Sammlung und Aufbruch – SKD stellen Jahresthema und Programm 2023 vor

04. November 2022

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Jahrespressekonferenz Staatliche Kunstsammlungen Dresden, 4.11.2022
Jahrespressekonferenz Staatliche Kunstsammlungen Dresden, 4.11.2022

Sammlung und Aufbruch – Staatliche Kunstsammlungen Dresden stellen Jahresthema und Programm 2023 vor

Im Rahmen ihrer Jahrespressekonferenz gaben die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) heute ihre Ausstellungshighlights 2023 bekannt.

Thematisch wird das kommende Jahr in den SKD durch das Motto „Sammlung und Aufbruch“ bestimmt.

In der Kunsthalle im Lipsiusbau geht die Tschechische Saison in ihr großes Finale. Die Ausstellung „Alle Macht der Imagination“ (25.02.–9.07.2023) versammelt Werke von ca. 45 Künstler*innen verschiedener Generationen und Genres. Mit František Kupkas abstrakten Gemälden, einer monumentalen Arbeit von Magdaléna Jetelová oder einer Lichtskulptur aus tausenden von Glühbirnen von Krištof Kintera begegnen sich hier klassisch-moderne Kunst und zeitgenössische Positionen auf spektakuläre Art und Weise.

Anlässlich des 350. Geburtstages von Rosalba Carriera widmet sich die Gemäldegalerie Alte Meister mit der Ausstellung „Elegante Begegnungen. Rosalba Carriera – Perfektion in Pastell“ (9.06.–24.09.2023) der venezianischen Pastellmalerin. Carriera, die zu den berühmtesten Porträtistinnen ihrer Zeit gehörte, feierte mit ihrer Pastellmalerei europaweit Erfolge. Dresden besitzt mit 73 Pastellen das weltweit größte Konvolut der Carriera. Parallel richtet eine kleine Kabinett-Ausstellung den Blick auf weitere Künstlerinnen, die bislang eher ein Schattendasein neben den großen Namen der Kunstgeschichte führten, obwohl sie sich in einem damals von Männern dominierten Berufsfeld behaupten konnten. In dieser konzentrierten Schau mit dem Titel „Aus dem Schatten. Künstlerinnen vom 16. bis 18. Jahrhundert“ (12.05.-12.11.2023) stehen Werke von Lavinia Fontana, Marietta Robusti, Theresa Concordia Maron und Angelika Kauffmann im Fokus.

In „Ferne, so nah. Künstler, Künstlerinnen und ihre Reisen“ (8.07.–8.10.2023) werden anhand von über 100 Werken die Reiseerfahrungen von Kunstschaffenden aus der Renaissance bis zur frühen Neuzeit im Kupferstich-Kabinett beleuchtet. Um ferne Orte zu erkunden oder berufliche Chancen wahrzunehmen, nahmen Künstlerinnen und Künstler wie Albrecht Dürer, Angelika Kauffmann und Zacharias Wagner Strapazen auf sich und verarbeiteten unterwegs, am Destinationsziel sowie zurück in der Heimat die gesammelten Eindrücke in Form von Zeichnungen, Skizzen und Grafiken. Die Ausstellung entsteht in internationaler Zusammenarbeit mit der Katrin Bellinger Collection, London.

Ab dem 15. Juli verwandelt sich das Erdgeschoss des Japanischen Palais zum „Museum der Unschuld“ (15.07.2023–25.02.2024). Die Ausstellungsreihe mit weiteren Stationen in Prag und München ist eine Kooperation mit dem Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk. „Das Museum der Unschuld“ ist der Titel seines 2008 erschienenen Romans und gleichzeitig der Name eines vom Autor konzipierten Museums im Herzen von Istanbul. Mit Installationen, Erinnerungen und Objekten des Alltags rekonstruierte er auf Basis seines Buches das Leben des Liebespaars Kemal und Sibel in Istanbul in der Zeit von 1975 bis 1985.

Exponate des über Jahrhunderte gewachsenen und gepflegten Reliquienschatzes des Prager St.-Veits-Doms bilden das Herzstück der Ausstellung „Fragmente der Erinnerung. Der Schatz des Prager Veitsdoms“ in der Kunsthalle im Lipsiusbau (9.09.2023–28.01.2024). Unter dem Thema des Glaubens und Erinnerns werden den Reliquien Fotografien von Josef Koudelka, das keramische Werk Edmund de Waals sowie der Film „In the Land of Drought“ von Julian Rosefeldt, gegenübergestellt.

Nach der Auftakt-Ausstellung, einer Konferenz zum Thema „Die globale DDR. Eine transkulturelle Kunstgeschichte (1949–1990)“ sowie wissenschaftlichen Diskussionsrunden und einem begleitenden Programm auf der Online-Plattform voices im Jahr 2022, findet das Projekt „KONTRAPUNKTE“ seinen Höhepunkt in der Ausstellung „Revolutionary Romances. Transkulturelle Kunstgeschichten in der DDR“ (15.09.2023–7.01.2024) im Albertinum. Die Erkenntnisse ermöglichen einen erweiterten Blick auf die kulturellen Beziehungen der DDR mit sozialistisch-orientierten Ländern, vor allem des globalen Südens und deren Unabhängigkeitsbewegungen. Neben Werken aus den Beständen der SKD werden auch internationale Positionen zeitgenössischer Kunst gezeigt.

Mit rund 80 Werken, die in der Ausstellung „Zeitlose Schönheit. Eine Geschichte des Stilllebens“ (17.11.2023–28.04.2024) präsentiert werden, fokussiert sich die Gemäldegalerie Alte Meister getreu des Jahresmottos auf die eigene Sammlung. Die Schau entdeckt dabei die Gattung des Stilllebens neu mit Meisterwerken von Malern wie Frans Snyders, Baltasar van der Ast, Jan Davidsz. de Heem, Adriaen van Utrecht und Willem Claesz.

