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Alles in Allem

Die Gedankenwelt des mystischen Philosophen Jacob Böhme

26. August bis 19. November 2017
Eine Ausstellung in der Schlosskapelle des Residenzschlosses

Der Philosoph und Mystiker Jacob Böhme (1575–1624) zählt zu den wichtigsten deutschen Denkern, der weit über die Landesgrenzen hinaus zu großer Bedeutung gelangte.
Wie aber lässt sich das Denken eines mystischen Philosophen ausstellen? Wie kann seine Idee von der inneren Verbundenheit aller Dinge, dem Zusammenhang von Kosmos und Welt anschaulich fassbar werden? Und was hat uns Jacob Böhme heute eigentlich noch zu sagen?

Einhundert Jahre nach dem Beginn der Reformation – am Vorabend des 30-jährigen Krieges, als die religiösen Auseinandersetzungen ihren Höhepunkt erreicht hatten – unternahm Jacob Böhme den Versuch, die Idee der Reformation zu erneuern. In einer Zeit, in der neue wissenschaftliche Erkenntnisse das festgefügte Weltbild ins Wanken gebracht hatten, war es sein Anliegen, die gegensätzlichen Denkrichtungen miteinander in Einklang zu bringen. Religion und Wissenschaft sah er nicht im Widerspruch zueinander, vielmehr war für ihn die Erforschung der Natur mit der Erkenntnis Gottes unmittelbar verbunden. Seine naturphilosophisch-theosophischen Überzeugungen brachten ihm schnell die Kritik der Kirche ein, durch die er sich jedoch – trotz eines verhängten Schreibverbotes – nicht beirren ließ. Als Autor zahlreicher Schriften bewegte sich der Autodidakt Böhme auf ganz unterschiedlichen Wissensgebieten, stiftete Querverbindungen zwischen den Disziplinen und warf Fragen auf, die heute eine bemerkenswerte Aktualität besitzen.

Detail des rekonstruierten Schlingrippengewölbes der Schlosskapelle im Dresdner Residenzschloss, Copyright: SKD, Foto: David Brandt
 - Bild öffnet sich in einer Vergrößerungsansicht.

 

Erstmals in ihrer Geschichte erhält die Schlosskapelle des Dresdner Residenzschlosses eine museale Funktion. Für einen begrenzten Zeitraum verwandelt sich der ehemalige Sakralraum aus der Mitte des 16. Jahrhunderts in ein begehbares Gedankengebäude, in dem die Ideen des mystischen Philosophen Jacob Böhme anschaulich fassbar werden. Dies geschieht anhand der von Böhme selbst erdachten Skizze der „Philosophischen Kugel“, die als Anregung für die Ausstellungsgestaltung diente. Neben ausgewählten Manuskripten und gedruckten Ausgaben der Schriften Böhmes werden Grafiken, Gemälde, wissenschaftliche Instrumente und Objekte des Kunsthandwerks gezeigt. Vor dem Hintergrund des kulturellen, politischen und wissenschaftsgeschichtlichen Kontextes der Zeit um 1600, aber auch mit Blick auf Beispiele der künstlerischen Rezeption, etwa bei Philipp Otto Runge, William Blake sowie Hans Arp, Wassily Kandinsky und Johannes Itten wird das Denken Jacob Böhmes verständlich gemacht.