Washingtoner Erklärung

Die Washingtoner Erklärung ist eine am 3. Dezember 1998 von 44 Staaten unterzeichnete Übereinkunft, Kunstwerke zu identifizieren, die während der Zeit des Nationalsozialismus unrechtmäßig entzogen wurden und eine "gerechte und faire Lösung" mit den Geschädigten oder Erben zu finden. Sie ist das Ergebnis der Washingtoner Konferenz über Vermögenswerte aus der Zeit des Holocaust, an der neben der Bundesrepublik Deutschland auch zwölf nicht-staatliche Organisationen, insbesondere jüdische Opferverbände, sowie der Vatikan teilnahmen.

Weil zivilrechtliche Ansprüche bereits verjährt sind, stellt die Washingtoner Erklärung eine historische und moralische Selbstverpflichtung dar, die am 9. Dezember 1999 mit einer gemeinsamen Erklärung der Bundesregierung, der Länder und der kommunaler Spitzenverbände bekräftigt wurde. Alle öffentlichen Einrichtungen sind seitdem aufgerufen, ihre Sammlungsbestände auf ihre Erwerbungszusammenhänge zu prüfen. Kulturgüter, die infolge der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und der Ereignisse des Zweiten Weltkriegs verbracht, verlagert oder - insbesondere jüdischen Eigentümern - verfolgungsbedingt entzogen wurden, sollen restituiert oder als Meldung in der Lost Art-Internet-Datenbank veröffentlicht werden.

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