Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ermöglichen den Ankauf einer Arbeit von Olafur Eliasson für den Mathematisch-Physikalischen Salon

15. Oktober 2026

Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ermöglichen den Ankauf einer Arbeit von Olafur Eliasson für den Mathematisch-Physikalischen Salon

Der dänisch-isländische Künstler Olafur Eliasson (*1967 in Kopenhagen) hat ein neues Werk für den Mathematisch-Physikalischen Salon der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) geschaffen. Ab dem 16. Oktober 2026 wird die Arbeit unter dem Titel „Euphorisches Licht für den Mathematisch-Physikalischen Salon“ im weltältesten Museum für historische Uhren und wissenschaftliche Instrumente dauerhaft zu sehen sein. Dabei handelt es sich um eine Lichtinstallation in Form eines kreisrunden, leuchtenden Regenbogens. 

Möglich wurde die Erwerbung durch die 45 Stifterinnen und Stifter innerhalb des 2.600 Mitglieder starken Freundeskreises MUSEIS SAXONICIS USUI – Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden e. V. Dank ihrer Unterstützung können jährlich Ankäufe zeitgenössischer Kunst für die insgesamt 15 Museen der SKD realisiert werden. 

Nach Ankäufen unter anderem von Wolfgang Tillmans und Hito Steyerl für das Albertinum (2018 und 2022), Edmund de Waal für die Porzellansammlung (2019), Olaf Nicolai für das Grüne Gewölbe (2022), einer Elon Musk-Marionette für die Puppentheatersammlung (2024) und zuletzt der Prozession „Foot Power“ im Rahmen des Ausstellungsfestivals „William Kentridge. Listen to the Echo“ (2025) erhält in diesem Jahr der Mathematisch-Physikalische Salon ein Werk. 

Für das Museum schafft Olafur Eliasson einen zwei Meter großen Lichtkreis, der von Violett und Tiefblau bis hin zu kräftigem Rot strahlt. Im dunkelsten Raum, dem Globensaal, ist der leuchtendende Regenbogen ab sofort zu sehen. Dieser entsteht, indem das Licht einer Vollspektrum-LED auf einen prismatischen Glasring fällt. Der Ring bricht das Licht dann in die einzelnen Wellenlängen des Farbspektrums auf.

Die Installation verweist auf ein Phänomen, das in der Natur nur unvollständig wahrgenommen werden kann: Regenbögen sind physikalisch immer volle Kreise. Ihre Form bleibt unserem Blick aufgrund des Horizonts jedoch verborgen. Eliassons Werk steht damit in direkter Beziehung zu den historischen Himmelsgloben im Saal. Diese bilden den gesamten Sternenhimmel als Kugel ab und nicht nur den Ausschnitt, den wir von unserem Blickpunkt sehen können. Wie das Kunstwerk machen die Globen sichtbar, was unter dem Horizont liegt.

Olafur Eliasson beschäftigt sich in seinen Arbeiten vornehmlich mit physikalischen Phänomen in der Natur wie Licht, Wasser, Bewegung und Reflexion. In vielen Werken seines umfangreichen Œuvres geht er der Frage nach, wie Licht selbst wahrnehmbar gemacht werden kann. Dafür greift er auf optische Hilfsmittel wie Linsen, Spiegel und Prismen zurück. Berühmt wurde er etwa für „The weather project“ (2003) – eine künstliche Sonne mitten in der Turbinenhalle in der Tate Modern London. 

