500 Jahre Kurfürst August von Sachsen – Staatliche Kunstsammlungen Dresden feiern den Gründungsvater der Institution
24. Juli 2026500 Jahre Kurfürst August von Sachsen – Staatliche Kunstsammlungen Dresden feiern den Gründungsvater der Institution
August von Sachsen (1526–1586), Kurfürst seit 1553, war einer der bedeutendsten mitteleuropäischen Herrscher der Renaissance. Um 1560 gründete er die Kunstkammer im Dresdner Residenzschloss und legte damit den Grundstein für die kurfürstlichen Sammlungen, die – bewahrt, gepflegt und ausgebaut von seinen Nachfolgern – heute das Fundament der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) bilden. Augusts Sammelleidenschaft prägt die Museen des Verbundes bis heute – von Elfenbeinkunst und Goldschmiedearbeiten über hochwertige Gartengeräte und Werkzeuge bis hin zu astronomischen Instrumenten. Am 31. Juli 2026 jährt sich sein Geburtstag zum 500. Mal.
Im Jubiläumsjahr organisiert der Mathematisch-Physikalische Salon im Verbund mit anderen Museen der SKD mehrere Themenführungen und eine internationale Tagung. Außerdem widmet sich die Herbstausgabe der Dresdener Kunstblätter dem sächsischen Herrscher.
Seit April und noch bis Dezember werden faszinierende Objekte und ihre Geschichten im Rahmen von Themenführungen in den Fokus gerückt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen im Grünen Gewölbe, in der Rüstkammer, in der Gemäldegalerie Alte Meister sowie dem Mathematisch-Physikalischem Salon Highlights der Sammlungen Kurfürst Augusts vor. Der nächste Termin findet am 30. Juli 2026, dem Vorabend des Geburtstages, im Mathematisch-Physikalischen Salon statt und widmet sich dem Horoskop des Herrschers. Im Hauptstaatsarchiv können Besucherinnen und Besucher am 7. Oktober 2026 Einblicke in die Regierungsarbeit des 16. Jahrhunderts erhalten und vom Kurfürsten persönlich verfasste Briefe und von ihm gezeichnetes Kartenmaterial einsehen.
Unter dem Titel „Wissen, Repräsentation und Herrschaftspraxis am Hof Kurfürst Augusts von Sachsen (1526–1586). 500 Jahre und viele offene Fragen“ findet in der Zeit vom 4. bis zum 6. Oktober 2026 eine internationale Tagung statt. Der Mathematisch-Physikalische Salon veranstaltet diese gemeinsam mit den Professuren für Geschichte der Frühen Neuzeit an den Universitäten in Dresden, Leipzig und Münster. Als der einflussreichste protestantische Reichsfürst sowie Sammler und Anwender wissenschaftlicher Instrumente und technischer Werkzeuge ist August von Sachsen seit Generationen Gegenstand politik- wie kunsthistorischer Geschichtsschreibung. Die Tagung setzt sich daher zum Ziel, objekt- und sammlungsbezogene Forschung mit den methodischen Innovationen der Wissensgeschichte zu verbinden und etablierte Geschichtsbilder des Kurfürsten (‚Vater August‘, ‚Friedensfürst‘, ‚Begründer der Kunstkammer‘) zu hinterfragen. Augusts Tätigkeiten als Landvermesser und Gärtner werden ebenso diskutiert wie sein Engagement in der Alchemie, Mineralogie und Himmelskunde.
Die Tagung wird am 4. Oktober 2026, 18 Uhr mit einem öffentlichen Abendvortrag zum Thema „Augustus Churfürst – Über die Erfindung eines Fürsten“ von Prof. Dr. Hannes Ziegler, Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit an der TU Dresden, in der Schlosskapelle eröffnet und findet am 5. und 6. Oktober im Dresdner Zwinger und im Residenzschloss statt. Abendvortrag und Tagung sind für ein interessiertes Publikum nach Voranmeldung offen.
Für das im Oktober 2026 im Sandstein Verlag erscheinende Heft der Dresdener Kunstblätter haben sich Expertinnen und Experten mit Augusts Sammlungen auseinandergesetzt. Die Publikation präsentiert August unter anderem als passionierten Jäger, Auftraggeber luxuriöser Turniergeräte sowie frommen Lutheraner.