Drei Benin-Bronzen aus Sachsen werden an Nigeria zurückgegeben

16. Dezember 2022

Drei Benin-Bronzen aus Sachsen werden an Nigeria zurückgegeben

Medieninformation der Sächsischen Staatsministerin für Kultur und Tourismus

Die ersten drei Benin-Bronzen aus Sachsen werden am kommenden Dienstag, 20. Dezember 2022, in Nigeria übergeben. Die Übergabe der ersten 20 Objekte aus deutschen Museen findet im Rahmen einer Reise der Bundesaußenministerin und der Staatsministerin für Kultur und Medien nach Nigeria statt. Es handelt sich bei den Objekten aus Sachsen um den Gedenkkopf eines Oba aus dem GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig, den Ahnenstab eines Königs sowie um ein Zeremonialschwert, beides aus dem Museum für Völkerkunde Dresden. Begleitet wird die Übergabe für Sachsen durch die Direktorin der Völkerkundemuseen in Leipzig, Dresden und Herrnhut Léontine Meijer-van Mensch.

»Dass die ersten drei Benin-Bronzen aus sächsischen Sammlungen jetzt an Nigeria übergeben werden, ist ein wichtiges Zeichen mit dem wir uns zu unserer moralisch-ethischen Verantwortung bekennen und die Kolonialgeschichte aufarbeiten. Neben der Eigentumsrückgabe eröffnet sich nun auch die Chance für neue Kooperationen zwischen sächsischen und nigerianischen Museen«, sagt Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch.

Léontine Meijer-van Mensch, Direktorin der Völkerkundemuseen in Leipzig, Dresden und Herrnhut: »Die Rückkehr der ersten Benin-Bronzen ist für uns ein sehr bewegender Moment und ein wichtiger Schritt im Restitutionsprozess. Wir freuen uns sehr, deren Reise begleiten zu dürfen. Hier geht es nicht um uns als Museum, sondern vor allem um die Menschen in Nigeria, an die die Objekte übergeben werden.«

Das Sächsische Kabinett hatte am 12. Juli 2022 den Weg für die derzeit laufenden Verhandlungen zur Rückübertragung des Eigentums von insgesamt 262 Objekten der Benin-Sammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) aus den Völkerkundemuseen in Dresden und Leipzig an die Bundesrepublik Nigeria eröffnet. Auf Basis der Vereinbarung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Nigeria, die am 1. Juli dieses Jahres geschlossen wurde, hatten große Museen in Deutschland, in Berlin, Hamburg, Köln, Stuttgart und Sachsen die Gespräche zu den Rückführungen und weiteren Kooperationen aufgenommen. Vorausgegangen waren lange und intensive Abstimmungen zwischen Bund, Ländern und den betroffenen Museen sowie internationale Verhandlungen zwischen Deutschland und Nigeria.

Pressebilder und -dossiers

Uhunmwun-elao (Gedenkkopf) eines Oba © GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Martin Lutze
Ada (Zeremonialschwert) © Museum für Völkerkunde Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Sylvia Pereira
Ukhurhe (Ahnenstab) eines Oba © Museum für Völkerkunde Dresden, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Sylvia Pereira
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