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Geschichte der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Die Dresdner Kunstsammlungen zählen zu den bedeutendsten und ältesten Museumsverbünden der Welt. Hervorgegangen sind sie aus den im 16. Jahrhundert angelegten Sammlungen der sächsischen Kurfürsten, vor allem aus der im Dresdner Residenzschloss eingerichteten Kunstkammer, deren 450jähriges Bestehen die SKD 2010 feierten.

Die Kunstkammer war, im Geiste der späten Renaissance, eine Universalsammlung mit enzyklopädischem Anspruch und starken Akzenten auf Instrumenten aller Art und auf technologischen Innovationen. Ihre besondere, bis heute gültige Prägung erhielten die Dresdner Sammlungen im 18. Jahrhundert durch den Kunstsinn zweier Fürsten, August den Starken (1670-1733, Kurfürst von Sachsen seit 1694, König von Polen seit 1697) und seinen Sohn August III. (1696-1763, Kurfürst und König seit 1733). August der Starke förderte seit seinem Regierungsantritt den systematischen Ausbau der Bestände, seine besondere Leidenschaft galt dem Porzellan und den Pretiosen. Um 1720 erfolgte unter seiner Regie die Errichtung der ersten Spezialsammlungen, zu denen unter anderem das Grüne Gewölbe, die Skulpturensammlung und das Kupferstich-Kabinett gehörten. Seinem Sohn ist vor allem der Ausbau der Gemäldegalerie zu verdanken, die durch systematische Erwerbungen ganzer Sammlungen in der Mitte des 18. Jahrhunderts zu einer der bedeutendsten Galerien Europas wurde. Nicht zuletzt gehörten die Dresdner Sammlungen zu den ersten, die zumindest einer begrenzten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Der für Sachsen unglückliche Ausgang des Siebenjährigen Krieges (1756-63) bedeutete auch für die Sammlungen Jahrzehnte der Stagnation, die erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Sammlungsreform durch den Staatsminister Bernhard August von Lindenau und den Neubau des Galeriegebäudes am Zwinger (Architekt Gottfried Semper) überwunden wurden.

Mit dem Ende der Monarchie 1918 wurden aus den „Königlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft“ dann die „Staatlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft“, ohne dass sich der Zuschnitt des Museumsverbundes, zu dem nach wie vor auch die naturwissenschaftlichen Sammlungen und die Landesbibliothek gehörten, verändert hätte. Nach 1933 wurden auch die Dresdner Museen in das NS-Kunstraubsystem einbezogen: ab 1939 waren die Galeriedirektoren in Personalunion auch als Leiter für Hitlers „Sonderauftrag Linz“ tätig. Der von Deutschland ausgegangene Zweite Weltkrieg traf 1945 nicht nur die Dresdner Altstadt schwer, sondern auch die Museen; zwar konnte die große Mehrzahl der Kunstschätze gerettet werden, da sie rechtzeitig ausgelagert worden waren, doch die Gebäude wurden weitgehend zerstört.

Nach dem Kriegsende beschlagnahmten Trophäenbrigaden der Roten Armee die Kunstschätze und transportierten sie in die Sowjetunion. Die überraschende Rückkehr der Gemälde 1955/56 sowie eines Großteils der übrigen Bestände 1958 erlaubten es den Dresdner Sammlungen, an ihre große Vergangenheit wieder anzuknüpfen.

Heute umfassen die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden folgende Museen: Das Grüne Gewölbe, das Kupferstich-Kabinett, das Münzkabinett, die Rüstkammer, die Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen (mit Standorten in Dresden, Leipzig und Herrnhut), die Porzellansammlung, der Mathematisch-Physikalischen Salon, die Gemäldegalerie Alte Meister, die Skulpturensammlung, die Galerie Neue Meister, das Museum für Sächsische Volkskunst mit der Puppentheatersammlung sowie das Kunstgewerbemuseum. Außerdem sind die Kunstbibliothek, der Kunstfonds und das Gerhard Richter Archiv Teil des Verbundes.