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Vortrag: Sex mit dem Sünder.


Am Mittwoch, den 8. Februar 2017, wird Prof Dr. Jürgen Müller (TU Dresden, Institut für Kunst- und Musikwissenschaft) um 18:30 Uhr im Studiensaal des Kupferstich-Kabinett im Residenzschloss, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, zu folgendem Thema sprechen:
„Sex mit dem Sünder. Sexualität und Leiblichkeit in Rembrandts Radierungen.“

Zum Vortrag:
Sex mit dem Sünder - Nur wenige Künstler des 17. Jahrhunderts haben Sexualität und Leiblichkeit so direkt und ungeschönt wiedergegeben wie Rembrandt. Dies betrifft sowohl Themen der christlichen Ikonographie wie auch der Mythologie. Noch heute wirken seine Bilder durchaus provokativ. Solche Darstellungen finden sich allerdings weniger in seinen Gemälden als vielmehr in seinen radierten Werken. Der Vortrag will hier einen Überblick geben und zu klären versuchen, welche theoretische Konzeption mit einer solchen Ästhetik einhergeht. Dass uns Sexualität auf die Macht des Sehsinns und die Ohnmacht der Vernunft verweist, soll dabei als ein erster Ausgangspunkt genutzt werden.

Prof. Dr. Jürgen Müller hat den Lehrstuhl für Mittlere und Neuere Kunstgeschichte an der Technischen Universität Dresden inne. Seine Forschungsschwerpunkte betreffen die Kunst der frühen Neuzeit, den Film und die Fotographie. Im Jahr 2015 erschien sein Buch „Der sokratische Künstler. Studien zur Ikonologie von Rembrandts Nachtwache“ im Brill-Verlag.

Kolloquium Mittelalterliche Bildgeometrie 

Vom Mittwoch, den 23. November, bis Freitag, den 25 November 2016, findet das von Prof. Bruno Haas, Isabelle Marchesin sowie Thomas Le Gouge organisierte Kolloquium Mittelalterliche Bildkunst in der Schlosskapelle im Residenzschloss, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, statt.

 

„ALLES IN ALLEM. Die Gedankenwelt des mystischen Philosophen Jacob Böhme“

Jacob Böhme (1575–1624) zählt zu den wichtigsten deutschen Denkern, der die Literatur, Philosophie, Religion und Kunst über die Landesgrenzen hinweg bis heute geprägt hat. 100 Jahre nach dem Beginn der Reformation war es das Anliegen Böhmes, dem Bedürfnis nach einer tiefgreifenden spirituellen und philosophischen Erneuerung Gehör zu verschaffen. Für ihn standen Religion und Wissenschaft nicht im Widerspruch zueinander, vielmehr sah er in der Erforschung der Natur auch die Erkenntnis Gottes begründet. Als Autor zahlreicher Schriften bewegte sich Böhme auf ganz unterschiedlichen Wissensgebieten, stiftete Querverbindungen zwischen den Disziplinen und warf Fragen auf, die heute eine bemerkenswerte Aktualität besitzen.

In Vorbereitung der Ausstellung „ALLES IN ALLEM. Die Gedankenwelt des mystischen Philosophen Jacob Böhme“, die vom 27. August bis 19. November 2017 in der Schlosskapelle des Dresdner Residenzschlosses zu sehen sein wird, veranstalten die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden vom 16.-18. November 2016 einen internationalen Workshop, auf dem die zentralen Gedanken im Werk Böhmes diskutiert werden.

Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung wird per Email erbeten an: Claudia.Brink@skd.museum  

Jetzt bewerben: Deutsch-Amerikanisches Austauschprogramm zur Provenienzforschung, 2017-2019

Noch bis zum 18. November 2016 können sich qualifizierte Interessentinnen und Interessenten für den ersten Durchgang des „Provenance Research Exchange Program (PREP)“ 2017 bewerben.

PREP wird erstmals Museumsfachleute aus Deutschland und den USA, die mit Provenienzforschung und der Erforschung des nationalsozialistischen Kunstraubs befasst sind, für einen dreijährigen systematischen Austausch zusammenführen. Das Programm soll in beiden Ländern dazu beitragen, die Methoden und Kompetenzen der Provenienzforschung zu erweitern und somit die Suche nach NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut zu unterstützen.
Die Federführung des Programms haben die Smithsonian Institution, Washington D.C. und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz / Staatliche Museen zu Berlin. Weitere Partner sind das Metropolitan Museum of Art, New York, das Getty Research Institute, Los Angeles, die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und das Zentralinstitut für Kunstgeschichte München. Das neu gegründete Deutsche Zentrum Kulturgutverluste (DZK) wird in beratender Funktion mitwirken.

