Februar/März 2012 - Newsletter der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
Liebe Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden,
der Februar beginnt mit einem der bedeutendsten deutschen Maler: Gerhard Richter. Anlässlich seines 80. Geburstags zeigt das Gerhard Richter Archiv in der Kunsthalle im Lipsiusbau den ATLAS, der das künstlerische Werk von Gerhard Richter begleitet, kommentiert und erweitert und auf zahlreichen Tafeln eigene Perspektiven und Fragestellungen aufwirft und als eigenständiges Werk einzigartig die Ideenwelt des gebürtigen Dresdners erfahrbar werden lässt. Mehr zur Ausstellung erfahren Sie in diesem Newsletter. Unsere JUNGEN FREUNDE würdigen Gerhard Richter am 10. Februar mit einer Party, zu der u.a. die Musiker Christian Grochau und Felix Räuber der Band Polarkreis 18 sowie der Schauspieler Christian Friedel ihre experiementellen Klangwelten dem Publikum vorstellen.
Von der Kunsthalle im Lipsiusbau richtet sich der Blick auf das Albertinum - Heimstätte der Galerie Neue Meister und der Skulpturensammlung und ein Ort, in dem Kunst von der Romantik bis zur Gegenwart erlebbar wird. Dort sind Kunstwerke von Gerhard Richter und Georg Baselitz in eigenen Räumen zu bewundern. Und ab dem 7. Februar wird mit Sigmar Polke nun ein dritter deutscher Künstler einen eigenen Raum mit Bildern erhalten, die einen pointierten Einblick in sein Schaffen vermitteln. Und auch in der Dauerausstellung dürfen Sie auf neue Begegnungen mit Gemälden aus dem Bestand der Galerie Neue Meister gespannt sein. Damit nicht genug! Mit der großen Sonderausstellung geteilt | ungeteilt, zeigt die Galerie Neue Meister ebenfalls ab dem 7. Februar Kunst in Deutschland von 1945 bis 2010. Mehr zur Ausstellung können Sie in diesem Newsletter nachlesen.
Laien als Kuratoren? Wo gibt es das? Im Kunstfonds! Zusammen mit der Künstlerin Janet Grau und Bürgern der Stadt Dresden hat sich der Kunstfonds einem spannenden Projekt gewidmet. Ausgehend von der Idee: "Die Sammlung ist öffentlich, also gehört sie uns. Mal schauen, was wir haben!" waren Menschen, die beruflich nicht mit Kunst zu tun haben, eingeladen, Kunstwerke aus dem Depot des Kunstfonds auszuwählen. Die Ergebnisse des Projekts sind unter dem Titel "Mal schauen!" - Laien wählen Kunstwerke aus dem Depot dienstags bis freitags 16-20 Uhr und samstags 14-18 Uhr in der Motorenhalle, Projektzentrum für zeitgenössische Kunst zu sehen.
Ab dem 17. Februar sind Liebhaber der Grafik eingeladen den Schweizer Adrian Zingg, den Wegbereiter der Romantik kennenzulernen. Dem Künstler Adrian Zingg widmet das Kupferstich-Kabinett im Residenzschloss eine eigene Ausstellung, die unter der Schirmherrschaft der Schweizerischen Botschaft steht und in Kooperation mit dem Kunsthaus Zürich gezeigt wird. Mehr dazu auch in diesem Newsletter.
Von Dresden geht es nach Leipzig. Dort präsentiert das GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig die Ausstellung Entdeckung Korea! Schätze aus deutschen Museen. Mehr zu dieser besonderen Wanderausstellung erfahren Sie in diesem Newsletter.
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Gerhard Richter. Atlas
Im Gesamtwerk von Gerhard Richter nimmt der ATLAS eine herausragende Position ein. Er ist sowohl die Grundlage des malerischen Œuvres als auch ein eigenständiges Werk. Der ATLAS besteht aus annähernd 800 gerahmten Tafeln mit mehr als 15.000 Fotografien, Zeitungsausschnitten, Skizzen und Entwürfen, die Richter seit den frühen 1960er Jahren für seine Arbeit im Atelier zusammengetragen hat. 1972 hat er dieses Konvolut erstmals geordnet auf Kartons geklebt und unter dem Titel ATLAS präsentiert. Seitdem wurde das Werk von ihm kontinuierlich mit neuen Materialien ergänzt. Der konzeptuelle Charakter des ATLAS bietet einen einmaligen Einblick in den Ideenkosmos des Künstlers und zeigt die Entwicklung zahlreicher Werkideen und den Entstehungsprozess vieler Gemälde.
Die Ausstellung in Dresden findet in enger Zusammenarbeit mit der Städtischen Galerie im Lenbachhaus München statt, die den ATLAS in ihrer Sammlung bewahrt.
Gerhard Richter. Atlas ist vom 04.02. bis 22.04.2012 in der Kunsthalle im Lipsiusbau, Brühlsche Terrasse zu sehen.
