„Katharina Hinsberg. umeinander“ im Residenzschloss Dresden

12 July 2021

Hinsberg 1

Ein Projekt des Kupferstich-Kabinetts der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) im Kleinen Schlosshof, Residenzschloss Dresden 

15. Juli 2021 bis 9. Januar 2022  

 

Nach der erfolgreichen künstlerischen Intervention von Monika Grzymala 2020 im Kleinen Schlosshof anlässlich seines 300. Jubiläums hat das Kupferstich-Kabinett im Rahmen eines bis 2024 laufenden Projektes auch in diesem Jahr wieder eine Künstlerin dazu eingeladen, ein außergewöhnliches Kunstwerk im Kleinen Schlosshof des Residenzschlosses zu realisieren. 

Die Künstlerin Katharina Hinsberg (geb. 1967 in Karlsruhe) beschäftigt sich in ihren Projekten seit mehr als 20 Jahren mit der Frage, was alles eine Zeichnung sein kann. In ihren Arbeiten ist die Zeichnung nicht länger auf die Fläche des Papiers beschränkt, sondern kann als eigenständiges Objekt und Träger ihrer selbst im Raum existieren. Für den Kleinen Schlosshof hat Hinsberg das Werk „umeinander“ konzipiert: Unter dem gewölbten rautenförmigen Membrandach hängen zwei ca. 15 Meter lange dünne farbige Stoffbänder, die von einem Elektromotor in Bewegung gesetzt werden und in Schwüngen und Drehungen Zeichnungen im Luftraum erzeugen. Wechselnde Geschwindigkeiten und Drehrichtungen lassen die Luftschrauben nach oben steigen oder nach unten absinken, die Linien umkreisen sich und jagen umeinander. Der offene zylindrische Raum, der ohne Anfang und Ende ist und nur für die Dauer seiner Bewegung besteht, ist sowohl Zeichnung als auch Objekt und kontrastiert in fließender Rotation mit dem starren Dachraster. 

Katharina Hinsberg, Künstlerin: „Zeichnen ist immer eine Aktivität des ganzen Körpers, durch dessen physische Impulse eine Linie auf dem Papier entsteht. Ich möchte diese räumlichen Bewegungen als wesentlichen Teil der Zeichnung sichtbar machen, ohne dass sie sich auf einer Fläche abzeichnen.“ 

Die Bewegungen unter der Kuppel finden am Fußboden eine Entsprechung, wenn die Besucher*innen ebenfalls mit Bändern Figuren in die Luft zeichnen und selbstbestimmt auf die programmierten Abläufe der Maschine über ihren Köpfen reagieren. Bei Sonnenschein erzeugt der Schattenwurf aller Bänder und auch der Tragwerksrauten weitere Zeichnungen. Dem Element der Bewegung setzt die Künstlerin ein statisches Ensemble aus fünf unterschiedlich großen Messingkugeln entgegen, die ebenfalls vom Dach hängen und sich formal auf die Bekrönungen der beiden Türmchen im Schlosshof beziehen. Je nach Standort der Betrachter*innen fügen sich die Kugeln als Punkte zu einer Zeichnung. Mit den Kugeln und den Bändern macht Hinsberg zwei grundlegende Bestandteile der Zeichnung zu Elementen ihrer Installation: Punkte und Linien, die im Kleinen Schlosshof zugleich die eigene Raumerfahrung mitbestimmen.  

Björn Egging, Kurator: „Ein Ziel der künstlerischen Intervention im Kleinen Schlosshof ist auch dieses Jahr wieder, auf die Vielseitigkeit und Grenzenlosigkeit zeichnerischer Positionen auch in räumlicher Ausdehnung aufmerksam zu machen, die in den Ausstellungsräumen des Kupferstich-Kabinetts nicht realisiert werden könnten.“  

Katharina Hinsberg hat Bildende Kunst in München, Dresden und Bordeaux studiert. Sie lebt und arbeitet in Neuss und lehrt als Professorin Konzeptuelle Malerei an der Hochschule der Bildenden Künste Saar in Saarbrücken. 

Die Intervention wird gefördert von der Stiftung Kunst und Musik für Dresden.  

Auf Wunsch stehen Ihnen die Künstlerin Katharina Hinsberg, der Kurator Björn Egging und die Direktorin des Kupferstich-Kabinetts Stephanie Buck am Mittwoch, 14. Juli 2021 vor Ort für Fotos und Fragen zur Verfügung. Hierfür bitten wir um eine Voranmeldung über presse@skd.museum oder unter +49 (0)351 4914 2643.  

Presspictures- and -dossiers

Katharina Hinsberg. umeinander, 2021, Entwurf Intervention im Kleinen Schlosshof
© VG Bild-Kunst, Bonn 2021
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