Über einen Zeitraum von drei Jahren finanziert das Programm jährlich zwei Aufenthalte für 20 Teilnehmer (10 aus den USA und 10 aus Deutschland). Der eine Woche umfassende Austausch findet 2017 bis 2019 jeweils im Februar und im September statt. 2017 werden sich 20 Teilnehmer in New York (Februar) und Berlin (September) treffen. Informationen zum Programm, zu den Bewerbungsvoraussetzungen und zum Bewerbungsverfahren finden Sie hier:

Eine internationale Perspektive auf die ostdeutsche Kunst und Kultur

Am Freitag, den 11. November 2016, wird Prof. April Eisman (Iowa State University/USA) um 18:00 Uhr im Hermann-Glöckner-Raum im Albertinum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, zu folgendem Thema sprechen:
Eine internationale Perspektive auf die ostdeutsche Kunst und Kultur“

Der Vortrag erfolgt in englischer Sprache (eine Simultanübersetzung wird angeboten): „An International Perspective on East German Art and Culture und bildet den Auftakt der internationalen Konferenz „Kontinuität und Neuanfang. Hans Grundig in Dresden nach 1945“. Diese findet vom 11. bis 12.11.16, veranstaltet von der Hans-und-Lea-Grundig-Stiftung in Kooperation mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, der Hochschule für bildende Künste Dresden und dem Stadtmuseum Dresden mit freundlicher Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung statt.

Um Anmeldung unter info@hans-und-lea-grundig.de wird gebeten.

Staatliche Kunstsammlungen Dresden und TU Bergakademie Freiberg schließen Kooperationsvertrag

Am 13. September haben der kommissarische Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), Prof. Dirk Syndram, und der Rektor der TU Bergakademie Freiberg, Prof. Klaus-Dieter Barbknecht, einen Kooperationsvertrag zum Ausbau der langjährigen Zusammenarbeit unterzeichnet. 

Öffentliche Abendvorträge: Naturwissenschaftliche Einsichten in Kunst- und Kulturgut

In Dresden startet am 15. September 2016 eine neue Vortragsreihe. Eröffnet wird sie im Dresdner Kulturrathaus um 19 Uhr von der Zweiten Bürgermeisterin Annekatrin Klepsch, Beigeordnete für Kultur und Tourismus.

Die insgesamt sechs Termine finden von September 2016 bis Februar 2017 monatlich immer an einem Donnerstag um 19 Uhr an unterschiedlichen Orten statt. Wissenschaftler aus Frankreich, Österreich und Deutschland stellen hier allgemeinverständlich ihre Forschungsarbeiten an Kunst- und Kulturgütern von der Steinzeit über die Antike bis hin zur Neuzeit vor.

Die Organisatoren der Vortragsreihe freuen sich auf Ihre Teilnahme.

Weitere Informationen sowie alle Vorträge finden Sie auf der Webseite des Helmholtz Zentrums Dresden Rossendorf.

Timm Rautert. Bildanalytische Photographie

Von Freitag, den 16. September 2016 bis Samstag, den 17. September 2016, lädt das Kupferstich-Kabinetts Sie herzlich ein zum Symposium
»Timm Rautert. Bildanalytische Photographie, 1968 – 1974«
im Hans-Nadler-Saal, Residenzschloss, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Taschenberg 2, Dresden. Dieses findet im Rahmen der Ausstellung, die bis zum 25. September 2016 im Dresdner Kupferstich-Kabinett gezeigt wird, statt.

Zum Symposium:
Die Bildanalytische Photographie gilt als ein Hauptwerk konzeptueller Fotografie der 1960er und 1970er Jahre in Deutschland. Darin lotet Timm Rautert in 56 Bildkompositionen Bedingungen, Möglichkeiten und Grenzen der Fotografie aus und thematisiert Fragen künstlerischer Autorschaft, von Einzelbild und Serie, Glaubhaftigkeit und Manipulation.
Das Symposium beginnt am Freitag, den 16. September 2016, mit einem Abendvortrag von Prof. Dr. Peter Geimer über den Eigenwert der Fotografie im Zeitalter des Digitalen. Am Samstag, den 17. September 2016, werden in sechs Vorträgen verschiedene Aspekte der Bildanalytischen Photographie vorgestellt und diskutiert – vom Begriff der Grammatik einer Fotografie über die sozialen Gebrauchsweisen, den Stellenwert des Zyklus im Gesamtwerk Timm Rauterts bis hin zu zeitgenössischen künstlerischen Umgangsformen, die sich mit bildanalytischen Fragestellungen beschäftigen.

