Einladung zur Pressekonferenz „Japan auf Papier in Dresden. Utamaro, Hokusai, Hiroshige und die Grafik der Moderne“ im Kupferstich-Kabinett

18. Juni 2026

Mit der Ausstellung

Mit der Ausstellung „Japan auf Papier in Dresden. Utamaro, Hokusai, Hiroshige und die Grafik der Moderne“ stellt das Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) ab dem 26. Juni 2026 seine herausragende und bisher weitgehend unbekannte Sammlung japanischer Kunst vor. Mit mehr als 10.000 Objekten vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart gehört dieser Bestand zu den ältesten und umfangreichsten seiner Art in Europa. Präsentiert wird eine Auswahl von 160 Exponaten – darunter sowohl Werke berühmter Holzschnittkünstler wie Kitagawa Utamaro, Katsushika Hokusai und Utagawa Hiroshige als auch Arbeiten, die hier zum ersten Mal zu sehen sind. Diese besondere Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft der Botschaft von Japan.

Alltag und Mythos, Eleganz und Witz, Fantasie und Naturbeobachtung – der japanische Farbholzschnitt enthält alle Facetten des Lebens. Utamaro entwarf in feinen Linien schöne Frauengestalten, Hokusai hielt das Alltägliche mit scharfem Blick fest, Hiroshige gestaltete seine Landschaften mit innovativen Farbkompositionen und Perspektiven.

Zu Beginn der Schau wird das Publikum in die Technik des Holzschnitts eingeführt. Jedes Werk ist Ergebnis eines gemeinschaftlichen Herstellungsprozesses: Künstler, Schnitzer, Drucker und Verleger schufen zusammen die Holzschnitte, die je nach Auflage und Auftraggeber kostbare Sammlerstücke oder erschwingliche Drucke für viele sein konnten. Die Bilder und Holzschnittbücher waren somit nicht nur exklusiven Kreisen vorbehalten, sondern wurden auch zu einem wichtigen Teil der bürgerlichen Unterhaltungskultur.

Die weiteren Kapitel der Ausstellung sind den zentralen Themen des japanischen Holzschnitts gewidmet: der Darstellung von Schönheiten mit herausragenden Werken von Harunobu und Utamaro folgen Szenen und Schauspielerporträts des Kabuki-Theaters. Sie werden ergänzt durch Illustrationen zu historischen Romanen, Heldensagen und Geistergeschichten sowie Heiligenlegenden und den Landschaftsdarstellungen von Hokusai und Hiroshige.

Das Kupferstich-Kabinett sammelt japanische Kunst auf Papier seit fast 300 Jahren. Gemeinsam mit Partnern aus Japan und der Schweiz wurde dieser umfassende Bestand in den vergangenen Jahren erforscht, restauriert und digitalisiert. Für die Bearbeitung der japanischen Bestände konnte der international ausgewiesene Experte Professor Hans Bjarne Thomsen aus Zürich gewonnen werden.

Im zweiten Teil der Ausstellung wird die Bedeutung der Dresdner Sammlung als Impulsgeber für die europäische Moderne und die Kunst- und Designausbildung in Dresden um 1900 in den Blick genommen. Die japanischen Arbeiten stehen Werken internationaler Künstlerinnen und Künstler gegenüber, darunter James McNeill Whistler, Henri de Toulouse-Lautrec, Edvard Munch, Emil Orlik und Mary Cassatt: Sie ließen sich durch die japanische Kunst inspirieren – experimentierten mit grafischen Techniken, entdeckten die Ausdruckskraft der Reduktion, erforschten radikale Wege der Bildkomposition. Dieser Dialog hat die Kunst der Moderne nachhaltig geprägt und wirkt bis heute fort.

Die von der Künstlerin Ines Beyer konzipierte Ausstellungsgestaltung greift die Herkunft und Atmosphäre der gezeigten Werke auf. Traditionelle japanische Theatervorhänge, in Pfosten eingelassene Bilder und der Blick auf eine angedeutete offene Terrasse schaffen stimmungsvolle Räume, um in die Bildwelten der japanischen Farbholzschnitte einzutauchen.

