Einladung zur Pressekonferenz "Correggio. Berührend menschlich"
01. September 2026Correggio
Die Werke von Antonio Allegri, bekannt unter dem Namen seines Geburtsortes Correggio, faszinieren seit 500 Jahren. Ihre Sinnlichkeit, ihr Licht, ihre strahlende Farbigkeit und ihr lebendiger Ausdruck verleihen ihnen bis heute eine erstaunliche Präsenz. Mit der ersten großen Retrospektive außerhalb Italiens zum Gesamtwerk des Malers präsentieren die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) ein außergewöhnliches Highlight im internationalen Kulturkalender.
Neben Leonardo, Raffael und Michelangelo zählt Correggio zu den Schlüsselfiguren der italienischen Malerei des 16. Jahrhunderts. Heute ist er einem breiteren Publikum jedoch kaum bekannt. Die Dresdner Ausstellung „Correggio. Berührend menschlich“ (19.09.2026–10.01.2027) möchte das ändern. Die Gemäldegalerie Alte Meister ist dafür der ideale Ort: Mit insgesamt vier der größten Tafelgemälden von Correggio besitzt sie den weltweit umfangreichsten Bestand an Altargemälden von seiner Hand. An ihnen lässt sich seine künstlerische Entwicklung eindrucksvoll nachvollziehen.
Ausgehend von diesem einzigartigen Schatz richtet die Ausstellung ihren Fokus auf Correggios meisterhafte Darstellung von Emotionen. Seine Werke sind „berührend menschlich“ – ganz gleich, ob sie christliche Heilige oder antike Gottheiten zeigen. Durch ihre lebhafte Mimik und Gestik wirken seine Figuren auch für ein heutiges Publikum nahbar; sie lassen die Betrachterinnen und Betrachter mitfühlen.
In sieben Kapiteln bietet die Ausstellung ein umfassendes Panorama von Correggios Schaffen, welches die unterschiedlichen Facetten und Phasen seines Werks nachvollziehbar werden lässt. Insgesamt sind rund 130 hochkarätige Objekte, darunter allein 20 Gemälde und weitere 20 Zeichnungen von Correggio selbst zu sehen. Gemälde von Zeitgenossen und Künstlern, die sich von ihm inspirieren ließen, darunter Parmigianino, Peter Paul Rubens, Carlo Maratti und Anton Raphael Mengs, ergänzen die Präsentation und veranschaulichen die Strahlkraft seiner Kunst.
Leihgaben kommen aus internationalen Museen wie dem Prado in Madrid, der National Gallery in London, der Galleria Borghese in Rom, den Uffizien in Florenz oder dem Kunsthistorischen Museum in Wien. Aus dem Louvre reisen gleich zwei Hauptwerke nach Dresden, was als ein seltener Glücksfall bezeichnet werden kann: Neben „Venus und Cupido mit Satyr“ (um 1526/1528), wird Correggios „Mystische Vermählung der heiligen Katharina mit heiligem Sebastian“ (um 1525/1527) in der Ausstellung gezeigt, ein Gemälde, das seit seinem Eingang in die Sammlung noch nie außerhalb des Pariser Museums zu sehen war.
Als weiteres großes Highlight präsentiert die Ausstellung Correggios „Madonna des heiligen Sebastian“ (um 1524). Die Bildtafel konnte in den vergangenen Jahren im Schauatelier der Gemäldegalerie Alte Meister restauriert werden. Nachdem das Werk eingehend untersucht, stabilisiert, gekittet und retuschiert wurde, erstrahlt es nun wieder in seiner ursprünglichen farblichen Brillanz und rückt Correggio damit als Meister der Farbe und des Lichts in den Blick. Dem Prozess der Restaurierung und der maltechnischen Untersuchung widmet die Ausstellung ein eigenes Kapitel.
Ein weiterer Höhepunkt ist die Präsentation der „Heiligen Nacht“ (um 1528/30). Die monumentale Altartafel galt im 18. Jahrhundert als das bedeutendste Werk der Dresdner Gemäldesammlung. Hier wird sie nun zusammen mit anderen Werken gezeigt, in denen sich Correggio mit Hell-Dunkel-Effekten auseinandersetzt, sowie mit Arbeiten anderer Künstler, welche die breite Wirkungsgeschichte von Correggios berühmtestem Gemälde veranschaulichen.
Correggios grandiose Fresken an verschiedenen Orten in Parma sind ein bedeutender Teil seines künstlerischen Schaffens und dürfen in einer Überblicksschau nicht fehlen, auch wenn sie ortsgebunden sind. Zu diesem Zweck haben die SKD sie in der Kirche San Giovanni Evangelista sowie im Dom Santa Maria Assunta mithilfe einer Drohne umfassend fotografisch neu erfasst. Die Bilder konnten zu einem digitalen 3D-Modell zusammengesetzt werden, welches sich als Projektion in der Ausstellung findet. So erlebt das Publikum auf spektakuläre Weise die Kuppel-Fresken so nah wie nie zuvor.
Das Bildungs- und Vermittlungsprogramm zur Ausstellung umfasst neben Führungen und Kunstgesprächen einen Vortrag von Prof. Dr. David Ekserdjian, dem international anerkanntesten Correggio-Experten, am 21. September 2026. Wer, inspiriert von den Werken Correggios, selbst künstlerisch aktiv werden möchte, hat die Möglichkeit an einem Workshop zur Einführung in die Ölmalerei teilzunehmen. In der Adventszeit stimmt außerdem das Familienprogramm „Engel, Licht und Heilige Nacht“ auf die Feiertage ein.
Begleitend zu „Correggio. Berührend menschlich“ ist ab 20. September 2026 die Ausstellung „Fühlst du’s?“ im Semper-Kabinett der Gemäldegalerie Alte Meister zu sehen. Sie widmet sich dem Thema Emotionen und rückt Gefühle als Zugang zu Kunst in den Blick. Kuratiert wurde sie gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Universitätsschule Dresden und richtet sich vorrangig an Kinder und Jugendliche. Die Eröffnung findet am Samstag, den 19. September 2026, 18 Uhr im Café Algarotti im Semperbau in Anwesenheit der Schülerinnen und Schüler statt. Vertreterinnen und Vertreter der Presse sind dazu herzlich eingeladen. Hierfür bitten wir um Anmeldung unter presse(at)skd.museum.
Der Katalog zur Ausstellung „Correggio. Berührend menschlich“, herausgegeben von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, erscheint in deutscher und englischer Sprache bei Sandstein Kultur. Er umfasst etwa 448 Seiten. Die Museumsausgabe kostet 38 €, der Buchhandelspreis liegt bei 50 €, ISBN: 978-3-95498-934-8.
Laufzeit: 19. September 2026 bis 10. Januar 2027, Semperbau am Zwinger
Öffnungszeiten: täglich 10—17 Uhr, Montag geschlossen
Sonderöffnung im Advent (27. November bis 30. Dezember 2026): Freitag bis Sonntag 10—18 Uhr
Eintritt: Zeitticket für die Sonderausstellung: regulär 14 €, ermäßigt 10,50 €, Schülerinnen und Schüler (unter 20 Jahre) 2 €, Kinder bis Schuleintritt frei
Kombiticket (Zeitticket für die Sonderausstellung und alle anderen Ausstellungsbereiche der Gemäldegalerie Alte Meister): regulär 23 €, ermäßigt 17,50 €, Schülerinnen und Schüler (unter 20 Jahre) 4 €, Kinder bis Schuleintritt frei
Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft der
Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft der Italienischen Botschaft in Berlin
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