Einladung zum Pressegespräch: Porzellansammlung und Grünes Gewölbe zeigen Highlights aus dem Kaiserlichen China
27. März 2026Die Präsentation
Die Präsentation „Im Fokus: Drei seltene Schätze des Kaiserlichen Chinas“ (01.04.2026–29.06.2026) zeigt Objekte unterschiedlicher kaiserlicher Dynastien aus den Beständen des Grünen Gewölbes und der Porzellansammlung im Sponsel-Raum des Residenzschlosses. Die Ru-Schale, die sogenannte Drachenvase und ein kaum fünf Zentimeter großes Schnupftabaksfläschchen stehen exemplarisch für die Ästhetik und die herausragende Kunstfertigkeit ihrer Zeit. Zugleich gilt die Ru-Schale als eines der schönsten, äußerst seltenen keramischen Erzeugnisse der Song-Dynastie (960-1279) und als Krönung einer Sammlung chinesischer Kunst.
Die Objekte der Porzellansammlung standen in den letzten Wochen im Fokus der Öffentlichkeit. Was ihre Besonderheit ausmacht, soll nun dem Publikum vorgestellt werden.
Die Porzellansammlung der SKD bewahrt die größte Sammlung frühneuzeitlichen Porzellans aus China und Japan außerhalb Asiens – einen Querschnitt dessen, was im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert in Europa gesammelt wurde. Der historische Kern der kurfürstlich-königlichen Sammlung Augusts des Starken und Augusts III. wurde ab Mitte des 19. Jahrhunderts durch Tausch und Kauf um Keramiken aus aller Welt erweitert, darunter auch die Ru-Schale und die Drachenvase.
Ursprünglich exklusiv für den chinesischen Kaiserhof geschaffen, handelt es sich um herausragende Zeugnisse chinesischer Keramikkunst, wie sie zu augusteischer Zeit in Dresden unbekannt war. Erst im frühen 20. Jahrhundert konnten solche kaiserlichen Stücke von europäischen Sammlern erworben werden. Zugleich gilt die Ru-Schale als eines der schönsten, äußerst seltenen keramischen Erzeugnisse der Song-Dynastie (960-1279) und als Krönung einer Sammlung chinesischer Kunst.
Zusammen mit dem Schnupftabaksfläschchen aus dem Grünen Gewölbe präsentieren die SKD damit drei außergewöhnlich seltene und kostbare chinesische, kaiserliche Artefakte aus unterschiedlichen Dynastien. Das kleine Schnupftabaksfläschchen ist ein Original aus den kaiserlichen Werkstätten der chinesischen Qing-Dynastie, wo unter europäischem Einfluss neue Emailtechniken entstanden und solche Gefäße zu begehrten Luxusobjekten wurden. Diese herausragenden Stücke stehen exemplarisch für die Ästhetik und die herausragende Kunstfertigkeit ihrer Zeit.
In einer kürzlich geschlossenen Vereinbarung mit dem Palastmuseum Hongkong haben sich die SKD dafür ausgesprochen, ihre Bestände ostasiatischer Kunst zukünftig intensiver mit Expertinnen und Experten der Palastmuseen in Hongkong und Peking zu untersuchen. Die Präsentation „Im Fokus: Drei seltene Schätze des kaiserlichen Chinas“ macht sichtbar, dass gegenseitiger Respekt, sowie das künstlerische und wissenschaftliche Streben nach Präzision in höchstem Maße China und Deutschland verbindet (siehe Medieninformation vom 23. März 2026).
Zur Ru-Schale:
Die auf den ersten Blick unscheinbare kleine Schale aus glasiertem Steinzeug aus der nördlichen Song-Dynastie (960–1127) gehört zu den seltensten und kostbarsten Objekten der chinesischen Keramik. Das rund 900 Jahre alte Gefäß diente als Pinselwaschschale und zählt zu nur 89 bekannten Ru-Keramiken weltweit; zugleich ist es das einzige Beispiel dieser Art in Deutschland. Es war Teil einer Privatsammlung, die die Porzellansammlung in den 1920er-Jahren erwarb. Benannt sind diese ersten exklusiv für den chinesischen Kaiserhof gefertigten Keramiken nach ihrem Herkunftsort, der Ru-Präfektur in der nördlichen Provinz Henan.
