag, den 22. September, um 16 Uhr statt. Die weiteren Termine finden Sie unter: www.tjg-dresden.de/installation/eine-spinne-wird-nicht-wuetend.html

Teilnehmende Künstler*innen: Ólafur Elíasson (ab Mitte November), Félix González-Torres, Susan Hiller, Véronique Jourmard, Mark Justiniani, Jan Kunze (Künstlerbuch), Lynn Lu, Stephanie Lüning, Rivane Neuenschwander und teamLab.

Pressebilder- und -dossiers

Drei Kinder zeichnen Fische vor einem digitalen Aquarium
teamLab, Sketch Aquarium, 2013-bis heute interaktive digitale Installation Sound: Hideaki Takahashi, teamLab
© teamLab
Fotografie von buntem Schaum
Stephanie Lüning: colored gallery - solo show in der Galerie Schau Fenster Berlin 2015 © VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Foto: Alena Drahokoupilová
Eine Wolke unter die sich Menschen setzen können
Lynn Lu, Duplet, 2017 © National Gallery Singapore
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