Einladung zum Pressegespräch „Kader Attia: Le Sacre du Printemps – Am Vorabend des Krieges“
29 Oktober 2026Die Ausstellung „Kader Attia
Die Ausstellung „Kader Attia: Le Sacre du Printemps – Am Vorabend des Krieges“ im Archiv der Avantgarden – Egidio Marzona (ADA) der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ist in Zusammenarbeit mit dem Künstler Kader Attia (*1970) entstanden. Ausgehend von Igor Strawinskys berühmtem Ballett „Le Sacre du Printemps“, das 1913 in Paris uraufgeführt wurde, wirft die Präsentation einen kritischen Blick auf die Verbindungen zwischen den historischen Avantgarden – wie Kubismus, Futurismus und Expressionismus – und der Wirkungsgeschichte des Ersten Weltkriegs.
Das Ballett besteht aus zwei Teilen: Verehrung der Erde und Das Opfer. Es zeigt ein fiktives Ritual, bei dem eine junge Frau geopfert wird, um den Frühling als Sinnbild des neuen Lebens zu feiern. Die Ausstellung gliedert sich daran angelehnt in zwei Teile und zeigt durch historische Objekte aus der Sammlung des ADA zeitliche Parallelen zum Ersten Weltkrieg auf. Sie stellt eine Verbindung zwischen dem Tod des Mädchens und den jungen Soldaten her, die massenhaft an den Fronten ihr Leben ließen. So wird auch der Begriff der Avantgarde selbst thematisiert, dessen Ursprung im Militär liegt und der weit über seine kunsthistorische Bedeutung hinausweist.
Die Präsentation im Blockhaus – von 1851 bis 1918 Königlich-Sächsisches Kriegsministerium und seit 2024 Sitz des ADA – zeigt etwa 120 Objekte aus den Beständen des Archivs, u. a. Werke von Hans Arp, Umberto Boccioni und Wassily Kandinsky. Sie treten in einen Dialog mit den Holzbüsten, Collagen und Videoarbeiten von Kader Attia. Diese beschäftigen sich mit den physischen und psychischen Auswirkungen des Krieges und werfen die Frage auf, was Gesellschaften unternehmen, um die hinterlassenen Wunden zu heilen.
Kader Attia ist ein multidisziplinär arbeitender Künstler, dessen Praxis aus der gelebten Erfahrung zweier kultureller Kontexte hervorgeht: dem algerischen und dem französischen. Er wurde 1970 in Dugny, Frankreich, geboren und lebt und arbeitet heute in Berlin und Paris. Zudem unterrichtet er als Professor für Zeitbezogene Medien an der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK). Aus seiner Position des kulturellen Dazwischen heraus untersucht er die geopolitischen Verflechtungen, die in den Geschichten von Kolonialismus, Aneignung und kultureller Überlagerung begründet liegen. Im Zentrum seiner Arbeit stehen dabei kollektive Traumata sowie das von ihm entwickelte Konzept der „Reparatur“ als ästhetische, politische und ethische Kategorie.
Im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung findet ein Gespräch mit dem Künstler Kader Attia statt. Zudem befassen sich Veranstaltungen in ADA-spezifischen Formaten mit den Inhalten der Ausstellung. Besonders hervorzuheben sind die Tiny Desk Lectures, mit Beiträgen lokal verorteter sowie internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Darüber hinaus laden kostenfreie, öffentliche Rundgänge dazu ein, die ausgestellten Werke gemeinsam zu erleben.
Laufzeit: 5. November 2026 bis 21. März 2027
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag, 15 – 19 Uhr, Samstag und Sonntag, 11 – 18 Uhr
Eintritt: regulär 5 €, ermäßigt 4 €, Schülerinnen und Schüler (unter 20 Jahren) 2 €, Kinder bis Schuleintritt frei