Wandteppich kehrt ins Residenzschloss zurück

07. Juli 2022

Eine gemeinsame Medieninformation des Sächsischen Staatsministerium der Finanzen und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Eine gemeinsame Medieninformation des Sächsischen Staatsministerium der Finanzen und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Wandteppich „Die Ohnmacht der Esther“ kehrt nach fast 80 Jahren ins Dresdner Residenzschloss zurück

Der kulturhistorisch bedeutsame Wandteppich „Die Ohnmacht der Esther“ ist fast 80 Jahre nach seinem spurlosen Verschwinden wieder ins Dresdner Residenzschloss zurückgekehrt. Die etwa 16 Quadratmeter große Tapisserie hatte Napoleon Bonaparte im Jahre 1809 dem sächsischen König Friedrich August I. geschenkt. Einst im großen Speisesaal des Residenzschlosses beherbergt, haben Finanzminister Hartmut Vorjohann und Dr. Marius Winzeler, Direktor des Grünen Gewölbes und der Rüstkammer, „Die Ohnmacht der Esther“ heute erstmals wieder der Öffentlichkeit vorgestellt.

Sachsens Finanzminister Hartmut Vorjohann betonte: „Mit der Tapisserie „Die Ohnmacht der Esther“ ist ein über 200 Jahre altes Stück Kunstgeschichte zurück nach Sachsen gekommen, das durch die Wirren des Zweiten Weltkrieges als verschollen galt. Ich freue mich sehr, dass diese wertvolle und lang vermisste Tapisserie wieder zurück in ihrer Heimat, dem Residenzschloss ist. Mein besonderer Dank gilt neben den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden dem Auktionshaus Christie’s, das uns bei der Rückführung an den Freistaat unterstützt hat.“

Dr. Marius Winzeler, Direktor des Grünen Gewölbes und der Rüstkammer, ergänzte: „Die trotz ihrer bewegten Geschichte erstaunlich farbenprächtig erhaltene Tapisserie ist ein textiles Meisterwerk der Pariser Hofkunst. Als luxuriöses Geschenk Napoleons erinnert sie an eine herausragende Episode der sächsisch-französischen Verbindungen, die die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden damit als wichtige Facette europäischer Kulturgeschichte im Residenzschloss wieder sichtbar machen können – zuerst in einer Sonderausstellung im Sponsel-Raum des Neuen Grünen Gewölbes, später dauerhaft im Bereich der Paradezimmer, wo Napoleon als einziger Kaiser tatsächlich übernachtet hat.“

Als Geschenk Napoleon Bonapartes an den sächsischen König Friedrich August I. im Jahr 1809 präsentierte sich die Tapisserie „Die Ohnmacht der Esther“ mehrere Jahrzehnte zusammen mit anderen Tapisserien im großen Speisesaal des Dresdner Residenzschlosses. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und damit auch dem Ende der Monarchie in Sachsen ging ein Teil des Vermögens als Teil der Ausstattung des großen Speisesaals des Residenzschlosses an den Freistaat über.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Tapisserie mit weiteren Gobelins im Sommer 1943 nach Schloss Schleinitz bei Meißen gebracht. Dort lagerte sie bis zum Ende des Krieges. Danach verschwand sie spurlos und galt seitdem als verschollen.

Im September 2020 nahm die Abteilung für Provenienzforschung und Restitutionsfragen des Auktionshauses Christie´s erstmals Kontakt mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden auf, nachdem ein Kunde die Tapisserie in eine Auktion einliefern wollte. Aufgrund deutlicher Indizien auf eine Herkunft aus dem Dresdner Residenzschloss wurde das Sächsische Finanzministerium mit der Prüfung und Geltendmachung der Rechte des Freistaates Sachsens tätig. Nach intensiven Verhandlungen gelang eine Einigung über die Rückführung der Tapisserie an den Freistaat Sachsen.

Seit Juni 2021 wird die Tapisserie „Die Ohnmacht der Esther“ untersucht, fachgerecht gereinigt und restauriert.

Pressebilder und -dossiers

Ein Wandteppich zeigt eine Frau, die in Ohnmacht fällt und mehrere Personen um sie herum
Tapisserie "Die Ohnmacht der Esther" © SIB, Foto: Herbert Boswank
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