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Lipsius Vibes: JUNGE FREUNDE Party
Der Abend und die Nacht am 10. Februar gehören wieder den Kunst- und Tanzbegeisterten! Anlässlich der Ausstellung Gerhard Richter. Atlas laden die JUNGEN FREUNDE der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zu Kunst und Tanz in die Kunsthalle im Lipsiusbau auf der Brühlschen Terrasse.
Los geht's um 20.30 Uhr! Tauchen Sie mit Live-Speakern in die Ideenwelt von Gerhard Richter und seinem ATLAS ein und bewegen Sie im Anschluss das Tanzbein. Das neu formierte Künstlernetzwerk um Polarkreis 18 präsentiert passend zur Ausstellung erstmalig zwei brandneue autonome Musikprojekte. Unter dem Namen Heart Island spielt Christian Grochau von Polarkreis 18 ein elektronisch-grooviges Liveset. Trackweise wird er von dem Bandsänger Felix Räuber unterstützt und zusammen mit Marie Kanske (Sea of Love) erzeugt er dabei visuell vielseitige Klangwelten.
Nach dem Liveact legt Felix Räuber gemeinsam mit Schauspieler Christian Friedel (Woods of Birnam) auf. Als DJ-Set CODEX vermischen sie Elemente aus Electro, Dubstep, Pop und Filmmusik zu einer neuen Gangart, die zum Tanzen mitreißt. Vor allem durch ihre Live-Stimmen geben sie der Soundmenge einen persönlichen Charakter – eben ihren eigenen Codex.
Karten gibt's im Vorverkauf für 5 EUR im Art & Info Shop im Residenzschloss, bei Sax-Ticket und der Konzertkasse Dresden. An der Abendkasse gibt's die Karten für 7 EUR. Die JUNGEN FREUNDE haben freien Eintritt.
Weitere Informationen zur Veranstaltung gibt auch unser Besucherservice unter besucherservice@skd.museum.
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geteilt | ungeteilt - Kunst in Deutschland 1945 bis 2010
Die Galerie Neue Meister zeigt ihre zweite große Sonderausstellung im 2010 wiedereröffneten Albertinum. Auf einer Fläche von etwa 1.200 Quadratmetern wird 65 Jahre deutsch-deutsche Kunst von der Nachkriegszeit bis heute mit ca. 120 Werken vorwiegend aus eigenen Bestand exemplarisch veranschaulicht. Dabei treten die Gemälde mit Werken aus der Skulpturensammlung, Fotografien und Videoarbeiten in einen fruchtbaren und spannungsvollen Dialog.
Der Rundgang beginnt zum einen mit dem programmatischen Bild „Tod von Dresden“ von Wilhelm Lachnit, welches die gewaltige Zerstörung der Dresdner Altstadt im Februar 1945 thematisiert, und zum anderen mit einem expressiv-abstrakten Frühwerk von Karl Otto Götz, das für einen Neuanfang nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges steht.
Zwischen anrührender Pathetik und nüchterner Bestandsaufnahme entfaltet sich nach und nach ein Panorama der deutschen Nachkriegszeit, das in Ost und West Parallelen, aber auch zunehmend entscheidende Unterschiede aufweist. Diese Unterschiede entwickeln sich im Verlauf des „Kalten Krieges“ im geteilten Deutschland zu entgegengesetzten Bildsprachen: Während im Westen hauptsächlich die abstrakte Bildsprache vorherrscht, dominieren im Osten vor allem realistische Darstellungsweisen. Mit der Zeit um und nach 1989 verlieren die bis dahin bestehenden Bildtraditionen nicht nur ihren Sonderstatus, sondern beeinflussen sich zunehmend mehr. Zum Ausdruck bringen diese Umbruchzeit unter anderem das kleine „Denkmal für das geteilte Deutschland“ (1986) von A.R. Penck sowie die wandfüllende Fotoarbeit „Deutschland wird deutscher“ (1992) von Katharina Sieverding. Der Rundgang endet mit Arbeiten der jüngeren Künstler-Generation aus allen Teilen Deutschlands (und darüber hinaus).
Die Galerie Neue Meister zeigt die Ausstellung geteilt | ungeteilt - Kunst in Deutschland 1945 bis 2010 ab dem 07. Februar bis zum 27. Januar 2013 im Albertinum.
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Adrian Zingg. Wegbereiter der Romantik
Der 1734 in St. Gallen geborene und aufgewachsene, in Bern bei Johann Ludwig Aberli und in Paris bei Johann Georg Wille ausgebildete, Adrian Zingg kam 1766 nach Dresden. Zusammen mit seinem hier ansässigen Schweizer Landsmann, dem Porträtmaler Anton Graff, erwanderte und entdeckte er die sächsische und böhmische Landschaft. Noch heute gilt seine Erschließung dieser Gegenden als Impuls zur Begriffsprägung der "Sächsischen Schweiz".
