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Miniatur-Geschichten

Die Sammlung indischer Malerei im Kupferstich-Kabinett

3. März bis 5. Juni 2017
Eine Ausstellung des sammlungsübergreifenden Forschungsprogramms Europa/Welt im Rahmen des Ausstellungsprojekt Dresden • Europa • Welt, Kupferstich-Kabinett im Residenzschloss

Das Kupferstich-Kabinett beherbergt zwei nahezu unbekannte Konvolute indischer Malerei. In der in Kooperation mit dem CSMVS in Mumbai erarbeiteten Ausstellung werden diese nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Beide Konvolute umfassen Miniaturen von Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts, die größtenteils auf dem zentralen Hochplateau des indischen Subkontinents, dem Dekkan, entstanden sind. Ein Sammlungsschwerpunkt umfasst Genealogien berühmter indischer Herrscher, die in Alben (muraqqa) gesammelt wurden, von denen eines noch im Original erhalten ist. Daneben finden sich farbenfrohe Empfangsszenen am Hofe (darbar), Löwenjagden und Haremsschilderungen sowie Besuche bei geistigen Lehrern (darshan). Der  Szenenaufbau folgt oft einer komplexen Logik, bei der Betrachtung, Inhalt und Machart des Gemäldes spannungsreich verschränkt werden.

Aurangzeb (b. 1618 – 1707) bei der Restaurierung, Dekkan, spätes 17. / frühes 18. Jh., Wasserfarben und Gold, Kupferstich-Kabinett, Copyright: SKD - Bild öffnet sich in einer Vergrößerungsansicht.


Die Ausstellung lädt dazu ein, diesem fesselnden Seherleben nachzuspüren und die Objekte, die in den Miniaturen zu entdecken sind, mit kunsthandwerklicher Leihgaben aus renommierten Sammlungen in Beziehung zu setzen. Die werkstattpraktische Herstellung der Miniaturen mit spezifischen Techniken der Papierherstellung, Schreib-, Zeichen- und Übertragungstechniken wird – in Zusammenschau mit restauratorischen Ergebnissen – gleichfalls nachvollziehbar.

Die Konvolute kamen zu zwei jeweils unterschiedlichen Zeitpunkten nach Dresden: An den barocken Hof des sächsischen Regenten August des Starken (1677-1733) und im 19. Jahrhundert aus dem Nachlass des Begründers des ersten universitären Lehrstuhls für Indologie, August Wilhelm Schlegel (1767-1845). Auf diese Weise erhält der Besucher sowohl Einblicke in die höfische Bilderwelt, in Werkstattpraxis und Darstellungstradition auf der indischen Halbinsel, als auch in spätere Betrachtungsweisen und deren historische Wandlungsprozesse.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, herausgegeben von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Monika Juneja und Petra Kuhlmann-Hodick mit elf Essaybeiträgen, einer historischen Einführung und einem kommentierten Verzeichnis der gezeigten Werke.