Einladung zum Pressegespräch | Präsentation des Damaskuszimmers

02. September 2022

Einladung zum Pressegespräch anlässlich der Präsentation des Damaskuszimmers i

النسخة العربية (Pressemitteilung auf Arabisch)

Ab dem 8. September präsentiert das Museum für Völkerkunde Dresden als Teil der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) das fertig restaurierte Damaskuszimmer. Unter dem Titel Dialog unter Gästen – Das Damaskuszimmer in Dresden lädt ein!“ gewährt die dreiteilige Ausstellung Einblicke in die Damaszener Gastfreundschaft des 19. Jahrhunderts sowie deren unterschiedliche öffentliche und private Formen weltweit. Darüber hinaus können Besucher und Besucherinnen die Räumlichkeiten auch für ihre eigenen Angebote und Projekte nutzen. Mit dieser Präsentation im Japanischen Palais ist das Dresdner Völkerkundemuseum nach längerer Zeit nun wieder sichtbar und erlebbar.

Ein offener Ort des Austausches und der Begegnung wird im ersten Raum entstehen. Neben der Erprobung der Praktiken des Gast-Gebens und Gast-Seins können die Besucher und Besucherinnen hier auch verweilen und einen Tee trinken. Im Begegnungsraum sind zudem Fotografien der syrischen Künstlerin und Mitkuratorin Rania I. Kataf präsentiert. Diese zeigen Porträts von Menschen aus Damaskus, deren Geschichten ebenfalls im Raum nachlesbar sind. So erhalten die Stadt und ihre Menschen ihren Platz in der Ausstellung.

Der zweite Abschnitt zeigt das Damaskuszimmer aus der Sammlung des Museums für Völkerkunde Dresden als ein einzigartiges Beispiel syrischer Dekorationskunst. Es besteht aus einer reich verzierten Holzvertäfelung (datiert 1810-11) dekoriert mit Stadtlandschaften, Blumensträußen, Obstschalen und arabischen Inschriften. Diese schmückten einst die Decke und die Wände eines Empfangsraums für Gäste in einem Damaszener Wohnhaus.

Das Zimmer wurde nach Deutschland verkauft, wo es 1930 als Schenkung nach Dresden an das Museum für Völkerkunde gelangte. Erstmals können nun all seine Bestandteile nach 25 Jahren der Restaurierungs- und Konservierungsarbeit in ihrer originalen Farbigkeit und ornamentalen Komplexität wieder präsentiert werden.

Im letzten Abschnitt der Ausstellung werden durch eine begleitende Sammlungspräsentation die öffentlichen und privaten Formen der Gastfreundschaft aufgegriffen und hinterfragt. Ausgewählte Objekte aus der Sammlung des Museums für Völkerkunde Dresden zeigen dabei die unterschiedlichen Aspekte auf: Objekte des Übergangs, der Macht und Repräsentation, des Gebens und Nehmens, des Platznehmens und des Schutzes verhandeln Fragen von Freiheit und Pflicht.

Marion Ackermann, Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden: „Wie kein zweites Exponat der SKD ist das Damaskuszimmer als eine Repräsentation des Willkommenheißens zu verstehen. Als ehemaliger Empfangsraum eines Damaszener Altstadthauses lädt es die Besucherinnen und Besucher in den Ausstellungsräumen ein, miteinander ins Gespräch zu kommen, Tee zu trinken, zu Lesen, zuzuhören und zu verweilen. Nach so vielen Jahren der aufwendigen Restaurierung freue ich mich, dass es als Ort gelebter Gastfreundschaft seine ursprüngliche Funktion nun zurückerhält.“

Barbara Klepsch, Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus: „Es ist großartig, dass im Japanischen Palais erstmals wieder Bestandteile des ehemaligen syrischen Empfangszimmers präsentiert werden können. Dieses Damaskuszimmer ist auch deshalb international von großer Bedeutung, da hier noch der Originalzustand des 19. Jahrhunderts vollständig erlebbar ist. Ich freue mich, dass dieser besondere Ort der Begegnung nun wieder besucht werden kann.“

Rania I. Kataf, Fotografin und Mitkuratorin aus Damaskus: „Das Damaskuszimmer erinnert mich an die Menschen, die uns verlassen haben, ob sie nun wegen des Krieges oder wegen anderer Umstände in eine andere Welt oder ein anderes Land gegangen sind. Und um ehrlich zu sein, fühlte sich dieses Zimmer für mich wie ein Stück von mir oder ein Stück von meinem Land an. Und genau deshalb fühlte ich mich, seitdem ich es 2017 zum ersten Mal sah, mit ihm verbunden. Ich freue mich die fehlende Seite dieses Raumes in der Ausstellung zeigen zu können – die Seite, die nur in Damaskus zu Hause ist. Ich hoffe, das ist mir gelungen.“

Bereits 2020 startete das Museum für Völkerkunde Dresden die Begleitpublikationsreihe „(un)erzählt“ zum Damaskuszimmer. Anlässlich des 100. Todestages des Mäzens und Sammlers Karl Ernst Osthaus, widmet sich der erste Band unter dem Titel „Vision Osthaus – Sammler, Mäzen, Gründer“ seiner Person. Der zweite Band „Das erzählende Damaskuszimmer“ erschien 2021 und vereint Anekdoten und Erinnerungen an diesen Ort. Weitere Publikationen sollen folgen.

Zur Ausstellung

Museum für Völkerkunde Dresden
Japanisches Palais, Palais Platz 11
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet
Eintritt frei

Förderer

Das Forschungs- und Restaurierungsprojekt wurde gefördert von:

Die Vermittlung des Dresdner Damaskuszimmers wurde seit 2020 gefördert durch:

Pressebilder und -dossiers

Damaskuszimmer im Japanischen Palais
Damaskuszimmer im Japanischen Palais © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Oliver Killig
Damaskuszimmer im Japanischen Palais
Damaskuszimmer im Japanischen Palais © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Oliver Killig
Damaskuszimmer im Japanischen Palais
Damaskuszimmer im Japanischen Palais © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Oliver Killig
Damaskuszimmer im Japanischen Palais
Damaskuszimmer im Japanischen Palais © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Oliver Killig
Damaskuszimmer im Japanischen Palais
Damaskuszimmer im Japanischen Palais © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Oliver Killig
Eine Person schaut sich Objekte in einer Vitrine an
Blick in die Ausstellungsvitrinen im Resonanzraum © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Oliver Killig
rot gestalteter Begegnungsraum, in dem man sitzen kann
Im Begegnungsraum © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Oliver Killig
roter Begegnungsraum
Der Begegnungsraum in der Ausstellung "Dialog unter Gästen - Das Damaskuszimmer Dresden lädt ein!" © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Oliver Killig
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