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22.05.12

Neuerwerbung: Umfangreiches Konvolut von Gerhard Altenbourg nun im Kupferstich-Kabinett

Das Kupferstich-Kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden hat ein umfangreiches Konvolut von Arbeiten des Künstlers Gerhard Altenbourg (1926-1989) erworben. Darunter befinden sich elf gezeichnete Künstlerbücher, großformatige farbige Hauptwerke in verschiedenen Techniken, eine Edition sowie zahlreiche, teilweise sehr früh entstandene Einzelblätter und einige Druckstöcke. Das Konvolut entstammt der einzigartigen Sammlung von Heidi und Dieter Brusberg.

Möglich wurde der Erwerb durch die großzügige Unterstützung mehrerer Partner: Die Staatsministerien für Wissenschaft und Kunst und der Finanzen des Freistaats Sachsen, der Staatsminister für Kultur und Medien der Bundesregierung, Bernd Neumann, und nicht zuletzt der Kunsthändler Dieter Brusberg selbst, zeitlebens Altenbourgs Vermittler, Freund und passionierter Sammler, waren mit ihrer gemeinschaftlichen Finanzierung die Garanten dieser bedeutenden Erwerbung für das Dresdner Kupferstich-Kabinett.

Auch durch Rudolf Springer auf Altenbourg aufmerksam geworden, erwarb Dieter Brusberg schon früh einige der Künstlerbücher, die im Oeuvre des Zeichners eine besondere Stellung einnehmen, weil sie wie bei anderen Künstlern die Skizzenbücher an den Quell des geistigen Schaffens heranführen und letztlich auch in die beiden großen Editionen "Wund-Denkmale" und "Schnepfenthaler Suite“ münden. Auf diesen frühen Erwerbungen baut die Sammlung von Heidi und Dieter Brusberg auf, die die Freundschaft und intensiven Arbeitsgespräche zwischen Künstler und Kunsthändler dokumentiert – einige Werke tragen auch Widmungsinschriften. In zwei Jahre währenden Gesprächen und durch das geduldige Entgegenkommen von Dieter Brusberg gelang es den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden nicht nur, eine charakteristische Auswahl des Sammlungsbestandes für das Kupferstich-Kabinett zu sichern, sondern auch eine gemeinsame Finanzierung mit dem Genannten zu realisieren. Dieter Brusberg hat nicht nur die Erwerbung mit einer Zustiftung bereichert, sondern darüber hinaus auch den Künstler betreffende Unterlagen aus seinem Archiv zur Verfügung gestellt. Auch das Blatt „Unverwehet“, das seinerseits eine singuläre poetische Schöpfung darstellt, muss ausdrücklich genannt werden.

Prof. Bernhard Maaz, Direktor des Kupferstich-Kabinetts und der Gemäldegalerie Alte Meister, freut sich über das neuerworbene Konvolut: „Altenbourg ist als Schlüsselfigur zu charakterisieren, insofern als er seine poetischen Arbeiten in einer Art selbstgewählten inneren Exils schuf und sich zu einer höchst individuellen, ja eigensinnigen Auffassung bekannte, die lange Zeit nur wenigen Kennern und Sammlern zugänglich war und staatlich nicht unterstützt wurde, die sich aber späterhin als eine Kunst von außerordentlicher Intensität, Poetik und Originalität erwies.“

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden sind eine derjenigen Museumsinstitutionen, in denen ganz wesentliche Bestände der Kunst, die in den Jahrzehnten zwischen 1949 und 1989 im Gebiet der DDR entstanden sind, gesammelt und in die Museen aufgenommen werden.  Dabei liegt der Schwerpunkt nicht auf der staatsnahen Kunst, sondern primär auf Künstlern, die sich der offiziellen Doktrin entzogen, wie etwa Hermann Glöckner. Zu den bedeutendsten und weithin ausstrahlend wirkenden „Inoffiziellen“ gehört ebenso Gerhard Altenbourg, der von seiner Geburtsstadt Altenburg aus wirkte. Schon frühzeitig konnte sein Werk in westdeutschen Galerien und Ausstellungen gezeigt werden. Die drei großen, internationalen Außenseiter der Kunst in der DDR sind nun in bedeutenden Sammlungen bestens vertreten: Carlfriedrich Claus in Chemnitz sowie Hermann Glöckner und Gerhard Altenbourg im Kupferstich-Kabinett in Dresden.

Lesen Sie die Pressemitteilung als pdf.

Dr. Stephan Adam
Pressesprecher und Leiter Kommunikation
Staatliche Kunstsammlungen Dresden
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