Carl Lohse. Expressionist

08. Dezember 2017

carl lohse

Carl Lohse (1895–1965) schuf im Umfeld des künstlerischen Aufbruchs nach dem Ersten Weltkrieg zwischen 1919 und 1921 ein fulminantes expressionistisches Werk. Noch zu selten erfuhren der Maler und sein Werk die Aufmerksamkeit, die sie verdienen.

  • Laufzeit 15.12.2017—15.04.2018
  • Öffnungszeiten täglich 10—18 Uhr , Montag  geschlossen
  • Eintrittspreise regulär 10 €, ermäßigt 7,50 €, unter 17 frei, ab 10 Pers. 9 €

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Die in Zusammenarbeit mit dem Ernst Barlach Haus konzipierte Ausstellung „Carl Lohse. Expressionist“ vereint erstmals in diesem Umfang Leihgaben aus wichtigen öffentlichen und privaten Sammlungen in Ost- und Westdeutschland. Im Albertinum werden 77 Gemälde, Zeichnungen und Plastiken des Künstlers ausgestellt. Die zuvor in Hamburg gezeigte Sonderausstellung wurde für Dresden erweitert und zeigt Werkgruppen aus dem Albertinum und dem Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden sowie aus der Carl-Lohse-Galerie der Stadt Bischofswerda, dem Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst Cottbus/Frankfurt (Oder), der Kunsthalle Rostock, dem Museum Bautzen sowie den Museen des Landkreises Oberspreewald-Lausitz, Kunstsammlung Lausitz in Senftenberg.
Entlassen aus Gefangenschaft und Kriegsdienst, kam der Künstler im Oktober 1919 aus Hamburg nach Bischofswerda, wo er finanzielle Unterstützung fand und einen wahren Schaffensrausch erlebte. Bis Frühjahr 1921 entstanden in dichter Folge stark farbige Porträts, Landschaften und Stadtbilder. Lohses Farbkombinationen waren, verglichen mit dem akademisch Üblichen, geradezu tollkühn, der Rhythmus seiner Bilder energiegeladen. Radikal vereinfacht waren die Zeichnungen, wagemutig aufgebrochen die Formen der überlebensgroßen Bildnisköpfe, die Lohse aus Gips modellierte. Der Künstler experimentierte mit den unterschiedlichen Bildsprachen des Expressionismus, Kubismus und Futurismus bis hin zur reinen Abstraktion. Seine Bilder sind ein eindrucksvolles Zeugnis der Stimmungslage eines sensiblen Künstlers in der krisengeschüttelten Nachkriegszeit. Lohses intuitive und zutiefst emotionale Art zu Malen ist innerhalb des künstlerisch so wirkmächtigen Aufbruchs nach der Novemberrevolution eine der kompromisslosesten.
Im Jahr 1921 gab Lohse das Malen zunächst auf und ging nach Hamburg. Auch aus den Jahren nach 1928, als er nach Bischofswerda zurückkehrte und wieder zu malen begann sind Werke in der Ausstellung vertreten. Eine Auswahl aus den 1950er und 60er Jahren verdeutlicht, wie wenig der eigensinnige Künstler den Vorgaben eines Sozialistischen Realismus entsprach.
In einem Exkurs werden Werke von Zeitgenossen und Künstlerfreunden Carl Lohses, von der Malerin Marianne Britze und den Malern Hans Christoph, Erhard Hippold, Wilhelm Rudolph und sowie den Bildhauern Christoph Voll, Ludwig Godenschweg und Eugen Hoffmann aus dem Bestand des Albertinum gezeigt. Die Gemälde und Plastiken entstanden gleichfalls in der künstlerisch wie politisch bewegten Zeit der Weimarer Republik.
Alle Besucher*innen sind in einem Studio für Kunstvermittlung, dem „Farb_Labor“, eingeladen, sich praktisch und theoretisch mit der Wirkung von Farbe in der Malerei auseinander zu setzen. Mitmach-Stationen ermöglichen das poetische Philosophieren über Farbe, die experimentelle Auseinandersetzung mit Farbkontrasten vor Spiegeln sowie das Gestalten von Magnetwänden mit selbst-gemalten Porträts im Sinne Carl Lohses.

Social Media: Zur Ausstellung kommuniziert das Albertinum über #carllohse, #expressionist auf Instagram und Facebook.

