Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden haben diese Verbundenheit über viele Jahre hinweg sichtbar gemacht. Baselitz war den Häusern der SKD eng verbunden, war immer wieder zu Gast und entwickelte 2013 auf Einladung der SKD mit „Georg Baselitz. Hintergrundgeschichten“ im Residenzschloss eine sehr persönliche Ausstellung aus Anlass seines 75. Geburtstags. Bereits 2009/10 war ihm mit „Georg Baselitz. Dresdner Frauen“ in der Gemäldegalerie Alte Meister eine große Ausstellung gewidmet; 2010 richtete er im neu eröffneten Albertinum einen eigenen Saal ein, in dem seine Werke in den Dialog mit der Kunst von der Romantik bis zur Gegenwart traten. Sein Werk „Maler mit Fäustling“ von 1982 bildet auch in der aktuellen Ausstellung „Paula Modersohn-Becker und Edvard Munch. Die großen Fragen des Lebens“ im Albertinum einen eindrucksvollen Abschluss. In diesem Kontext erscheint Baselitz nicht nur als großer Einzelgänger der Nachkriegskunst, sondern als Künstler, der die existenziellen Fragen des 20. Jahrhunderts — Verletzung, Erinnerung, Körper, Geschichte, Scheitern und Selbstbehauptung — in eine unverwechselbare Bildsprache überführt hat.
Eine besondere Rolle spielt sein Werk an den SKD durch die Stiftung Günther und Annemarie Gercken, die seit 2016 an den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden angesiedelt ist. Im Zentrum dieser Stiftung stehen Werke von Georg Baselitz aus allen Schaffensperioden: Gemälde, Zeichnungen, Holzschnitte und Radierungen, die seinen maßgeblichen Beitrag zur figurativen Kunst nach 1960 dokumentieren. Im Kupferstich-Kabinett Dresden ist Baselitz vor allem durch diese Stiftung in herausragender Weise vertreten — hervorgegangen aus der über Jahrzehnte gewachsenen persönlichen Nähe der Stifter zum Künstler. Das Kupferstich-Kabinett widmete Baselitz bedeutende Präsentationen, darunter „Maniera Baselitz. Das Nonkonforme als Quelle der Phantasie“ zum 80. Geburtstag des Künstlers sowie „Gegen den Strich. Druckgrafik der Stiftung Günther und Annemarie Gercken“, die die herausragende Bedeutung seines druckgrafischen Werks im Kontext der Stiftung sichtbar machte.
Dr. Bernd Ebert, Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden:
„Georg Baselitz war ein Weltkünstler aus Sachsen. Für Dresden und die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden war er weit mehr als ein bedeutender Name der Gegenwartskunst: Er war ein Künstler, dessen Werk aus der frühen Begegnung mit den Dresdner Sammlungen mit hervorging und der diese Verbindung über Jahrzehnte hinweg immer wieder erneuerte — kritisch, eigensinnig, herausfordernd und zutiefst produktiv. Die vielfältigen Sammlungen der SKD waren für ihn Referenzpunkt und bildeten nach eigenen Angaben das Fundament seines Werkes. Wir trauern um einen Künstler, dessen Werk unser Bildverständnis dauerhaft verändert hat — und dessen Verbindung zu Dresden und Sachsen Teil dieser Geschichte bleibt.“