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Zeitenwende

Frühe Druckgraphik aus Italien und den Niederlanden

11. Oktober 2013 - 19. Januar 2014
Kupferstich-Kabinett, Residenzschloss

Die Druckgraphik des 15. und frühen 16. Jahrhunderts zählt zu den reizvollsten Gebieten des Mediums. Seit ihrer Entstehung tradierte sie gestalterische Ideen und Inhalte religiöser wie weltlicher Natur. Somit geriet sie zum wichtigen Motor des internationalen kulturellen Dialogs. Mit der Druckgraphik verbreitete sich sowohl die Formensprache als auch die Gedankenwelt der Renaissance, und es entstand ein vielschichtiger Kosmos an Bilderfindungen.

Werke aus der Anfangsphase der Druckgraphik bis um 1520/30 sind im Dresdener Kupferstich-Kabinett in ungewöhnlich großer Fülle vorhanden, darunter auch viele seltene oder gar einmalige Blätter. Berühmt ist vor allem die hervorragende Sammlung an frühen deutschen Kupferstichen, die der Kenner und Forscher Max Lehrs im Zusammenhang seiner mehrbändigen „Geschichte und kritischer Katalog des deutschen, niederländischen und französischen Kupferstichs im 15. Jahrhundert“ (1908–1934) aufgearbeitet und publiziert hat. Erstmals erschließen nun zwei Bestandskataloge die vordem nicht systematisch erfassten frühen italienischen Kupferstiche sowie die frühen niederländischen Kupferstiche und Holzschnitte, die von Lehrs noch zu einem Großteil unter den deutschen Arbeiten subsumiert wurden.

Aus diesem Anlass wird die Ausstellung anhand ausgewählter Beispiele beider Bestandsgruppen den wechselseitigen Beziehungen zwischen Italien und den Niederlanden nachgehen. In den Blick rückt dabei neben Parallelen und Einflüssen auch der Individualismus von Künstlerpersönlichkeiten aus Nord und Süd, die in den Umbruchsjahren zwischen den Jahrhunderten zu sehr individuellen Bildthemen und Interpretationen gelangten.