Katalog zur Ausstellung:
Carl Lohse. Kraftfelder. Die Bilder 1920/21, herausgegeben. von Karsten Müller, Ernst Barlach Haus Hamburg, Sandstein Verlag Dresden, mit Beiträgen von Birgit Dalbajewa, Karsten Müller, Rudolf Probst und Ophelia Rehor, 136 Seiten mit zahlreichen farbigen Abbildungen.
ISBN-13: 978-3954983131, 25 EUR.

Veranstaltungshighlight im neuen Jahr:
Sonntags ab drei – Eintritt frei!
21. Januar, 18. Februar, 18. März 2018, 15.30 Uhr
Offenes Atelier für Gross und Klein im Albertinum

Die Ausstellung ist auch während der Schließzeit des Albertinum vom 15. bis 19. Januar 2018 geöffnet.

Eine gemeinsame Ausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und des Ernst Barlach Hauses, Hamburg. Die Ausstellung „Kraftfelder. Carl Lohse. Die Bilder 1919/21“ war vom 2. Juli bis 12. November 2017 im Ernst Barlach Haus zu sehen.

Pressebilder- und -dossiers

das expressionistische „Empfindungsleben“ von Lohse wird hier in einem Porträt erlebbar
Carl Lohse, Empfindungsleben, 1919/21 Öl auf Pappe, Kunstsammlung Lausitz
© VG Bild-Kunst, Bonn 2017
Ansammlung von Häusern aus der Vogelperspektive
Carl Lohse, Kleine Stadt, 1920 Mischtechnik auf Leinwand, 98 x 98 cm, Albertinum
© VG Bild-Kunst, Bonn 2017
Portrait einer Frau mit unnatürlicher Gesichtsfarbe
Carl Lohse, Sie, 1920 Öl auf Pappe, 70 x 52,5 cm, Albertinum
© VG Bild-Kunst, Bonn 2017
ein Porträt von einem namenlosen Jungen in leuchtenden Farben
Carl Lohse, Junge (Blauer Junge), 1919/21 Öl auf Pappe, 71,3 x 53 cm, Albertinum
© VG Bild-Kunst, Bonn 2017
Carl Lohse, Jazzsänger,1919/21 Öl auf Leinwand, Privatbesitz
© VG Bild-Kunst, Bonn 2017
virtous und in leuchtenden Farben ein Mensch in türkis im Mittelpunkt eines gegenstandlosen Bildes
Carl Lohse, Explodierende Granate, 1919/21 Öl auf Karton auf Hartfaser, Kunsthalle Rostock
© VG Bild-Kunst, Bonn 2017, Foto: Bernd Hagedorn
Portrait eines Mannes mit kantigem und unnatürlich gefärbtem Gesicht
Carl Lohse, Roter Klang, Bildnis Ludwig Renn, 1919 Öl auf Pappe, 71,5 x 45,5 cm, Albertinum | Galerie Neue Meister
© VG Bild-Kunst, Bonn 2017
ein Besucher in rotem Pullover betrachtet den Jazzsänger von Carl Lohse, 1919/1921
ein Besucher betrachtet den Jazzsänger von Carl Lohse, 1919/1921 © VG Bild-Kunst, Bonn 2017 / SKD, Foto: David Pinzer
zwei junge Besucher (Mädchen und Junge) betrachten die Porträts von Carl Lohse
zwei Besucher betrachten Porträts Carl Lohses Albertinum Dresden
© VG Bild-Kunst, Bonn 2017 / SKD, Foto: David Pinzer
zwei Besucher betrachten den Blauen Jungen von Carl Lohse
zwei Besucher betrachten den Blauen Jungen von Carl Lohse, 1919/ Albertinum Dresden
© VG Bild-Kunst, Bonn 2017 / SKD, Foto: David Pinzer
eine Besucherin pinnt ein von Kindern gezeichntes Gemälde an die mit vielen weiteren Bildern behängte Magnetwand
Besucherin der Ausstellung im Farb_Lab Albertinum Dresden
© SKD, Foto: David Pinzer
Ausstellungsansicht mit Besuchern und Gemälden
Besucherinnen der Ausstellung Carl Lohse. Expressionist Albertinum Dresden
© VG Bild-Kunst, Bonn 2017 / SKD, Foto: David Pinzer
die Plastik, die das zweite Kind von Carl Lohse, die kleine Gerda zeigt, Blick auf eine Wand mit drei Gemälden Lohses
Ausstellungsansicht Carl Lohse. Expressionist Albertinum Dresden
© SKD, Foto: David Pinzer
ein Blick in das Farb_Labor mit verschiedenen Stationen zum Mitmachen
Farb-Labor in der Ausstellung Carl Lohse. Expressionist Albertinum Dresden
© SKD, Foto: David Pinzer
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