Naturmystik in der Kunst der Spätrenaissance. Jacob Böhme im Kontext

27 September 2017

Naturmystik in der Kunst der Spätrenaissance. Jacob Böhme im Kontext

Ergänzend zur Präsentation „ALLES IN ALLEM. Die Gedankenwelt des mystischen Philosophen Jacob Böhme“ in der Dresdner Schlosskapelle vom 26. August bis 19. November 2017 spannt die Kabinettausstellung „Naturmystik in der Kunst der Spätrenaissance. Jacob Böhme im Kontext“ im Studiolo den Bogen zur Naturwissenschaft und Mystik in den Bildkünsten. Anhand von insgesamt 20 Werken aus den Sammlungen des Kupferstich-Kabinetts und der Gemäldegalerie Alte Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) sowie aus der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) bietet die Kabinettausstellung einen Einblick in die Zeit um 1600.
Das 16. Jahrhundert markiert eine fundamentale Zeitenwende: Neben den religiösen Umwälzungen der Reformation kommt es zu politischen, ökonomischen, technischen und wissenschaftlichen Veränderungen, die das Gesicht unserer Welt bis heute prägen. Die Ausstellung zeigt in diesem Zusammenhang die sogenannte Kopernikanische Wende als eine Episode einer äußerst bewegten Zeit.

Das Himmelzelt verliert sich in Unendlichkeiten und die Welt ist nicht mehr mit den Elementen, die der Mensch wirklich wahrnehmen kann (Erde, Wasser, Luft und Feuer), sondern mit abstrakt-mechanischen Modellen zu erklären. Anhand von Graphiken, Gemälden sowie illustrierten Büchern vollzieht die Ausstellung die Ambivalenz zwischen der Darstellung unerklärlicher, mystifizierter Naturphänomene und dem Anspruch einer exakten wissenschaftlichen Darstellung nicht nur schriftlich sondern auch bildlich.
Jacob Böhme suchte in seiner Naturmystik Wege die verloren gegangene unmittelbare Berührung mit der Natur wiederzufinden. Ähnliche Bestrebungen lassen sich auch in der Kunst feststellen. So versucht der Maler Roelant Savery (1576–1639) in seinen mit Tieren bevölkerten Landschaften allen Geschöpfen (auch den exotischen Tieren und Fabelwesen), den in ihrer Natur verborgenen Sinn zu entlocken.

Die Ausstellung im Studiolo wurde kuratiert von Prof. Dr. Bruno Haas, Professor für Philosophie und Kunstgeschichte an der Technischen Universität Dresden. Gern steht Ihnen der Kurator für individuelle Gesprächstermine zur Verfügung. Für die Organisation wenden Sie sich bitte an: presse@skd.museum.

Im Rahmen der Ausstellung finden folgende Vorträge statt:

Mittwoch, den 4. Oktober 2017, 18 Uhr, Hans-Nadler-Saal, Residenzschloss
Schöpfung im Gefäß. Zur Bildsprache der Alchemie
Dr. Stefan Laube (Berlin/Wolfenbüttel)

Mittwoch, den 8. November 2017, 18 Uhr, Hans-Nadler-Saal, Residenzschloss
Kunst und Kultur am Hofe Rudolf II.
Prof. Jürgen Müller (Dresden)

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