Ausführliches Tagungsprogramm

Um Anmeldung bis zum 5. September 2016 wird gebeten: kk@skd.museum

Der Eintritt ist frei.

Die Rolle des Pseudo-Vitellius

Am Dienstag, den 30. August 2016, wird der Dr. Stephan F. Schröder (Leiter der Abteilung für Antike und Renaissance Skulptur am Museo del Prado in Madrid) um 18:00 Uhr im  Hermann-Glöckner-Raum im Albertinum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, zu folgendem Thema sprechen:
Die Rolle des Pseudo-Vitellius in der venezianischen Kunst des 16. Jahrhunderts“

Wir möchten sowohl die Kollegen der SKD als auch Angehörige der TU gern dazu einladen.

Zum Vortrag:
Das Porträt eines unbekannten Römers aus hadrianischer Zeit, seit 1525 im Dogenpalast ausgestellt, wurde zu Unrecht mit dem Kaiser Vitellius identifiziert: daher sein heutiger Name Ps. Vitellius. Mit seinen realistischen und individuellen Gesichtszügen erregte das Porträt aus der Sammlung Domenico Grimanis die Aufmerksamkeit der damaligen Maler und Bildhauer, die nicht müde wurden, es zu reproduzieren. Zu Beginn des 16. Jhs. war es für die Bildhauer Venedigs eine neue Herausforderung, im Porträt auch den Charakter und die Persönlichkeit der Dargestellten wiederzugeben, so wie es schon seit einer Generation die Maler Italiens konnten. Der Ps. Vitellius war als Modell ein Katalysator, der die Kreativität der Bildhauer freisetzte, so dass es um die Mitte des 16. Jhs. Benvenuto Cellini, Leone Leoni, Danese Cattaneo, Alessandro Vittoria und anderen gelang, Porträts mit individuellen Physiognomien zu schaffen.


Der Eintritt ist frei.

Rezension zu „Otto Dix. Der Krieg – Das Dresdner Triptychon“ erschienen

Die fünfte Ausgabe der Zeitschrift Regards croisés (05/2016) enthält eine Rezension der SKD Publikation „Otto Dix. Der Krieg – Das Dresdner Triptychon“ welche von Birgit Dalbajewa, Simone Fleischer und Olaf Peters herausgegeben wurde.

Gegenfotokunst. Timm Rauterts „Bildanalytische Photographie“ als kritische Bildpraxis

Donnerstag, 7. Juli,  18:00 Uhr, Residenzschloss, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Vortag von Dr. Bertram Kaschek im Studiensaal des Kupferstich-Kabinetts anlässlich der Ausstellung Timm Rautert Bildanalytische Photographie 1968 – 1974

Mit seiner „Bildanalytischen Photographie“ aus den Jahren 1968 bis 1974 reflektiert Timm Rautert in eindringlicher Weise die Bedingungen und Konventionen fotografischer Bildlichkeit. Der Vortrag wird der Frage nachgehen, inwiefern Rauterts medienreflexives Projekt durch einen kritischen Impuls gegenüber bestimmten Formen künstlerisch ambitionierter Fotografie gespeist wird. Dabei gilt es freilich nicht nur Rauterts implizite oder auch explizite Negation geläufiger Normen und Ideale in den Blick zu nehmen, sondern auch zu fragen, was genau der Fotograf an die Stelle der von ihm zurückgewiesenen Bildauffassungen setzt. Im Zentrum der Ausführungen wird demnach Rauterts bildlich artikulierter Praxis-Begriff stehen.

Bertram Kaschek ist Kunsthistoriker und bearbeitet derzeit als Stipendiat der Volkwagen-Stiftung das fotografische Werk Christian Borcherts am Kupferstich-Kabinett, Staatliche Kunstsammlungen Dresden.

Die Ausstellung Timm Rautert Bildanalytische Photographie 1968 – 1974 ist von 2. Juli bis 25. September im Kupferstich-Kabinett zu sehen.

Einladung zum Symposium
Vom Bild Zum Wort Zum Ton

 

Am Samstag, den 2. Juli 2016 findet das diesjährige Symposium der Stipendiatinnen im Programm „Museumskuratoren für Fotografie“ der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung statt.

