Hybride Präsentation „Zeitgefühle“ auf voices und im Studiensaal des Kupferstich-Kabinetts

05 December 2022

MI

„Zu früh”, „zu spät”, „langsam“, „schnell“, „Zeitverschwendung“, „genau rechtzeitig“: unser Alltag scheint häufig von einem kollektiven Aufwand getrieben, unsere Tage, Termine und Zeitfenster zu organisieren. Mit der Ressource Zeit und dem Lebensstil, der durch einen Blick auf die Uhr bestimmt wird, beschäftigt sich die hybride Präsentation „Zeitgefühle“ der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) auf der Online-Plattform voices und im Studiensaal des Kupferstich-Kabinetts.

Dazu werden Videoarbeiten der renommierten Videokünstler*innen Tehching Hsieh, AK Dolven, Yael Bartana und Anri Sala auf voices gezeigt. Sie sind zum ersten Mal in einer digitalen Ausstellung zu sehen und werden – wie auf voices ON SCREEN üblich – in einer Dauerschleife zu bestimmten Uhrzeiten abgespielt. Diese lineare Darstellung spiegelt die Tücken und Vorteile unseres zeitbestimmten Lebens wider: einerseits lässt sich die Ausstellung so flexibel in den Alltag einbinden, andererseits zwingt das vordefinierte Programm, sich der Uhr zu beugen. Fragen der Zeitlichkeit werden zudem in Essays von verschiedenen Autor*innen und Wissenschaftler*innen auf voices MAG vertieft.

Im Studiensaal des Kupferstich-Kabinetts werden ausgewählte Objekte aus den eigenen Beständen, den Staatlichen Ethnographischen Sammlungen (SES) und dem Archiv der Avantgarden – Egidio Marzona (AdA) gezeigt, die auf das Thema Zeitlichkeit Bezug nehmen. Die Uhr ist dabei ein wiederkehrendes Motiv: Fotografien aus den SES bezeugen beispielsweise, wie die Zeitmesser zu Symbolen für die vermeintliche Fortschrittlichkeit im China des 19. Jahrhunderts wurden und man deshalb stolz auf Porträts mit ihnen posierte. Die Handoffsetdrucke „12:00 Uhr“ und „14:00 Uhr“ des Dresdner Künstlers Eberhard Havekost zeigen das vermeintlich gleiche unordentliche Zimmer aus zwei Perspektiven und führen uns vor Augen, dass das Verstreichen der Zeit nicht immer sichtbar und greifbar ist. Eine vorher nie gezeigte AEG-Arbeiterkontrolluhr von 1935 aus dem AdA ergänzt die Präsentation und macht deutlich, wie groß die Nachfrage nach Kontrollmechanismen von Beschäftigten bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts war.

Die Videoarbeiten sind auf https://voices.skd.museum/on-screen/ zu sehen, Essays werden unter https://voices.skd.museum/voices-mag/ verfügbar sein. Die Online-Plattform voices wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

 

Laufzeit

9. Dezember 2022 bis 3. Februar 2023

Öffnungszeiten Studiensaal Kupferstich-Kabinett

Montag und Mittwoch 10-13 Uhr & 14-16 Uhr, Donnerstag 10-13 Uhr & 14-18 Uhr, Freitag 10-13 Uhr, erster Samstag im Monat 10-13 Uhr

Eintrittspreise

Eintritt frei

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