Einladung zum Bildtermin | Freundeskreis erwirbt Skulptur von Günther Hornig für das Albertinum

11. April 2018

Freundeskreis erwirbt Skulptur von Günther Hornig für das Albertinum

Der Freundeskreis der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden hat für das Albertinum die Skulptur („rot“) Nr. 3 von Günther Hornig erworben. Die Skulptur aus dem Jahr 1987 gehört zu der Werkgruppe der „Türme“, die Hornig in den 1970er-Jahren begann und als Motiv Ende der 1980er-Jahre wieder aufnahm.

Als Solitär künstlerisch stets seinen eigenen Weg gehend, gehört er in Ostdeutschland zu den wichtigsten abstrakt arbeitenden Künstlern, dessen gesamtdeutsche Entdeckung gerade erst beginnt. Als Dozent wirkte er rund zwanzig Jahre im Fachbereich Bühnenbild und später bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2002 als Professor für Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Innerhalb der Akademie besetzte er Freiräume, die es ihm und seinen Studierenden erlaubten, jenseits der geltenden Kunstdoktrin der DDR experimentell zu agieren. Seine Lehre prägte Akteure der Dresdner Autoperforationsartisten um Via Lewandowsky, Micha Brendel und Else Gabriel, die als die wirksamste Performancegruppe dieser Zeit gelten.

In den größeren DDR-Ausstellungen war Hornig kaum vertreten, mit Ausnahme der VIII. Kunstausstellung der DDR (1977–78). Eine offizielle Anerkennung blieb ihm lange Zeit verwehrt. Unbeirrt arbeitete er dennoch weiter an seinen geometrischen Formationen in Malerei und Skulptur. Zu seinem künstlerischen Thema wurde die Entwicklung von Räumen mit Farbformen.

Die Turmskulpturen, die Hornig in einer Zeit der persönlichen Krise begann, sind aus verleimten Kartonstücken gefertigte, in die Höhe wachsende, konstruktiv-minimalistische Arbeiten. Sie wirken wie utopische Architekturen. Die fragil anmutenden Verschachtelungen scheinen ihr eigenes Scheitern aufzuzeigen und können als Paraphrasen menschlicher Selbstüberschätzung interpretiert werden.
Dank der Erwerbung besitzt das Albertinum nun insgesamt zwei dieser Skulpturen, die in der aktuellen Präsentation zu sehen sind.

Petra von Crailsheim, Vorstandsvorsitzende MUSEIS SAXONICIS USUI – Freunde der SKD e. V.:
„Noch ist Günther Hornig ein Geheimtipp. Mancher kennt ihn als einen der bedeutendsten abstrakten Maler Ostdeutschlands. Es ist Zeit, sein gesamtes Werk zu entdecken. Die Freunde stehen den SKD zu Seite, auch um die Sammlungen in die Zukunft zu führen. So fügt es sich glücklich, mit Hornigs „Turm“ dem Albertinum eine seiner Skulpturen zu schenken.“

Hilke Wagner, Direktorin Albertinum: „Der Erwerb einer Arbeit des vor allem zunächst als Maler bekannten Dresdner Künstlers Günther Hornig ist eine große Bereicherung unseres Bestandes zwischen 1949 und 1989. Damit ist eine abstrakt-konkrete bildhauerische Position erworben worden, die bisher in der überwiegend von figürlichen Arbeiten geprägten Sammlung fehlte. Sie wirkt höchst aktuell und fügt sich wunderbar bereichernd in den der zeitgenössischen Kunst vorbehaltenen Raum mit Werken von Beate Gütschow, Thomas Scheibitz, Eberhard Havekost oder Neo Rauch.“

Wir möchten Ihnen die Erwerbung vorstellen und Sie zum Pressegespräch einladen. Der Termin eignet sich insbesondere für die Bildberichterstattung.

Weitere Informationen zum Freundeskreis der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden erhalten Sie unter www.freunde-skd.de.

Pressebilder- und -dossiers

Ansicht zweier Skulpturen aus Karton, die wie Türme in der Mitte des Raumes stehen
Günther Hornig, ("rot") Nr. 3, ca. 1987 Karton, ca. 167 x 30 x 26 cm
© SKD, Foto: Hans-Peter Klut
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