Vom Bild Zum Wort Zum Ton – Fotografie hören, ein Podcast-Experiment

10:00 bis 18:00 Uhr, Hermann-Glöckner-Raum, Albertinum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Eingang über Georg-Treu-Platz
Anmeldung und weitere Informationen: Svenja.Paulsen@skd.museum

Der Eintritt ist frei.

Das Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) ist eines von insgesamt sechs Museen im Förderprogramm „Museumskuratoren für Fotografie“ der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, das alle zwei Jahre ausgeschrieben wird und den Stipendiatinnen und Stipendiaten die Arbeit an fotografischen Ausstellungen, Katalogen und Rechercheprojekten im In- und Ausland ermöglicht.

Über Fotografien nachzudenken, über sie zu schreiben und mit ihnen zu arbeiten stellt, nicht nur aus kuratorischer Sicht, eine Herausforderung dar. Zum einen fordert die heutige Allgegenwart (digitaler) Fotografie eine ganz neue Aufmerksamkeit, möchte man das einzelne Foto tatsächlich sehen, lesen und dechiffrieren. Zum anderen geht damit die Dringlichkeit einher, eine Sprache zu finden, die eben diesen Anforderungen gerecht wird, ohne dabei zu vergessen, dass Bilder und Worte letztlich Antagonisten sind, deren Aufeinandertreffen im Idealfall eine neue Ästhetik und eine neue Form der Bildkritik provozieren kann.
Das Symposium versteht sich als praktisches und theoretisches Experiment. Wir möchten darüber sprechen, was es bedeutet und wie es sich gestalten könnte, der Fotografie ihre Bildlichkeit zu entziehen und sie stattdessen hörbar zu machen.

Ziel ist es, einen regelmäßig erscheinenden Fotografie-Podcast ins Leben zu rufen, der das Potenzial bietet, Fotografiegeschichte nahbar zu machen, Künstler/innen-Interviews zu führen und Ausstellungen zu reflektieren.
Mit Beiträgen von Vertreter/innen verschiedener geisteswissenschaftlicher Disziplinen und Künstlern, die mit den Medien Fotografie, Text und Ton arbeiten, wird die Fotografie in zwei Diskussionsrunden auf ihre Hörbarkeit befragt. Damit die Theorie zur Praxis findet, ist der Nachmittag einem Podcast-Workshop gewidmet, bei dem in kleinen Gruppen Konzepte erdacht und experimentell umgesetzt werden.

Programm

10.00h Begrüßung

  • Dr. Stephanie Buck, Direktorin des Dresdner Kupferstich-Kabinetts
  • Dr. Ingomar Lorch, Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung
  • Linda Conze, Sabrina Mandanici, Svenja Paulsen, Stipendiatinnen im Programm „Museumskuratoren für Fotografie“

10.15 Uhr Panel I: Vom Bild zum Wort

  • Das Verhältnis von Fotografie und Text, dem geschriebenen und gesprochenen Wort, steht im Zentrum dieses Panels. Medienwissenschaftler und Germanist Florian Arndtz wird mit Überlegungen zu Vilém Flusser einen grundlegenden Impuls zur Philosophie der Fotografie geben.
  • Literaturwissenschaftlerin Katharina Serles (HfbK Dresden) spricht zum Thema der An- bzw. Abwesenheit von Bildern.
  • Die Kunsthistorikerin Bärbel Küster (TU Berlin) wird von ihrem Forschungsprojekt zur Fotografie und Oralität berichten.
  • Annette Vowinckel (ZZF Potsdam) wird als Historikerin das Disziplinen-Spektrum erweitern und mit einem konkreten Quellenbeispiel, Nick Úts berühmt gewordenem Pressebild des Vietnamkrieges, das Panel um Anschauungsmaterial bereichern.

11.45 Uhr Kaffeepause

12.15 Uhr Panel II: Vom Bild zum Ton

  • Die beiden Künstler Sven Johne und Andrzej Steinbach geben Einblicke in eine Auswahl ihrer Arbeiten, die sich mit dem Verhältnis von Fotografie und Text/Fiktion sowie Ton/Sound auseinandersetzen.
  • Medienwissenschaftlerin und Research Curator Doris Gassert (Fotomuseum Winterthur) wird die Diskussion mit einem Impuls zum gegenseitigen Störungspotenzial von Bild und Klang bereichern und sich konkret auf die künstlerischen Arbeiten beziehen.


