Bühne ohne Grenzen. Experimente im erweiterten Raum.

28. August 2026

Bühne ohne Grenzen

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) und die Technische Universität Dresden (TUD) präsentieren mit „Bühne ohne Grenzen. Experimente im erweiterten Museum“ ein gemeinsames Forschungsprojekt, das reales Sammlungsgut und digitale Inszenierung zu einer neuen Erlebniswelt vereint. Ehemals bewegliche Objekte der Puppentheatersammlung wie Marionetten werden mit Hilfe digitaler Technik wieder zum Leben erweckt. Eine historische, fünf mal fünf Meter große Theaterbühne bildet den Mittelpunkt des Experimentierraumes auf der Sonderausstellungsfläche.  

Grundlage von „Bühne ohne Grenzen“ ist das seit Januar 2024 laufende Forschungsprojekt ANIMA, das gemeinsam mit dem Immersive Experience Lab der TUD, der Gesellschaft für Technische Visualistik und cura3D durchgeführt wird. Die Puppentheatersammlung erweitert damit ihre eigenen Grenzen: Wenn Objekte in eine museale Sammlung aufgenommen und damit erhalten werden, bleibt ihre ursprüngliche Funktion – in diesem Fall die Animation durch die Puppenspielerinnen und -spieler – oft unsichtbar. Dank digitaler Technik werden sie wieder erlebbar.

Mit der Marionettenbühne war die Schausteller-Familie Ritscher seit den 1930er Jahren durch Sachsen getourt. Sie wurde in Gasthöfen aufgebaut, zum Beispiel im Kretscham von Niederoderwitz. Solche Gastwirtschaften waren gleichzeitig der Ortsgerichtshof. Der noch gut erhaltene Saal des 1894 erbauten Kretschams wurde eigens für das Projekt digitalisiert und virtuell in die Sonderausstellungsfläche im Kraftwerk Mitte projiziert. Kombiniert mit historischen Filmaufnahmen wird das Publikum von heute in den 15. August 1959 versetzt, als Ritschers genau dort das Stück „Gräfin Cosel“ aufführten.

Die Besucherinnen und Besucher tauchen gemeinsam in diese digitale Ebene ein. In Kleingruppen erfahren sie mehr zum Leben der Familie Ritscher und deren Spielkunst. Anschließend darf die Bühne mithilfe digitaler Ergänzungen von allen Seiten selbst erkundet werden. Auf einem „virtuellen Spielplatz“ werden sie außerdem selbst aktiv, indem sie eigens für den Experimentierraum digitalisierte Marionetten aus dem Bestand der Ritschers in Bewegung bringen. 

Vom 5. September bis zum 17. Dezember 2026 wird es eine Testphase geben, in der Besuchende donnerstags um 14 und 16 Uhr einen Probelauf absolvieren können, den sie anschließend mit dem Projektteam auswerten. Voraussetzung ist eine Anmeldung unter: https://shop.skd.museum/puppentheatersammlung-buehne-ohne-grenzen.html

Bernd Ebert, Generaldirektor der SKD „Als bedeutende Forschungseinrichtung arbeiten die SKD auf vielfältige Weise eng und erfolgreich mit der TU Dresden zusammen. Das in Kooperation zwischen dem Immersive Experience Lab der TU Dresden und der Puppentheatersammlung entwickelte Projekt „Bühne ohne Grenzen. Experimente im erweiterten Museum“ gibt vor allem auch durch die Nutzung aktueller Technologien wichtige neue Impulse für die lebendige Vermittlung unserer Inhalte.“

Matthew McGinity, Professor für Gestaltung Immersiver Medien, TUD „Im Mittelpunkt dieses Projekts steht die Idee eines ‚experimentellen Museums‘. Ziel ist es, eine lebendige Experimentier- und Lernumgebung zu schaffen, in der Studierende und Forschende gemeinsam mit den Expertinnen und Experten neue Ansätze für das Kuratieren, Bewahren und Präsentieren von Museumssammlungen entwickeln und testen. Entscheidend ist, einen Raum zu schaffen, der praxisnahes Lernen, interdisziplinären Austausch, Mut zu neuen Ideen und kreatives Ausprobieren ermöglicht. Wir hoffen, dass dieses Projekt den Auftakt für eine langfristige und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Institutionen bildet.“

Kathi Loch, Direktorin der Puppentheatersammlung „Aus Sammlungsperspektive beschäftigt uns immer wieder die Frage, wie wir die Objekte nicht nur bewahren, sondern auch ihre Funktion und ihre Geschichte erfahrbar machen können. Die Zusammenarbeit mit dem Forschungsprojekt ANIMA eröffnet uns dafür spannende Möglichkeiten: Wir können aktuelle digitale Technologien nutzen, um die Puppen wieder in Bewegung und in ihren ursprünglichen Kontext zu bringen. Gemeinsam wollen wir herausfinden, wo digitale Technologien einen echten Mehrwert bieten und wie sich das digitale und das analoge Museumserlebnis produktiv ergänzen können – immer mit dem Ziel, unseren Besucherinnen und Besuchern einen neuen, unmittelbaren Zugang zu unserer Sammlung zu ermöglichen.“

Pressebilder und -dossiers

Menschen mit VR Brillen vor einer Bühne
Bühne ohne Grenzen © IXLAB
Person mit VR Brille vor einer Marionette
Bühne ohne Grenzen © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Andreas Diesend
Animation eines Raumes mit einer Präsentation in der Mitte
Bühne ohne Grenzen – Experimente im erweiterten Museum (Visualisierung) © IXLAB
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