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Sächsische Volkstrachten, HipHop und Nadelstreifen

Ausstellung im Museum für Sächsische Volkskunst mit Puppentheatersammlung
16. Juni bis 4. November 2012

Das Große Trachtenfest von 1896 in Dresden gilt als der letzte große Auftritt der originalen Trachten des Königreichs Sachsen. Auch wenn es sich schon damals meist um die der Großeltern gehandelt hatte, bietet doch das Fest den Anlass, einen genaueren Blick rückwärts in die Geschichte zu werfen und einen neugierigen Blick vorwärts in unser eigenes Kleidungswesen zu riskieren.


Wann ist die Tracht eine Tracht? Altenburger und Vogtländer Trachten erzählen von einer Kleiderordnung, die präzise den gesellschaftlichen Status des Trägers oder der Trägerin in der dörflichen Gesellschaft kundtut. Wie ausdifferenziert und feinteilig eine solche Kleiderordnung sein kann, zeigt das noch heute bei bestimmten Festen gelebte Trachtenreglement der Sorben, das bis ins letzte Detail festlegt, wer was bei welcher Gelegenheit und unter welchen Umständen wie zu tragen hat.

Wer glaubt, in unserer durch Freiheit und Selbstbestimmung geprägten Zeit wären solche Regeln überholt, der irrt. Ein Blick auf die Hip-Hopper, die Gothics, die Punks und die Rocker offenbart ähnlich ausgeklügelte Regeln, Verbote und Insidercodes. Ist es Notwendigkeit oder Bedürfnis, Zwang oder Spiel, was da schrill bunt oder düster schwarz vor unseren Augen zelebriert wird? Es ist auf jeden Fall äußerst kreativ. Aber: Warum braucht jeder Sport einen eigenen Dress? Warum gibt es Wanderkleidung, Cityhemden, Strickpullover und Nadelstreifen? Fragen über Fragen!
Die Ausstellung steht unter der künstlerischen Leitung von Holger John.