13.45 Uhr Mittagspause

14.30 Uhr  Podcast-Workshop mit Emily Thomey (Kunsthistorikerin und freie Radiojournalistin in Berlin und Köln)

  • Für die Teilnahme am Workshop bitten wir,aufnahmefähige Smartphones und Kopfhörer mitzubringen.

18:00 Uhr Veranstaltungsende

Vorträge zu den Forschungen der Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen

 

Am Dienstag, den 17. Mai 2016, wird der Historiker Dr. Thomas Theye (Bremen) um 18:00 Uhr im Hans-Nadler-Saal, Residenzschloss, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, über seine Forschungen zu frühen Fotografien aus Samoa sprechen:
„Spurensuche: Anmerkungen zu einigen frühen Samoa-Fotografien Jan Stanisław Kubarys für das Museum Godeffroy in Hamburg“

Seit November 2014 wird an den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) im Rahmen des von der Museum & Research Foundation geförderten Forschungsprogramms „Europa/Welt“ eine Auswahl an bislang meist unveröffentlichten Fotografien aus den Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen (SES) datenbankgestützt erschlossen und digitalisiert. Langfristiges Ziel ist die Online-Stellung dieser Bestände auf der Website der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), um sie der internationalen Forschung zugänglich zu machen.
Die Abteilung Forschung und wissenschaftliche Kooperation lädt Sie herzlich zu einem Vortrag im Zusammenhang dieses Projekts ein.

Zum Vortrag:
In einem spannenden fotografischen Kulturkontakt trifft der aus Polen stammende Forschungsreisende Jan Stanisław Kubary (1846–1896) im Jahre 1869 auf Menschen der samoanischen Insel Savai´i. Er wird im Auftrage des einstigen Museum Godeffroy in Hamburg mehrfach die Südsee bereisen und dabei umfangreiche Sammlungen naturkundlicher Objekte, anthropologischer Messwerte und Ethnographika anlegen, aber auch fotografische Aufnahmen anfertigen. Indem er längere Zeit das Leben der Einheimischen teilt, nimmt er bereits moderne Arbeitsmethoden der Feldforschung und „teilnehmenden Beobachtung“ vorweg. Sein Werk umfasst zahlreiche Monographien und etwa 700 Fotografien, von denen heute noch viele Original-Glasplatten erhalten sind.
Kubary versucht mit seinen Fotografien, die physische Erscheinung der Einheimischen zu inventarisieren, indem er die erstmals 1875 erscheinenden Hinweise zum wissenschaftlichen Gebrauch des Mediums in Georg von Neumayers Anleitung zur wissenschaftlichen Beobachtung auf Reisen verwirklicht. Gleichzeitig dokumentiert Kubary vielfältige Aspekte der pazifischen Insellandschaften wie des materiellen Kulturinventars der polynesischen und mikronesischen Inselwelt.
Anhand einer offensichtlich fehlerhaften Nummerierung zweier Fotografien aus Samoa werden Entstehungs- und Rezeptionszusammenhänge dieser frühen Abbildungen diskutiert und geklärt. Die Verwendung dieser Fotografien in einem musealen Kontext gibt Hinweise auf die damalige Erwerbungspraxis von Ethnographika für das Museum Godeffroy. Ethnographika, Naturalien, Fotografien und Publikationen dienten Godeffroy einerseits als Gegenstände musealer Arbeit und Kommunikationsmedien innerhalb der scientific community, andererseits aber auch von Beginn an als Handelsware, die in Verkaufskatalogen und Annoncen angeboten und verkauft wurden. Sie sind daher auch heute noch in vielen wissenschaftlichen Einrichtungen aufzufinden.
Kubarys Fotografien weisen nicht bloß einen umfangreichen ethnographischen Gehalt als ethnohistorische Quelle auf. Darüber hinaus enthalten sie versteckte Informationen zum Kulturkontakt mit dem westlichen Besucher, sodass es lohnt, die dokumentarische Qualität einiger Bilder neu zu befragen.


Der Eintritt ist frei.