Die Ausstellung wird von einem breit gefächerten Bildungs- und Vermittlungsprogramm ergänzt. Öffentliche Führungen, Workshops sowie Kuratorenführungen und Fachvorträge bieten vertiefende Einblicke. Im Studiensaal können Besucherinnen und Besucher weitere Originale aus der reichen Japan-Sammlung betrachten und an jedem Donnerstagvormittag japanische Spiele kennenlernen. Als Höhepunkte gibt es zwei besondere Feierlichkeiten im Residenzschloss: das Sternenfest Tanabata am 4. Juli 2026 und das Obon-Fest am 15. August 2026, welches den Ahnen gewidmet ist und von Tanz und Musik begleitet wird. 

Der Katalog zur Ausstellung, herausgegeben von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Petra Kuhlmann-Hodick und Hans Bjarne Thomsen, erscheint Ende Juli 2026 beim Hirmer Verlag. 320 Seiten, Museumspreis 29,90 €, Buchhandelspreis 40 €, ISBN: 978-3-7774-4727-8.

zur Ausstellung

 

Ausstellungsteam: 

Petra Kuhlmann-Hodick, Kuratorin der Ausstellung

Hans Bjarne Thomsen, Co-Kurator der Ausstellung

Liliane Wiblishauser, Kuratorische Assistenz 

Ines Beyer, Bildende Künstlerin und Ausstellungsdesignerin 

Mayumi Nishikawa, Papierrestauratorin am Kupferstich-Kabinett

Olaf Simon, Papierrestaurator am Kupferstich-Kabinett

Laufzeit

26. Juni bis 20. September 2026

Öffnungszeiten

täglich 10 bis 17 Uhr, Dienstag geschlossen

Eintrittspreise

Hausticket Residenzschloss: regulär 18 €, ermäßigt 13,50 €, Schülerinnen und Schüler (bis 20 Jahre) 2 €, Kinder bis Schuleintritt frei

Schirmherrschaft

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft der

Förderer und Sponsoren

Sponsoren

Pressebilder und -dossiers

Frau in schwarzem Kimono bückt sich über einen Waschzuber, eine Kanne in der Hand.
Henri de Toulouse-Lautrec, Elles. Femme au tub, 1896 © Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Herbert Boskwank
Landschaftszeichnung mit grauer Wolke
Utagawa Hiroshige, Acht Ansichten von Ōmi: Nachtregen über Karasaki, 1830 © Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Caterina Miksch
im Vordergrund Blumen, im Hintergrund Wasser und grüne Flächen
Utagawa Hiroshige, Hundert berühmte Ansichten von Edo: Schwertliliengarten in Horikiri, 1857 © Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Caterina Miksch
Roter Berg vor blauem Himmel mit weißem Wind.
Katsuhiko Hokusai, Der Berg Fuji bei Südwind, um 1831 © Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Herbert Boswank
Zwei Frauen in Kimonos.
Kitagawa Utamaro I: Serie: Modelle junger Frauen mit Nebelgeweben (kasumiori musume hinagata 霞織娘雛形), Blatt: Bambusjalousie (sudare no kage すだれのかげ), um 1795 © Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Herbert Boswank
dreiteiliges Bild mit mehreren Personen, zwei stehend, zwei auf einer Matte liegend
Utagawa Kunisada, Serie „Die zwölf Stunden mit dem Prinzen Genji“: Die Stundes des Hahns, 1859 © Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Caterina Miksch
Person im Kampf mit einem schwarzen, drachenähnlichen Ungeheuer
Utagawa Kuniyoshi, Einer von achthundert Helden des japanischen Suikoden: Iwanuma Kichirokurō Nobusato, um 1833 © Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Caterina Miksch
Baum ohne Äste vor grauem Hintergrund, unten links eine Person
Emil Orlik, Ein Windstoß, 1901 © Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Caterina Miksch
Tōshūsai Sharaku, Der Kabuki-Schauspieler Iwai Hanshirō IV in der Rolle der Amme Shigenoi, 1794 Tōshūsai Sharaku, Der Kabuki-Schauspieler Iwai Hanshirō IV in der Rolle der Amme Shigenoi, 1794
© Kupferstich-Kabinett, SKD, Foto: Caterina Miksch
Zeichnung einer Frau, die auf dem Boden liegt, mit einem Saiteninstrument
Yanagawa Shigenobu, Surimono: Eine Geisha begleitet ihren Gesang auf der Shamisen, um 1822/23 © Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Caterina Miksch
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