500 seltene chinesische Zeichnungen aus den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden im Ningbo Museum in China zu sehen
01. Juli 2026500 seltene chinesische Zeichnungen aus den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden im Ningbo Museum in China zu sehen
Vom 1. Juli bis zum 1. November 2026 präsentiert das Ningbo Museum in der ostchinesischen Provinz Zhejiang sogenannte Exportmalerei aus den Sammlungen des Museums für Völkerkunde Dresden. Die farbigen Pinselzeichnungen kehren damit vorübergehend an den Ort zurück, an dem sie entstanden sind. Sie gehören zu jenen seltenen Bildbeständen, die heute in China selbst kaum mehr nachweisbar sind. Unter dem Titel „Einblick und Resonanz: Szenen östlichen Lebens in Exportmalereien aus Ningbo im 19. Jahrhundert“ gibt die Ausstellung Einblicke in den Alltag dieser Zeit. Die Zeichnungen auf Papier dokumentieren detailliert Handel und Gewerbe, Arbeitswelten und Bräuche.
Bei den Blättern handelt es sich um eine Auswahl von 50 Heften aus einer 90 Ausgaben umfassenden Sammlung des in Ningbo ansässigen Deutschen Paul Georg v. Möllendorff (1847–1901). 1958 schenkte seine Tochter, Emma von Seckendorff, dem Museum für Völkerkunde Dresden 20 Exemplare und 1960 kaufte das Museum den restlichen Teil.
Die nun eröffnete Ausstellung ist ein Bestandteil der seit 2025 bestehenden Kooperation zwischen den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) und den Kooperationspartnern in Ningbo: dem Ningbo Research Centre for the Study of Maritime Silk Road Culture der Zhejiang Wanli University (Ningbo Forschungszentrum für die Kultur der maritimen Seidenstraße der Zhejiang Wanli Universität) und dem Ningbo Museum. Ziel ist es, die Alben aus den SKD zu digitalisieren und zu katalogisieren. Bereits im letzten Jahr hatte das Museum für Völkerkunde Dresden dafür Digitalisate der Hefte an die chinesischen Kooperationspartner sowie an das Stadtarchiv Ningbo übermittelt. An der Ausstellungseröffnung im Ningbo Museum nehmen der Generaldirektor der SKD, Bernd Ebert, der Direktor der Völkerkundemusen in Leipzig, Dresden und Herrnhut, Lars-Christian Koch, sowie die Direktorin des Münzkabinetts (Interimsdirektorin der Völkerkundemuseen bis 10/2025), Sylvia Karges, teil.
Die nächste Station seiner Chinareise führt Bernd Ebert nach Peking, wo er einen Kooperationsvertrag mit dem Palastmuseum unterzeichnet.
Bernd Ebert, Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden:
„Die Präsentation der Dresdner Sammlung in Ningbo bietet den SKD die Gelegenheit, der chinesischen Gesellschaft etwas zurückzugeben, das vor Ort verloren ist und eine wichtige kulturhistorische Quelle darstellt.“
Sylvia Karges, Direktorin Münzkabinett (Interimsdirektorin der Völkerkundemuseen bis 10/2025): „Diese Ausstellung verbindet Institutionen, Städte und Menschen in besonderer Weise. Sie erinnert daran, dass kulturelles Erbe im gemeinsamen Forschen, Bewahren und Zeigen seine tiefere Bedeutung entfaltet. Unseren Partnern in Ningbo gilt dafür unsere aufrichtige Dankbarkeit. Ihrem Vertrauen, ihrer Gastfreundschaft und ihrem außerordentlichen Engagement verdanken wir, dass dieses Projekt Wirklichkeit werden konnte.“
Lars-Christian Koch, Direktor der Völkerkundemuseen in Leipzig, Dresden und Herrnhut: „Dieses Projekt zeigt, dass eine intensive gemeinsame Forschung zu Objekten in den Sammlungen der SKD, und hier besonders im Museum für Völkerkunde Dresden, in vielen Bereichen einen völlig neuen Blick auf Geschichte und Gegenwart gemeinsamer Kulturbeziehungen zulässt. Wir schauen mit Zuversicht in die Zukunft und hoffen auf eine weitere Zusammenarbeit, denn die Sammlungen bergen viel Potenzial.“
Informationen zur Ausstellung
1. Juli bis 1. November 2026
Zur Website des Museums