Vorträge zu den Forschungen zum Asiatica-Bestand des Kupferstich-Kabinetts

 

Mittwoch, 20. 04. 2016, 17:00 bis 19:00 Uhr, Residenzschloss Dresden Hans-Nadler-Saal, Staatliche Kunstsammlungen Dresden,
PD Dr. habil. Cordula Bischoff (Dresden):
„Abenteuer Indonesien. Als Soldat in Batavia – ein illustrierter Reisebericht von 1703“
Prof. Dr. Barend Jan Terwiel (Berlin):
„Dreihundert Jahre verschollen: ein siamesischer Kunstschatz“

Im Rahmen des von der Museum & Research Foundation geförderten Forschungsprogramms „Europa/Welt“ wird seit 2014 an der Erschließung einiger bisher unbekannter Sammlungsbestände gearbeitet. Im Kupferstich-Kabinett werden sowohl die Sammlung indischer Miniaturen als auch die „Frühen Asiatica und Chinoiserien am sächsischen Hof“ untersucht. Bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts war eine umfangreiche Kollektion an Holzschnitten, Kupferstichen und Zeichnungen vorhanden, die unter dem Oberbegriff „China“ versammelt wurden. Darunter befanden sich nicht nur originale Werke aus Südost- und Ostasien, sondern auch europäische Werke mit asiatischer Thematik, die nun erstmals wissenschaftlich aufgearbeitet werden.

Die Abteilung Forschung und wissenschaftliche Kooperation lädt Sie herzlich zu zwei Vorträgen ein, die einen Einblick in die Arbeit geben und erste Ergebnisse vorstellen.


PD Dr. habil. Cordula Bischoff (Dresden)
„Abenteuer Indonesien. Als Soldat in Batavia – ein illustrierter Reisebericht von 1703“.
Ein Konvolut von Zeichnungen und Textfragmenten entpuppte sich als bebilderter Reisebericht eines in Diensten der Niederländischen Ostindien-Kompanie stehenden deutschen Soldaten. In lebendigen und amüsanten Beschreibungen und naiven, aber aussagekräftigen Zeichnungen von Land und Leuten, Tieren und Früchten werden die persönlichen Eindrücke des Reisenden, seine Begeisterung, aber auch seine moralischen Wertungen deutlich. Es wird ein unmittelbarer Blick auf das Alltagsleben in der Fremde gewährt. Zugleich lässt sich in der historischen Rückschau erkennen, wie sich durch Texte und Bilder Stereotypen von Nationalcharakteren ausbildeten und verbreiteten.


Prof. Dr. Barend Jan Terwiel (Berlin)
„Dreihundert Jahre verschollen: ein siamesischer Kunstschatz“
Zwei Bildrollen und ein Textdokument konnten als Werke aus Siam identifiziert werden. Eine fast vier Meter lange Zeichnung in schwarzer Tinte und eine kürzere farbige Version stellen einen Prozessionszug dar. Aus dem zugehörigen niederländischen Text geht hervor, dass es sich um den Aufzug anlässlich der Verbrennung der körperlichen Überreste des siamesischen Königs Phetracha (reg. 1688-1703) am 26. Dezember 1704 handelt. Deshalb sind die beiden Bildrollen die ältesten bildlichen Darstellungen eines tatsächlich durchgeführten Rituals in Siam. Im Vortrag soll den Fragen nachgegangen werden, aus welchem Anlass diese Bildrollen entstanden sind, wie sie nach Dresden gekommen sind und wie sie fast 300 Jahre unversehrt überleben konnten.

Vortrag "So ist die Seele wie die Hand"

Dienstag, 26.01.2016, 18:30 Uhr, Residenzschloss Dresden, Hans-Nadler-Saal
Prof. Dr. Jürgen Müller (Institut für Kunst- und Musikwissenschaft der TU Dresden) spricht über Rembrandts Gemälde „Aristoteles betrachtet die Büste des Homer“ in neuer Deutung

Rembrandts Gemälde „Aristoteles betrachtet die Büste des Homer“ aus dem Jahre 1653 gehört zu seinen prominentesten Spätwerken. Das heute im Metropolitan Museum New York aufbewahrte Gemälde ist eines der wenigen Werke, das von einem italienischen Sammler bei Rembrandt in Auftrag gegeben wurde. Julius Held interpretierte das Bild als Ausdruck einer kreativen Melancholie und sah in ihm eine Art Reflexionsbild, bei dem das Abwägen zwischen irdischen und ideellen Werten das eigentliche Thema der Erzählung bildet. Zuletzt wurden Zweifel an dieser Deutung geäußert und gefragt, ob es sich bei dem dargestellten Mann nicht um Apelles, den Hofmaler Alexanders des Großen handeln könnte. Im Unterschied zu den bestehenden Deutungen wird hier versucht, stärker die kunsttheoretische Problematik des Bildes herauszuarbeiten. Wie bestimmt Rembrandt das Verhältnis von Skulptur und Malerei und wie verhält es sich zu Aristoteles’ Überlegungen zur Kunst und zu dessen in den antiken Quellen beschriebenem Leben?