Außerdem eröffnet im GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig ein weiterer Teil der neukonzipierten Sammlungspräsentation (ab 9.12.2022).

2023 feiern die SKD zudem 300 Jahre Grünes Gewölbe. Das Ereignis wird begleitet von einer Intervention des zeitgenössischen Künstlers Olaf Nicolai (ab 31.01.2023), der Präsentation „Napoleon und ‚die Ohnmacht der Esther‘“ (11.03.2023–5.06.2023) und dem Steinkabinett Heinrich Taddels (24.06.–9.10.2023).

Im Kunstgewerbemuseum eröffnet die Ausstellung „Plant Fever“ die Saison (29.04.–31.10.2023) und das Völkerkunde Museum Dresden richtet seinen ethnologischen Blick auf jüdische Museen.

Umrahmt wird die Jahrespressekonferenz der SKD von einer Performance von Felix Räuber (ehemals „Polarkreis 18“), der sich für sein Projekt „Wie klingt Heimat“ auf eine musikalische Entdeckungsreise durch sein Heimatbundesland Sachsen begab. Im Museum für Sächsische Volkskunst werden die Bild-, Ton- und Filmmaterialien seiner Spurensuche in der Ausstellung „Wie klingt Heimat? Eine dokumentarische Installation“ (25.03.–22.10.2023) präsentiert.

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. 2024 wäre Caspar David Friedrich 250 Jahre alt geworden. Deutschlandweit wird es zahlreiche Aktivitäten ihm zu Ehren geben. Auch die SKD feiern dieses Jubiläum mit einem fulminanten Festival im Albertinum, im Kupferstich-Kabinett und in der Gemäldegalerie Alte Meister.

Marion Ackermann, Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, dankte neben dem Freistaat Sachsen allen Förderpartner*innen, die den Museumsverbund auch in Zeiten der Krise unterstützen: „Eine maßgebliche Förderung erfolgt durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die in erheblicher Weise zur Stärkung und Weiterentwicklung unserer Museen beiträgt. Hervorzuheben sind außerdem unsere Sponsoren, die sich bereits seit 17 Jahren sehr engagiert für den Museumsverbund einsetzen: unser Hauptförderer, die Sparkassen-Finanzgruppe, und Lange Uhren in Glashütte. Durch die Tschechische Saison haben wir auch neue Sponsoren gewonnen wie PRO-ZETA in Prag. Ein weiterer wichtiger Partner ist die Ernst von Siemens Kunststiftung, deren UKRAINE-Förderlinie gemeinsam mit der HERMANN REEMTSMA STIFTUNG ich hier besonders herausheben möchte. Darüber hinaus danken wir ganz herzlich der Kulturstiftung des Bundes, der Kulturstiftung der Länder, dem Deutschen Zentrum Kulturgutverluste und allen weiteren Stiftungen und Förderinstitutionen. Nicht zuletzt ist das private Engagement der Mitglieder unserer Freundeskreise ein wertvoller Baustein für unsere Arbeit ebenso wie jede einzelne Spende. Ihnen allen gilt unser herzlicher Dank.“

Pressebilder und -dossiers

Jahres - PK der SKD
Jahrespressekonferenz der SKD 2022 © SKD, Foto: Oliver Killig
Jahres - PK der SKD
Jahrespressekonferenz der SKD 2022 © SKD, Foto: Oliver Killig
Jahres - PK der SKD
Jahrespressekonferenz der SKD 2022 © SKD, Foto: Oliver Killig
Jahres - PK der SKD
Jahrespressekonferenz der SKD 2022 © SKD, Foto: Oliver Killig
Rosalba Carriera, Eine Dame in blauem Mantel über hellem Kleid Pastell auf Papier, 75,5 x 64 cm
© Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Hans-Peter Klut
Rosalba Carriera, Eine Venezianerin aus dem Hause Barbarigo (Caterina Sagredo Barbarigo), um 1735/40 Pastell auf Papier, 42 x 33 cm
© Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Hans-Peter Klut
Stillleben mit üppigem Blumenstrauß neben Totenkopf und Muschel
Jan Davidsz. de Heem, Memento mori. Ein Totenkopf neben einem Blumenstrauß, um 1655/60 Öl auf Leinwand; 87,5 x 65 cm
© Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Estel/Klut
Stillleben mit Lebensmitteln und Musikinstrumenten, Hund und Katze
Adriaen van Utrecht, Großes Stillleben mit Hund und Katze, 1647 Öl auf Leinwand; 184 x 227 cm
© Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Estel/Klut
Zeichnung, die gesamtes Blatt ausfüllt und eine grüne Landschaft mit Häusern und Menschen zeigt
Zacharias Wagner, Thier Buch, 1630-40 Blatt 102: Landschaft mit Menschen und Gebäuden
© Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Herbert Boswank
Carmelo González, Auf Wacht, 1961 © Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Andreas Diesend
geknüpfter Wandteppich
Margarita Pellegrin, Der Tag wird kommen, 1975 Wandteppich, geknüpft, 142 x 153,5 x 5,7 cm
© Kunstfonds, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Herbert Boswank
Madonna Ara Coeli, Meister Theoderich (?), um 1360 Tempera auf Holzunterlage, Prag, Metropolitankapitel zu Sankt Veit, Domschatz
© Metropolitankapitel zu Sankt Veit, Foto: Kopriva
Künstler reitet mit Staffelei und anderem Zubehör auf kleinen Pferd
Thomas Rowlandson, Ein Künstler auf Reisen in Wales, um 1797 © Katrin Bellinger Collection, Foto: Matthew Hollow
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