Einladung zur öffentlichen Übergabe eines Gutachtens mit Empfehlungen für das Kunstgewerbemuseum durch ein ausgelostes, unabhängiges Gesellschafts-Forum

06. Mai 2024

Wie können

Wie können öffentliche Kultureinrichtungen demokratischer und zugänglicher werden? Wer kommt ins Museum und wer (warum) nicht? Welche Stimmen und Meinungen werden gehört oder gezeigt und welche nicht? Wie können Bürgerinnen und Bürger mehr Anteil an der Museumsarbeit bekommen? Diese und viele weitere Fragen stellt sich das Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) selbstkritisch, gerade auch im Hinblick auf das Wahljahr 2024. Anlass für diese Reflexionen gibt ein gemeinsames Ausstellungsprojekt mit der Bundeskunsthalle, das ab dem 30. Mai 2024 unter dem Titel „Für alle! Demokratie neu gestalten“ in Bonn und im Sommer 2025 im Japanischen Palais in Dresden gezeigt wird. Zu diesem Anlass wurden im Rahmen von sogenannten Gesellschafts-Foren Bürgerinnen und Bürger aus beiden Regionen in deliberativen, also beratenden, Prozessen eingeladen, über den Status quo und die Zukunft „ihrer“ Museen nachzudenken und daraus Empfehlungen zu entwickeln. 

Für die Neugestaltung des Kunstgewerbemuseums als Ort der Demokratie wurde in Dresden und den umliegenden Ortschaften Pirna, Radeberg und Oschatz aus 2.000 Einwohnerinnen und Einwohnern per Zufallsprinzip eine repräsentative Gruppe ausgewählt. So kamen an zwei Wochenenden im November 2023 33 Bürgerinnen und Bürger im Museum zusammen, um Ideen und Empfehlungen für ein Museum mit mehr Teilhabe zu erarbeiten. Parallel fand ein solcher Beteiligungsprozess in der Bundeskunsthalle statt. Der Anspruch ist, Museen als sogenannte „Dritte Orte“ zu etablieren, also als Teil des Lebensalltags der Bürgerinnen und Bürger, der einen Ausgleich zwischen Familie und Beruf bietet. Bürgerräte sind dabei kein Novum, sondern gehören zu den Praktiken der direkten Demokratie. Durch das aufwändige Loswahlverfahren, mit dem die Gesellschafts-Foren als unabhängige und repräsentative Gremien zusammengesetzt wurden, kommt diesem Projekt jedoch eine Pilotenrolle in der internationalen Museumslandschaft zu.
Am Donnerstag, den 16. Mai 2024 werden die von den Bürgerinnen und Bürger erarbeiteten Empfehlungen in einer offiziellen Veranstaltung als Gutachten an das Kunstgewerbemuseum und die SKD übergeben. Die Teilnehmenden wünschen sich beispielsweise mehr Gelegenheiten zur aktiven Mitgestaltung an den Ausstellungen, aber auch ausreichend Sitz- und Verweilmöglichkeiten im Kunstgewerbemuseum. Die Vorschläge werden durch das Museumsteam auf ihre Umsetzbarkeit geprüft und bilden bereits in der Ausstellungssaison 2024 eine wertvolle Grundlage für die weitere Ausrichtung des Kunstgewerbemuseums zu einem mit der Bevölkerung vernetzten und für die Stadtgesellschaft relevanten Museum. Die Erfahrung aller Beteiligten ist eine Chance und bereichert die gelebte Praxis deliberativer Demokratie. In der Ausstellung „Für alle! Demokratie neu gestalten“ werden die Ergebnisse des Prozesses durch eine Kooperation mit der Design Academy Eindhoven anschaulich erfahrbar gemacht. Als wichtiger Bestandteil der Ausstellungserzählung sollen sie ein Zeichen der Selbstermächtigung für das Publikum setzen und auch andere Kultureinrichtungen dazu inspirieren, aktivere Orte der Begegnung und Mitgestaltung zu werden.
Konzipiert und moderiert wurden die Veranstaltungen, Workshops und Gespräche des Gesellschafts-Forums der SKD durch das nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung. Dabei arbeitete das Institut in enger Beratung mit dem Forschungs- und Aktionsinstitut Democracy Next zusammen. Das Gesellschafts-Forum fand zudem im Rahmen des mehrjährigen von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien geförderten Projekts „Museen als aktive Orte der Demokratie“ (MODemo) statt, welches innovative Veranstaltungsformate unter der Leitung der Abteilung Vermittlung, Outreach und Gesellschaft an den SKD ermöglicht.

 

Die SKD bitten alle Interessierten darum, sich bis spätestens 15. Mai 2024 online unter http://event.skd.museum/ für die Veranstaltung anzumelden.

Aufgrund der begrenzten Platzkapazität werden die Anmeldungen in der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt. Eine Teilnahme ist nur mit entsprechender Anmeldebestätigung möglich.

 

Vertreterinnen und Vertreter der Medien werden gebeten, sich bis spätestens Mittwoch, den 15. Mai 2024, um 16 Uhr über presse@skd.museum zu akkreditieren.

 

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