Olafur Eliasson: „Es könnte für ‚Euphorisches Licht für den Mathematisch-Physikalischen Salon‘ keinen besseren Ort geben als inmitten der unzähligen Welten, die im Globensaal zu entdecken sind. Ich bin beeindruckt davon, dass sich das Museum nicht der Geschichte der technologischen Innovation verschreibt, sondern vielmehr von einer fast schon künstlerischen Aufmerksamkeit geleitet wird: für Handwerkskunst, für das Wundersame und das Merkwürdige sowie für Phänomene, die sich nicht allein quantitativ fassen lassen. Mit einem Wort: Der Mathematisch-Physikalische Salon verkörpert eine gewisse Euphorie. Es ist mir eine große Freude, die Sammlung dieses wahrhaft einzigartigen Ortes um ein neues Kunstwerk zu bereichern.“

Bernd Ebert, Generaldirektor der SKD und kommissarischer Direktor des Mathematisch-Physikalischen Salons: „Ich freue mich sehr, dass es dank der Unterstützung des MSU gelungen ist, den international renommierten Künstler Olafur Eliasson für Dresden zu gewinnen. Sein Werk erzeugt eine regelrechte Sogwirkung und lädt ein, sich in den Farben des Regenbogens zu verlieren. Eliasson schlägt dabei eine Brücke zwischen historischer Sammlung und zeitgenössischer Kunst. Die historischen technischen Instrumente zur Vermessung von Raum und Zeit und der künstlerische Ansatz von Olafur Eliasson, optische Phänomene der Natur sichtbar und verständlich zu machen, zeugt von dem unermesslichen Drang, die uns umgebende Welt besser zu verstehen und in ihrer Gesamtheit zu erfassen.“

Petra von Crailsheim, Vorstandsvorsitzende, MUSEIS SAXONICIS USUI – Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden e. V.: „Wir sind überaus dankbar, dass dieses Werk von Olafur Eliasson in den Mathematisch-Physikalischen Salon einzieht. Sein ‚Euphorisches Licht‘ zeigt, was möglich wird, wenn privates Engagement neue Perspektiven eröffnet: Gemeinsam mit unseren Stifterinnen und Stiftern können wir zeitgenössische Positionen dauerhaft nach Dresden holen, die mit den historischen Sammlungen der SKD in einen Dialog treten. Ich wünsche mir, dass ‚Euphorisches Licht‘ die Besucherinnen und Besucher begeistert, ihre Neugier weckt und Gespräche über Kunst, Wissenschaft und unsere Wahrnehmung der Welt eröffnet. Vielleicht sogar inspiriert, sich selbst für die Kunst in Dresden zu engagieren.“ 

Michael Korey, Oberkonservator und stellvertretender Direktor des Mathematisch-Physikalischen Salons: „Heute ist ein wahrer Glückstag für den Mathematisch-Physikalischen Salon! Hier spielt die Optik eine zentrale Rolle: Imposante Brennlinsen und beeindruckende Spiegelteleskope prägen das Gesicht der Sammlung seit ihrer Gründung im Dresdner Zwinger im Jahr 1728. Eliassons Werk bereichert die Sammlung auch in dieser Beziehung: Es nutzt allein analoge optische Mittel, um das entrückte Phänomen des Regenbogens dem Auge näherzubringen und in brillanter Klarheit im Museum einzufangen.“

 

Am Samstag, den 17. Oktober 2026, um 14:30 Uhr und um 16 Uhr findet jeweils ein Kunstgespräch zum neuen Werk mit dem Oberkonservator Michael Korey im Mathematisch-Physikalischen Salon statt (kostenfrei, zzgl. Museumseintritt). Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung unter besucherservice(at)skd.museum zwingend erforderlich. 

Pressebilder und -dossiers

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Werkansicht „Euphorisches Licht für den Mathematisch-Physikalischen Salon“ © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Oliver Killig
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Werkansicht „Euphorisches Licht für den Mathematisch-Physikalischen Salon“ © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Oliver Killig
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Werkansicht „Euphorisches Licht für den Mathematisch-Physikalischen Salon“ © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Oliver Killig
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Werkansicht „Euphorisches Licht für den Mathematisch-Physikalischen Salon“ © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Oliver Killig
Mann mit Hut im Hintergrund Wasser und Berge
Porträt von Olafur Eliasson in Island, 2025 © 2025 Olafur Eliasson, Foto: Matteo Rapini / Studio Olafur Eliasson
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