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05.12.11

Völkerkundemuseum Herrnhut öffnet am 25. Dezember 2011

Inbetriebnahme des neuen Magazingebäudes und erste Sonderausstellung im Neubau im März 2012

Das Völkerkundemuseum Herrnhut öffnet am 25. Dezember 2011 wieder seine Pforten für die Besucher. Diese erwartet ein renoviertes und durch den Einbau einer Rampe und eines Aufzugs barrierefreies Museum. Der Eingangsbereich mit Empfangsraum, Kasse und Information präsentiert sich in einem modernen, offenen Ambiente. Die aus der Zeit vor der Schließung bekannte Dauerausstellung wird den Besuchern mit neuen Akzenten präsentiert. So ist etwa der Ausstellungsbereich mit Gegenständen, die infolge der dritten Weltreise des englischen Kapitäns und Entdeckers Kapitän James Cook nach Europa gelangten, neu gestaltet und inhaltlich erweitert.

Die baulichen Neuerungen und Verbesserungen sind Teil einer umfangreicheren Baumaß­nahme, im Zuge derer unter der Leitung der Niederlassung Bautzen des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilen- und Baumanagement (SIB) im Zeitraum von September 2010 bis Dezember 2011 auch ein neues, mit dem Altbau verbundenes Magazingebäude auf dem Hofgelände errichtet wurde. Durch den extremen Winter 2011 verzögerte sich die Fertig­stellung des Neubaus – er wird nun am 12. Dezember 2011 vom Staatsbetrieb SIB an die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden übergeben. Keller- und Erdgeschoss des Neubaus werden künftig das Depot der Sammlung sein. Damit kann dann die Sammlung aus dem bisherigen, provisorischen und unzulänglichen Depot im alten Postamt von Herrnhut in die neuen Magazinräume gebracht werden. Bis Juni 2012 wird der Umzug vollzogen sein.

Im ersten Obergeschoss des Neubaus sind knapp 100 qm als Ausstellungsfläche zur Verfügung stehend. Das Völkerkundemuseum Herrnhut bereitet hierfür eine Sonderausstellung über Nikolaus Ludwig von Zinzendorf, den Begründer der Evangelischen Brüder-Unität, sowie die Missionsarbeit der Herrnhuter vor. Im März 2012 wird diese Sonderausstellung eröffnet und zugleich das Magazin in Betrieb genommen. Neben der barrierefreien Erschließung des Museums war eine klare Neuordnung der Eingangs- und Erschließungssituation für den Staatsbetrieb SIB Zielstellung des Projektes. Der neue Eingang tritt jetzt mit seiner modernen Stahl-Glas-Konstruktion deutlich zwischen Alt- und Altneubau in Erscheinung. Den Besucher empfängt nach Umbau des Gebäudes ein großzügiger Eingangsbereich, in dem auch die Museumskasse neu integriert ist.

Hauptaufgabe des Projektes für den Staatsbetrieb SIB war jedoch die Errichtung eines Neubaus zur Schaffung zusätzlicher Magazinflächen. Der Magazinneubau mit seinen rund 300 Quadrat­metern Nutzfläche entstand in Stahlbetonmassivbauweise und genügt erhöhten Anforderun­gen an den Wärmeschutz. Die Außenwände erhielten ein Wärmeverbundsystem. Zum Hofbereich wurde die Fassade mit einer hinterlüfteten Boden-Leisten-Schalung versehen. Besonderes Augenmerk legte der Staatsbetrieb SIB auf die Nutzung regenerativer Energien und auf energieeffizientes Bauen. Um diesen Anforderungen zu entsprechen wurde der Neubau in Anlehnung an den energetischen Passivhausstandard errichtet und das Gebäude mit einem Erdwärmetauscher zur Erwärmung bzw. Kühlung der Raumluft ausgestattet.

Insgesamt stellte der Freistaat Sachsen für dieses Projekt rund 1,2 Millionen Euro zur Verfü­gung.

