Käthe Kollwitz und Marlene Dumas im Kupferstich-Kabinett Dresden

01. August 2017

Zu Ehren einer der bedeutendsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts widmet sich das Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in seiner großen Herbstausstellung dem Werk von Käthe Kollwitz. Anlässlich ihres 150. Geburtstages werden rund 80 grafische Meisterwerke aus den eigenen Beständen des Kupferstich-Kabinetts präsentiert. Ergänzt um Werke von Max Klinger, Eugène Carrière, Edvard Munch und Ernst Barlach sowie ausgewählte Leihgaben aus dem Käthe Kollwitz Museum Köln, dem Kupferstichkabinett Berlin und der Akademie der Künste, Berlin zeichnet die Ausstellung ein umfassendes Bild ihres Frühwerks.

Kollwitzʼ Schaffen steht exemplarisch für die experimentelle Erprobung neuer Ausdrucksmittel um 1900. Angesichts der Qualität und besonderen Korrelation von künstlerischem und inhaltlichem Anliegen ragt ihr Werk innerhalb dieser Entwicklung als Solitär heraus.

Das Kupferstich-Kabinett beherbergt mit 252 Druckgrafiken, vier Mappenwerken und 21 Zeichnungen eine der weltweit bedeutendsten öffentlichen Sammlungen von Werken Käthe Kollwitzʼ. Unter der Leitung von Max Lehrs hatte das Haus seit 1898 als erstes öffentliches Museum die Arbeit der Künstlerin durch eine systematische Ankaufstätigkeit nachdrücklich gefördert. Neben den Erwerbungen zeugt der rege Briefwechsel von der enormen Wertschätzung, die Kollwitz in Dresden und namentlich durch Lehrs erfuhr. Die Bedeutung, die er ihrem Werk beimaß, wird insbesondere im Kontext der international ausgerichteten Sammeltätigkeit des Kupferstich-Kabinetts um 1900 deutlich, die Künstler wie Henri de Toulouse-Lautrec oder Edvard Munch umfasste.

Die Ausstellung zeichnet die Entstehung der ersten Kollwitz-Sammlung an einem Museum nach und präsentiert die Künstlerin als eines der „stärksten Talente auf dem Gebiete der graphischen Künste“ (Max Lehrs). Radierungen, Lithografien und Holzschnitte sowie zahlreiche Zeichnungen aus allen Schaffensphasen geben Einblick in ihr vielschichtiges, einer humanistischen Grundhaltung verpflichtetes Werk. Neben den großen Themen wie Tod und Krieg, Mutterschaft und Liebe tritt bei Kollwitz immer wieder das Selbstporträt, in dem sie sich zeitlebens mit ihrer Rolle als Künstlerin, Frau und Mutter auseinandersetzte.

Parallel zur Ausstellung „Käthe Kollwitz in Dresden“ zeigt das Kupferstich-Kabinett unter dem Titel „Hope and Fear“ eine konzentrierte Auswahl von rund 40 Papierarbeiten der zeitgenössischen Künstlerin Marlene Dumas (*1953 in Kapstadt). In ihrem Werk, in dem die Tusch- und Aquarellzeichnung gleichrangig neben der Malerei steht, verdichtet Dumas die existentiellen Koordinaten des Menschen wie Geburt, Tod, Liebe und Gewalt zu ernsten oder ironischen, aber immer eindringlichen Bildern. Diese entstehen meist nach fotografischen Vorlagen und erlangen in ihrer künstlerischen Anverwandlung eine universelle Gültigkeit, welche der humanistischen Haltung von Kollwitz durchaus vergleichbar ist.

Pressebilder- und -dossiers

Selbstportrait von Käthe Kollwitz
Käthe Kollwitz; Selbstbildnis nach halbrechts, um 1890 Feder und Pinsel in Schwarz, 233 × 166 mm
© SKD
Selbstportrait von Käthe Kollwitz
Kollwitz, Käthe: Selbstbildnis en face, 1911 schwarze und farbige Kreide, 360 x 309 mm
© SKD
Zwei Kinder an einem Tisch
Käthe Kollwitz: Unter der Tischlampe, 1894 Feder in Schwarz, Pinsel in Grau, weiße Kreide, über Bleistift, 247 × 330 mm
© SKD
Raum mit Webstuhl, vorne Tote und eine trauernde Person, zur Tür wird jemand lebloses hineingetragen
Käthe Kollwitz; Ende, Vorzeichnung zu Blatt 6 aus dem Zyklus Ein Weberaufstand, 1897 Bleistift, Pinsel und Feder in Schwarz und Braun, weiß gehöht, 409 × 492 mm
© SKD
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