to main navigation

to content

to area navigation

Wiedereröffnung Mathematisch-Physikalischer Salon

Dresden, Zwinger

Nach sechsjährigen Sanierungs-, Restaurierungs- und Erweiterungsarbeiten ist der Mathematisch-Physikalische Salon (MPS) am 14. April 2013 wieder geöffnet. Im Jahre 1709 als eine Kombination von Orangerien und Festsälen begonnen, wurde der Zwinger 1728 als Museum – als ‚Palais des Sciences‘ – eröffnet. In ihm wurden die naturkundlichen Sammlungen untergebracht, aber auch das Kupferstich-Kabinett und eine Bibliothek. Die zukünftige Ausstellungsfläche erstreckt sich vom Kronentor bis zum Wallpavillon und umfasst einen großzügigen Eingangsbereich im Grottensaal. Ein von außen nicht sichtbarer Neubau im Zwingerwall ermöglichte einen neuen Ausstellungsraum. Die Dauerausstellung wurde vollkommen neu konzipiert und greift Themen aus der Sammlungsgeschichte auf:

Die Langgalerie zeigt Mechanik und Mathematik um 1600, der Zeit Kurfürst Augusts (1526-1586). Hier wird die Vorgeschichte des MPS in der Dresdner Kunstkammer thematisiert. Zu sehen sind Figurenautomaten wie der Trommelnde Bär und astronomische Weltmodelle wie die Planetenlaufuhr Eberhard Baldeweins, die zu den kompliziertesten mechanischen Maschinen des 16. Jahrhunderts gehört.


Die Sektion im oberen Festsaal des Pavillons visualisiert die Gründungszeit des MPS: dort ist das Physikalische Kabinett zu sehen. Das Zentrum dieser Präsentation bilden die Brennapparate von Ehrenfried-Walther von Tschirnhaus (1651-1708) und eine Vakuumpumpe von Jacob Leupold (1674-1727). Riesige Teleskope verweisen auf das Observatorium, das hier ab 1777 provisorisch eingerichtet wurde und bis 1928 bestand. Nach dem MPS wurden die Uhren Dresdens gestellt: dies zeigt der Zeitdienst, der hier über einer Nordsüdlinie (Meridian) die Dresdner Ortszeit mit Hilfe eines Passage-Instrument genannten Fernrohres und eine Präzisionspendeluhr ermittelte.

In der Bogengalerie wird die Uhrensammlung des MPS präsentiert, die zu den bedeutendsten der Welt gehört. Gezeigt wird die Geschichte der (Räder-)Uhr vom 16. bis ins 19. Jahrhundert. Renaissance-Türmchenuhren und kostbare Halsuhren wechseln sich mit frühen Versuchen der Präzisierung der Zeitanzeige ab. Zu den Höhepunkten in diesem Abschnitt der Ausstellung gehört die Geschichte der sächsischen Präzisionsuhrmacherei bis hin zu den Anfängen der Uhrenherstellung im erzgebirgischen Glashütte.
Im hinteren Teil der Bogengalerie befindet sich der „Salon im Salon“ - der Lernort. Hier können zum Beispiel physikalische Experimente mit Nachbauten einer Vakuumpumpe und einer Elektrisiermaschine vorgeführt werden. Gleichzeitig kann dieser Bereich auch für Sonderausstellungen genutzt werden.

Ein neuer Ausstellungsraum, der tageslichtfrei ist, wurde für die zumeist aus handkoloriertem und daher sehr lichtempfindlichem Papier bestehenden Globen gebaut. Hier ist eine der faszinierendsten Globensammlungen der Welt zu entdecken: Himmesgloben, Erdgloben, ein Mondglobus und sogar einer des Mars. Der älteste Globus stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde auf dem Gebiet des heutigen Iran hergestellt.

Durch verschiedene Medienstationen an ausgewählten Exponaten wird den Besuchern der Zugang zu den gezeigten Uhren, Teleskopen und Instrumenten erleichtert. Dort können sie die erste mechanische Rechenmaschine von Blaise Pascal ausprobieren oder mit einem Winkelmaß eine Strecke messen – eben Geometrie zum Anfassen.