Zingg betrieb in Dresden eine äußerst erfolgreiche Werkstatt, und als Lehrer für Kupferstich an der Kunstakademie prägte er eine ganze Generation von Landschaftszeichnern in Dresden. Gerade im Bereich der topographischen Landschaftsdarstellung entfaltete er eine weit über seinen Tod im Jahre 1816 hinausgreifende Nachwirkung. Der bedeutendste Erbe und zugleich Überwinder seiner im Zeichen von Aufklärung und Klassizismus entwickelten Landschaftsauffassung war Caspar David Friedrich.
Die Ausstellung Adrian Zingg. Wegbereiter der Romantik ist ab dem 17. Februar bis zum 06. Mai 2012 im Kupferstich-Kabinett, Residenzschloss zu sehen. Das Begleitprogramm zur Ausstellung lädt Sie ein zu Sonderführungen, Kunstgesprächen, Musik und Wanderungen durch die Sächsische Schweiz.
Sonderführungen Adrian Zingg – Entdecker der sächsisch-böhmischen Landschaft für die Kunst Samstag, 3. März 2012, 10.30 Uhr und Sonntag, 15. April 2012, 10.30 Uhr
Kunstbetrachtung für Senioren Anmutige Wildnis. Adrian Zingg Mittwoch, 7. und 14. März 2012, jeweils 11 und 14 Uhr
Kunst und Musik in Kooperation mit dem Schütz-Konservatorium Dresden Das Wandern ist des Malers Lust? – Musik der Frühromantik Sonntag, 18. März 2012, 11 Uhr
Kunstgespräch Zingg, die Frühromantik und die Spätromantik Donnerstag, 19. April 2012, 16.30 Uhr, Dr. Petra Kuhlmann-Hodick
Exkursionen Auf Zinggs Spuren durch die Sächsische Schweiz mit Frank Richter - Der Fotograf Frank Richter ist ein herausragender Kenner der Sächsischen Schweiz und Autor mehrerer Publikationen zur künstlerischen Erschließung der Region. -
Samstag, 17. März 2012, Treff 10.15 Uhr, Bad Schandau, Bhf. (S-Bahn) Route: Bad Schandau – mit der Kirnitzschtalbahn bis Beuthenfall – Kuhstall – zurück nach Bad Schandau Samstag, 14. April 2012, Treff 9.30 Uhr, Polenztal, Buslinie 237, Haltestelle Polenztalbrücke bzw. Wanderparkplatz an der Polenztalbrücke (nach den Serpentinen) Route: Polenztal – Schindergraben – Hohnstein – Halbenweg – Brand – Hohnstein – Polenztal Samstag, 5. Mai 2012, Treff 10.15 Uhr, Königstein, Bhf. (S-Bahn) Route: Königstein – Behnebach-Mündung – Thürmsdorf, Mausoleum – Kleiner Bärenstein – Weißig – Rathen /Fähre bzw. Bhf. Eine Anmeldung zu den Exkursionen ist erforderlich bei Frank Richter. Mindestteilnehmerzahl 5 Personen Individuelle Buchungen direkt über Frank Richter. Kosten: 8 € p. P. Tel.: 0351-2017611, Mail: Fra-Ri@t-online.de
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Entdeckung Korea! - Schätze aus deutschen Museen
Die Wanderausstellung mit vier Ausstellungsstandorten innerhalb Deutschlands geht auf eine Initiative der Korea Foundation zurück. In ihr werden erstmals herausragende koreanische Objekte deutscher Museen vereint einer breiten Öffentlichkeit präsentiert.
An dem Projekt beteiligen sich zehn deutsche Museen mit koreanischen Sammlungsbeständen. Das GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig ist der zweite Ausstellungsstandort nach dem Museum für Ostasiatische Kunst Köln. Danach folgen Frankfurt/Main und Stuttgart. An den vier Standorten wird eine Auswahl von 115 Exponaten zu sehen sein, von denen mehrere Stücke auf Grund konservatorischer Auflagen nur für eine reduzierte Ausstellungsdauer gezeigt werden dürfen. Das Bild der Ausstellung wird sich deshalb in ihrem Verlauf durch den Wechsel der kostbarsten Exponate verändern.
Ergänzt wird die Leipziger Ausstellung durch zahlreiche Exponate aus den Beständen der beiden sächsischen Völkerkundemuseen in Leipzig und Dresden. Insbesondere die Leipziger Sammlung enthält aus den Bereichen höfisches Leben und Militärgeschichte seltene und wertvolle Objekte, die in vergleichbarer Anzahl und Qualität kaum ein zweites Mal außerhalb Koreas anzutreffen sind: zahlreiche Schmuckstücke, Rangabzeichen und Gebrauchsgegenstände des einstigen Königshofes und der hohen koreanischen Aristokratie.
Die Ausstellung Entdeckung Korea! Schätze aus deutschen Museen wird ab dem 17. Februar bis zum 27. Mai 2012 im GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig präsentiert.
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