Puppenspieltage im Japanischen Palais vom 20. bis 22. September 2019

17 September 2019

Die Puppentheatersammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Die Puppentheatersammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) gehört mit über 100.000 Objekten zu den größten und bedeutendsten Sammlungen weltweit. Mit ihren Beständen aus fast drei Jahrhunderten wird sie 2022 das ehemalige Lichtwerk im Kulturkraftwerk Mitte beziehen. Der Freundeskreis der Puppentheatersammlung begleitet die Sammlung auf diesem Weg und veranstaltet in der Zeit vom 20. bis 22. September 2019 bereits zum vierten Mal die Puppenspieltage.

Erstmals finden sie im Japanischen Palais, in unmittelbarer Nähe zur aktuellen Ausstellung „Achtung Probe!“ (noch bis 29. September) im Museum für Sächsische Volkskunst, statt. Die Auswahl der Veranstaltungen greift das Thema des Puppentheaters in seiner ganzen Brandbreite auf und bietet Angebote für alle Altersstufen. Sie beziehen sich sowohl auf Inhalte der aktuellen Ausstellung als auch auf ausgewählte Puppenspieltechniken wie das Zimmertheater oder den Silhouettenfilm, zu denen die Puppentheatersammlung umfangreiche Bestände besitzt.

Ein besonderes Highlight erwartet die Besucher*innen gleich am Anfang der Puppenspieltage: Die szenische Lesung „Das Kind auf der Liste – Die Geschichte des Sinti-Jungen Willi Blum und seiner Familie“. Die Veranstaltung wird durch die Landeshauptstadt Dresden gefördert.

Kartenreservierung unter: post@puppentheaterfreunde.de oder telefonisch unter: 0351-4914 2000.

Für Journalisten ist eine Anzahl an Pressekarten reserviert. Hier bitten wir um Rückmeldung an: post@puppentheaterfreunde.de .

Gern können Sie Ihren Leser*innen/Hörer*innen je Veranstaltung 2x2 Freikarten zur Verlosung anbieten. Die Namen der Gewinner senden Sie bitte bis spätestens 20. September 2019 an post@puppentheaterfreunde.de .

Puppenspieltage im Japanischen Palais 20. bis 22. September 2019

Veranstaltungsort: Japanisches Palais, Palaisplatz 11, 01097 Dresden

Veranstaltungen:

Freitag, den 20.09.2019, 20 Uhr:

Szenische Lesung „Das Kind auf der Liste – Die Geschichte des Sinti-Jungen Willy Blum und seiner Familie“ - geeignet ab 14 Jahre

Mit Annette Leo und Peter Waschinsky – Dauer ca. 90 Minuten - Eintritt frei

Willy Blum war sechzehn Jahre alt, als er in Auschwitz-Birkenau ermordet wurde, weil er als Sinto geboren worden war. Über Willy Blum und seine Familie wusste man bisher nichts. Sein Name stand auf einer Transportliste nach Auschwitz. Getippt wurde die Liste in der Häftlingsschreibstube des Konzentrationslagers Buchenwald: Zwei Seiten mit den Namen von 200 Kindern und Jugendlichen. Der letzte Name, „Zweig, St.“ ist durchgestrichen und bekannt aus den Verfilmungen, beziehungsweise dem Buch „Nackt unter Wölfen“, geschrieben von Bruno Apitz. „Blum, Willy“ wurde bisher nie erwähnt. Er wuchs auf in einer Sinti-Familie, die mit einer Marionettenbühne durch das Land zog und ihre Vorstellungen präsentierten und auch in Dresden zu Hause war.

Die Autorin Annette Leo hat sich auf die Suche begeben, um die Lebensgeschichte des Willy Blum und seiner Familie – eine Marionettenspielerfamilie seit mehreren Generationen - zu erzählen. Der Puppenspieler Peter Waschinsky wird einige Lebensausschnitte der Familie Blum sowie Alltagsszenen von Wandermarionettenspielern vorführen.

Samstag, 21.09.2019, 14-18 Uhr: Thementag „Schatten und Licht“ – geeignet ab 8 Jahre

Bau eigener Figuren und Workshop mit Dr. Jörg Herrmann, Silhouettenfilmvorführung inklusive Schnitttisch

Ohne Licht kein Schatten - ohne Schatten kein Spiel. Der Thementag beschäftigt sich mit den Puppenspieltechniken Schattenspiel und dem Scherenschnitt im Silhouettenfilm. Die Teilnehmer*innen können die verschiedenen Techniken selbst erproben. „Die Turmspieler“, eine Laienspielgruppe des Vereins, wird mit einer kleinen Vorführung beginnen und Anregungen für das Bauen und Spielen eigener Schattenfiguren geben. Diese dürfen im Anschluss mit nach Hause genommen werden.

