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07.09.12

Indiens Tibet - Tibets Indien

Nach der Wiederöffnung des Völkerkundemuseum Herrnhut im März 2012 wird am 9. September 2012 auf der neuen Sonderausstellungsfläche nun die zweite Ausstellung eröffnet. In einer Gegenüberstellung von historischen und aktuellen Fotografien, Grafiken und Objekten veranschaulicht die Schau Wandel und Kontinuität im Grenzgebiet zwischen Tibet und Indien im westlichen Himalaya.
Auf den Spuren des Herrnhuter Missionars und Tibetologen August Hermann Francke (1870 - 1930) bereiste der Kurator der Ausstellung Peter van Ham, mit Unterstützung Seiner Heiligkeit des 14. Dalai Lama, sowie des Archaeological Survey of India und der UNESCO diese Bergregionen des Westhimalaya.
Dort entstanden Farbfotografien, die in der Ausstellung historischen Fotografien einer Expedition von August Hermann Francke aus dem Jahre 1909 gegenüberstellt werden. August Hermann Francke – ein Lehrer, Missionar der Evangelischen Brüder-Unität, Forscher und schließlich seit 1925 erster Professor für Tibetologie an der Universität in Berlin - führte diese über 2000 km lange Expedition im Gebiet des westlichen Himalaya gemeinsam mit dem indischen Fotografen Babu Pindi Lal im Aufrag der Archaeological Survay of India durch. Ihre Aufgabe bestand darin, archäologische und kulturelle Stätten aufzufinden, deren Eigenheiten festzuhalten und zu erforschen. Dabei gelang es erstmals, zahlreiche Landschaften und Kulturstätten, aber auch Zeremonien und Rituale der lokalen Bevölkerung in Wort und Bild festzuhalten.
Die Besucher können in der Gegenüberstellung der Fotografien August Hermann Franckes und Peter van Hams Kontinuität und Wandel in vom Buddhismus geprägten Regionen wie Kinnaur, Spiti, Lahoul, Rupshu, Zanskar und Ladakh entdecken. Peter van Ham nennt diese Regionen zusammenfassend „Tibets Indien“, da sich jene zu Indien gehörenden Territorien zu wahren Knotenpunkten des tibetischen Buddhismus entwickelt haben. Sie sind heute Zufluchtsstätten für Flüchtlinge aus Tibet. Auch die tibetische Exilregierung und der Dalai Lama haben in Indien, in den Vorbergen des Himalaya, ihre zeitweilige Residenz gefunden. Anders als in Tibet, wo während der chinesischen Kulturrevolution viele buddhistische Klöster zerstört wurden, sind diese im Westhimalaya erhalten geblieben.
Bei seinen Reisen im Westhimalaya legte Peter van Ham auch eine ethnographische Sammlung aus den verschiedenen Regionen an, die in der Ausstellung zu sehen ist. Die Exponate erlauben Einblicke in das reiche und traditionsverbundene Handwerk der Bewohner dieser Hochgebirgstäler. Im Völkerkundemuseum Herrnhut stehen sie in direktem Bezug zu den frühen Westhimalaya-Sammlungen von Herrnhuter Missionaren, die in der Dauerausstellung des Museums gezeigt werden.
Im Foyer stellt das Völkerkundemuseum Herrnhut den Missionar und Tibetologen August Hermann Francke mit einer kleinen Präsentation aus der ca. 150 Gegenstände umfassenden Francke-Sammlung aus dem Bestand des Museums vor.

Die Ausstellung „Indiens Tibet - Tibets Indien“ wurde anlässlich des 100jährigen Jubiläums der Expedition August Herrmann Franckes mit Leihgaben des Herrnhuter Völkerkundemuseums im Jahr 2009 im Historischen und Völkerkundemuseum St. Gallen (Schweiz) gezeigt.

Völkerkundemuseum Herrnhut, Staatliche Ethnographische Sammlungen Sachsen
Goethestraße 1, 02747 Herrnhut
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag, 9.00 bis 17.00 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertage: 9.00 bis 12.00 Uhr / 13.30 bis 17.00 Uhr, montags geschlossen

 

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Dr. Stephan Adam
Pressesprecher und Leiter Kommunikation
Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Postfach 12 05 51
01006 Dresden                                                      
Tel. ++49-351-49 14 2643
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