Skulpturen des sächsischen Künstlers Jürgen Schön befinden sich seit langem im Bestand der Skulpturensammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Ergänzend zu den ausgestellten Werken „Kapsel“ aus Papiermaché (1994/95) und „Faltung“ aus farbig bemaltem Aluminium (2002) präsentiert die Skulpturensammlung derzeit erstmals im ersten Obergeschoss des Albertinums rund 40 Zeichnungen des Künstlers, die zwischen 1996 und 2011 entstanden sind. Sie können sowohl als Entwurfsskizzen seiner plastischen Arbeiten als auch als ein eigener Werkkomplex betrachtet werden. Auf den ersten Blick wirken seine Zeichnungen wie seine Skulpturen, oft minimalistisch und konzentriert auf einfache Formen. Mit Bleistift gezeichnet und mit Tusche übermalt, vereinzelt ausgeschnitten und wieder neu angeordnet, verstärkt Jürgen Schön bewusst den dabei zufällig auftretenden Materialprozess und verleiht Ihnen geradezu objekthaften Charakter. Zwischen der Strenge und Genauigkeit des in einigen Blättern als Gestaltungsmittel verwendeten Millimeterpapiers und der Freiheit getuschter Farbfelder entfaltet sich so ein Spannungsbogen aus Disziplin und offener Fantasie, der für das Schaffen von Jürgen Schön kennzeichnend ist.
Für die Präsentation seiner Werke griff der Künstler die architektonischen Gegebenheiten des Ausstellungsraumes im Albertinum auf. Dafür ordnete er seine Arbeiten als ein sich über zwei Wände erstreckendes farbiges Band an. Dadurch werden die Zeichnungen in eine formale Ordnung gebracht, die dennoch die Wirkung jedes einzelnen Blattes nicht bricht.
Die Zeichnungen sind bis zum 25. März 2012 im Albertinum zu sehen.
Biografie Jürgen Schön
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