Im zweiten Teil wird Dr. Jörg Herrmann von der Medienfabrik Kreischa die Techniken des Scherenschnittfilms vorstellen und Möglichkeiten zum Probieren am Schnitttisch anbieten. Als professioneller Filmemacher und Workshopleiter versteht er es, die Faszination des Silhouettenfilms zu vermitteln.

Samstag, 21.09.2019, 20 Uhr: Salontheater Dresden „Die Zauberflöte“ – geeignet ab 12 Jahre

Mozart schrieb diese Oper mit märchenhaften Motiven und utopischer Hoffnung kurz vor seinem Tod. Ihre Botschaft weist ohne moralischen Zeigefinger auf Versöhnung und Liebe im menschlichen Miteinander.

So ist es auch bei den Liebenden Pamina und Tamino, die auf ihrer Suche nach Erfüllung in den tobenden Machtkampf zwischen der Königin der Nacht und Sarastro geraten. Fast werden sie zu Werkzeugen der Mächtigen, aber ihre Liebe ist stärker. „Zwischen Himmel und Hölle passt manchmal kein Haar.“ Diese Wahrheit erfahren die Beiden buchstäblich am eigenen Leib und in Feuer und Wasser verschmelzen sie in ewiger Harmonie. Und damit nicht alles im Kitsch versinkt, blickt Papageno durch seinen ironisch-irdischen Zerrspiegel auf die Geschichte. Die Inszenierung verzaubert mit ihrer unmittelbaren Zuschauernähe durch das Spiel im Haustheater.

Sonntag, 22.09.2019, 11 Uhr: Puppentheater Eckstein „Lucie und Karl-Heinz“ - geeignet ab 3 Jahre

Chaotisch und ordnungsliebend unter einem Dach.

Ob das gut geht? Lucie liebt perfekte Ordnung und Karl-Heinz das kreative Chaos. Wenn Karl-Heinz bastelt, fliegen Späne und Lucie steht schon mit dem Besen bereit, um hinterher alles aufzufegen. Das geht solange gut, bis ihnen ihre Unterschiede gehörig auf die Nerven gehen und es zum großen Streit kommt. Doch Lucie hat eine zündende Idee...

Eine liebevolle Geschichte über Freundschaft und Toleranz frei nach dem Kinderbuch von Franz Zauleck.

Sonntag, 22.09.2019, 15 Uhr: Theaterimkerei „Mascha und der Bär“ - geeignet ab 4 Jahre

Mascha rennt dem Bienenschwarm in den Wald nach, um diesen für ihren alten Großvater wieder nach Hause zu bringen. Doch kommt sie vom Wege ab, verirrt sich und gelangt in eine Bärenhütte. Dem kräuterkundigen Bären kommt das sehr gelegen, er will sie als Helferin in seiner Wirtschaft behalten. Sehnsucht und Sorge um die Großeltern begleiten Mascha, die sich etwas Kluges einfallen lässt, um wieder nach Hause zu gelangen.

Das Stück erzählt von der Notwendigkeit des Honigs und der Bienen, vom sich Annähern völlig verschiedener Charaktere und von deren Mut und Gewitztheit.

Sonntag, 22.09.2019, 19 Uhr: Theaterimkerei „Amphitryon“, geeignet ab 16 Jahre

Ein Verwirrspiel um die Liebe in einer Handpuppen- und Schauspielerinszenierung von Heinrich v. Kleist: Der große Jupiter stieg vom Olymp zur Erde, um in der Gestalt des Amphitryon, Feldherr der Tebaner, sich in Alkmenes Arme und Liebe zu schleichen. Der Götterbote Merkur begleitet ihn, indem er die Gestalt des Sosias, Diener des Amphitryon, annimmt. Ein Verwirrspiel mit gestohlenen Rollen beginnt und bedroht Liebe, Wahrheit, Wahrhaftigkeit, Treue und Identität.

Freunde der Puppentheatersammlung Dresden e.V.

Geschäftsstelle: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Puppentheatersammlung

Garnisonkirche, Eingang D, Stauffenbergallee 9, 01099 Dresden

post@puppentheaterfreunde.de / www.puppentheaterfreunde.de

Vereinsvorsitzende: Kontakt: Alexandra Löser, Telefon: 0176/210 60 355

Presspictures- and -dossiers

Die Zauberflöte Originalgetreuer Nachbau eines Tischtheaters von 1890 unter Anleitung von Karl Heinz Gündel
© Salontheater Dresden, Foto: Sebastian Gündel
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