Die Produktion kaiserlicher Ru-Keramiken dauerte nur etwas mehr als 20 Jahre und endete, als die Nördliche Song-Dynastie im Jahr 1126 nach Süden verdrängt wurde. Die wenigen hergestellten und geretteten Stücke avancierten bald zu mythisch aufgeladenen Erinnerungen an die frühere Größe des Reiches und gelten heute als Krönung jeder Sammlung chinesischer Keramik.
Das perfekt erhaltene Dresdner Schälchen besticht durch eine außergewöhnliche schlichte Eleganz. Ihre sanft schimmernde, fein kraquelierte Glasur in einem besonders schönen bläulich-grünen Ton erinnert an winterliche Farben und aufbrechendes Eis.
Zur Drachenvase:
Die sogenannte Drachenvase wurde für den Hof des Kaisers Qianlong (reg. 1735–1795)gefertigt. Bemalt mit neun Drachen, die in leuchtenden Farben über Meer und Himmel aufsteigen, gehört das monumentale Stück zu den seltensten Meisterwerken der kaiserlichen Porzellankunst der Qing-Dynastie. Ihr dynamisch wirkender Dekor vereint technische Perfektion mit einer reichen symbolischen Bedeutung und spiegelt die Pracht sowie die politischen Ideale des Hofes unter Kaiser Qianlong wieder.
In der chinesischen Kultur steht die Zahl Neun (jiu) auch für „Ewigkeit“, während der Drache das wichtigste Symbol kaiserlicher Macht darstellt. Das Motiv der neun Drachen verweist daher auf den Wunsch nach einer ewigen Herrschaft. Auf dieser Vase erscheinen die Drachen zwischen Wellen und Wolken, zwei Elemente, die traditionell mit diesen mythischen Wesen verbunden sind. Zwischen den Wolken fliegen rote Fledermäuse. Im Chinesischen klingt das Wort für Fledermaus (fu) gleich wie das Wort für „Glück“ oder „Segen“. Am Fuß und unter dem Rand verläuft ein Band aus herzförmigen Ruyi-Köpfen, die auf den Ruyi-Zepter und den Lingzhi-Pilz zurückgehen. Diese Symbole stehen nach daoistischen Vorstellungen für Unsterblichkeit und die Erfüllung von Wünschen.
Mit kaiserlichen Symbolen geschmückte Gefäße dieser Art dienten häufig als kostbare Geschenke für hochrangige Würdenträger. Wie die Ru-Schale gelangte auch die Drachenvase im 20. Jahrhundert in die Porzellansammlung.
Zum Schnupftabaksfläschchen:
Das zierliche Schnupftabaksfläschchen galt lange Zeit als eine europäische Arbeit im chinoisen Stil. Erst 2013 wurde es als seltenes und frühes Beispiel chinesischer Emailkunst der Qing-Dynastie erkannt. Es gelang, seine Herkunft aus den kaiserlichen Palastwerkstätten in Peking nachzuweisen, in denen ausschließlich Werke höchster Qualität für den Kaiserhof gefertigt wurden.
Die Palastwerkstätten erlebten unter den Kaisern Kangxi (reg. 1661–1722) und seinem Sohn Yongzheng (reg. 1723–1735) eine Phase bedeutender künstlerischer und technologischer Neuerungen. Durch Jesuiten waren seit dem Ende des 17. Jahrhunderts Emailobjekte aus Europa als Geschenke an den Kaiserhof gelangt, wo sie große Bewunderung hervorriefen. Der kunstsinnige Kangxi-Kaiser ließ daraufhin gezielt europäische Künstler anwerben, die mit den Techniken vertraut waren, und förderte so deren Weiterentwicklung in China.
Der Gebrauch von Schnupftabak, dem man heilende Wirkung zusprach, war von europäischen Missionaren, Gesandten und Händlern in China eingeführt worden. Da sich die in Europa üblichen großen Tabatieren im feuchteren Klima Chinas als unpraktisch erwiesen, setzte sich bald die Verwendung kleiner, dicht verschließbarer Flakons durch. Besonders unter Kaiser Qianlong (reg. 1735–1796) entstanden sie in großer Vielfalt an Formen und Dekoren und entwickelten sich zu begehrten Sammelobjekten.
Wir möchten Ihnen die Präsentation vorstellen und bitten um Anmeldung bis Dienstag, den 31. März 2026, 15 Uhr unter presse(at)skdmuseum.info.