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Vom Wissen der Objekte

Ethnologische Konstellationen

Eine Ausstellung des GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig
7. November 2014 - 26. April 2015

Altes neu und anders zur Anschauung zu bringen, ist das Ziel der Ausstellung „Vom Wissen der Objekte. Ethnologische Konstellationen“ im GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig. Sie ordnet Objekte unterschiedlichster Gegenden der Welt in ungewöhnlichen Konstellationen, lädt zur sinnlichen Auseinandersetzung mit ihnen ein und vermittelt ein Verständnis für verschiedene Traditionen des musealen Zeigens und des ethnologischen Deutens.

Die Ausstellung feiert das 100jährige Bestehen des Instituts für Ethnologie der Universität Leipzig. Es ist genauso wie das Völkerkundemuseum zu Leipzig das Älteste seiner Art in Deutschland und mit diesem von Beginn an durch gemeinsame Projekte verbunden. Das Jubiläum ist Anlass, um kräftige Impulse zu setzen durch die gemeinsame Auseinandersetzung über Fachgeschichte, Sammlungs- und Ausstellungspraktiken, über globale Machtbeziehungen und über das Verhältnis von Kunst und Ethnografika.

Wie schauen Ethnologen und was sehen sie? Welches Wissen entlocken sie den Objekten und welche Folgen hat dies für unsere Wahrnehmung von Kultur? Die Suche nach Antworten auf diese Fragen verdichtet sich in einer Ausstellung, in der Gegenstände nach unterschiedlichen Prinzipien sortiert, gezeigt, ausgestellt und interpretiert werden. In ihren unterschiedlichen Kontexten offenbaren Objekte jeweils andere Wahrheiten.

Die Ausstellung experimentiert mit zwei gegensätzlichen Darstellungsprinzipien: Im ersten Raum wird eine Vielzahl gleichartiger Gegenstände – nach typischen ethnologischen Prinzipien wie Form, Funktion oder Region sortiert – nebeneinander gestellt. Es entstehen prägnante Bilder von Gleichheit und Verschiedenheit. Sie stehen im Zusammenhang mit Kulturtheorien, die aus verschiedenen Blickwinkeln die Einheit der Menschheit und Vielfalt der Kulturen thematisiert haben.

Im zweiten Raum werden wenige wertvolle Stücke einzeln präsentiert. Ihre Aura artikuliert sich in einem musealen Rahmen, der den Blick auf das Besondere des Einzelnen lenkt. Abgerückt von den Ausstellungsstücken, in etwas Distanz, finden sich andere kontextbildende Dokumente, Objekte, Narrative und reflektierende Texte, die aus den vielfältigen sozialen Leben der Einzelstücke berichten. Die Gegenstände erscheinen nun in ihren Rollen als Kunstwerke und Ritualobjekte, Beute- und Tauschgüter, Wertsachen und Alltagsdinge, Identitätsstifter und Streitgüter. Im Spiel mit den Gegensätzen von Fülle und Leere, Kunst und Kultur, Einheit und Verschiedenheit, Ordnung und Unordnung, Stille und Lebendigkeit eröffnen sich Spannungsfelder, in denen sich die Rezeption von Kultur – ob populär oder wissenschaftlich – abspielt.