Die Dauerausstellung im Erd- und Obergeschoss lädt zu einem Rundgang ein, der die histori­sche Kultur der Völker zeigt, bei denen die Missionare der Evangelischen Brüder-Unität wirkten. Dargestellt werden die Kulturen der Inuit, die afroamerikanische Sklavenbevölkerung der karibischen Jungferninseln, Indianerstämme der Atlantikküste Nicaraguas und der Küsten­gebiete Surinames sowie die afroamerikanischen Marron. Auf dem afrikanischen Kontinent missionierten die Herrnhuter im heutigen Tansania und in Südafrika bei mehreren Völkern. Es bestanden auch Kontakte zu den Kalmyken im Süden Russlands. Die dort gesammelte Einrich­tung einer kalmykischen Tempeljurte gehört zu den Seltenheiten in europäischen Museen. Am Beispiel der Bevölkerung von Ladakh (Westtibet) wird die von der buddhistisch-lamaistischen Religion geprägte Kultur im Himalaya gezeigt. Auch von den Aborigines Australiens gelangten Gegenstände durch die Mission nach Herrnhut.

Neu gestaltet wurde der Ausstellungsbereich mit den „Kunstsachen“ von Cooks Reisen, die in den vergangenen zwei Jahren nicht besichtigt werden konnten. Diese Objekte sind eine Beson­derheit des Herrnhuter Museums. Die geographischen Erkundungen der Europäer, die mit der Entdeckung Amerikas 1492 einen Höhepunkt erfuhren, waren die Voraussetzungen für die Verbreitung des Christentums. Auch die zwischen 1768 und 1780 durchgeführten drei Schiffs­expeditionen des Kapitäns und Entdeckers James Cook brachten Kenntnisse über bis dahin unbekannte Völker. Diese Nachrichten stießen bei den Herrnhutern auf großes Interesse. Bereits kurze Zeit nach dem Ende der dritten Reise Cooks gelangten mitgebrachte Gegenstände über Angehörige der Brüder-Unität in London nach Deutschland in ein damals bestehendes Naturalienkabinett der Brüder-Unität.

Mit der Wiederöffnung des Hauses zu Weihnachten wird eine erste Foyerausstellung präsentiert: Kiwanuka und Kamau – Batiken und Gemälde aus Ostafrika.

Die farbfrohen Arbeiten zeigen Gestaltungen, die heute in vielen Teilen Afrikas für Textilien aller Art angewandt werden. Die realistisch und naturalistisch wie auch stilisiert und abstrakt wirkenden Bilder gehören zur Privatsammlung von Dr. Sven Lychatz, Leipzig, der sie freund­licherweise als Leihgaben zur Verfügung stellte. Einige der Werke wurden von Kiwanuka aus Tansania und von Kamau aus Kenia geschaffen; weitere Bildbatiken stammen von anonymen Künstlern. Als Motive finden sich Szenen aus dem afrikanischen Alltag neben Tierdarstellungen und Ansichten der Stadt Sansibar. Die ausgestellten Arbeiten entstanden zwischen 1989 und 2010.

Weitere Informationen zum Herrnhuter Völkerkundemuseum finden Sie unter http://www.skd.museum/de/museen-institutionen/herrnhut/voelkerkundemuseum-herrnhut/index.html

Die Pressemitteilung als pdf.

Pressekontakt

Dr. Stephan Adam
Pressesprecher und Leiter Kommunikation
Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Postfach 12 05 51
01006 Dresden

Tel. ++49-351-49 14 2643
Fax ++49-351-49 14 2366
E-Mail: presse@skd.museum
www.skd.museum
www.facebook.com/skd.museum
www.twitter.com/skdmuseum


Andrea Krieger
Pressesprecherin
Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien-und Baumanagement
Wilhelm-Buck-Str. 4
01097 Dresden
Tel.: +49 351 564 9603
Fax: +49 351 564 9609
Andrea.Krieger@sib.smf.sachsen.de www.sib.sachsen.de

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