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Käthe Kollwitz in Dresden

19. Oktober 2017 bis 14. Januar 2018

Ausstellung des Kupferstich-Kabinetts, im Residenzschloss

Das Dresdner Kupferstich-Kabinett zeigt 2017 anlässlich des 150. Geburtstages von Käthe Kollwitz (1867–1945) eine Ausstellung ihrer grafischen Meisterwerke. Bis heute beherbergt das Kupferstich-Kabinett mit 252 Druckgrafiken, vier Mappenwerken und 21 Zeichnungen eine der weltweit bedeutendsten öffentlichen Sammlungen von Werken der Künstlerin.

Unter der Tischlampe, 1894, Tusche, Bleistift, Erwerb 1917, Copyright: SKD
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Das Schaffen von Käthe Kollwitz, die 1945 in Moritzburg bei Dresden starb, steht exemplarisch für die experimentelle Erprobung neuer Ausdrucksmittel um 1900. Angesichts seiner Qualität und besonderen Korrelation von künstlerischem und inhaltlichem Anliegen ragt es innerhalb dieser Entwicklung solitär heraus.

Ende, Vorzeichnung zu Blatt 6 aus dem Zyklus Ein Weberaufstand, 1897, Bleistift, Pinsel und Feder in Schwarz und Braun, weiß gehöht, Erwerb 1910, Copyright: SKD - Bild öffnet sich in einer Vergrößerungsansicht.


Unter der Leitung von Max Lehrs (1855-1938) als langjähriger Direktor des Dresdner Kupferstich-Kabinetts und – in einem Interim als Direktor des Berliner Kupferstichkabinetts zwischen 1904 und 1908 – hatte das Kupferstich-Kabinett als erstes öffentliches Museum überhaupt die Arbeit der Künstlerin durch eine systematische Ankaufstätigkeit nachdrücklich gefördert. Das künstlerische Œuvre einer Frau, aus dem überdies eine dezidiert sozialkritische Haltung sprach, in solch großem Umfang zu sammeln, war im wilhelminischen Deutschland eine Besonderheit. So trug Max Lehrs wesentlich dazu bei, Käthe Kollwitz als Künstlerin zu etablieren. Die Bedeutung, die er ihrem Werk beimaß, wird insbesondere im Kontext der international ausgerichteten Sammeltätigkeit des Dresdner Kupferstich-Kabinetts um 1900 deutlich, die Künstler wie Henri de Toulouse-Lautrec, James Abbott McNeill Whistler oder Edvard Munch umfasste.

Neben den Erwerbungen künstlerischer Arbeiten zeugt der rege Briefwechsel von der enormen Wertschätzung, die Kollwitz in Dresden und namentlich durch Max Lehrs erfuhr. Zur Ausstellung erscheint eine Publikation, in der erstmals dieser Briefwechsel veröffentlicht wird.