Das Leben der Ainu im Spiegel einer deutschen Sammlung
Ausstellung der Staatlichen Ethnographischen Sammlungen
5. August 2010 bis 25. September 2011,
Sapporo Historisches Museum, Japan
6. Oktober bis 6. Dezember 2011,
Nationalmuseum für Ethnologie Osaka, Japan
Offizieller Beitrag der SES zu "150 Jahre Freundschaft - Deutschland und Japan"
Die Ainu sind ursprünglich eine Jäger-, Sammler- und Fischerbevölkerung, die auf den japanischen Inseln Hokkaido, Sachalin und den Kurilen ansässig war. Derzeit gibt es noch etwa 27.000 Ainu, die ihre traditionelle Lebensweise und Kultur jedoch weitgehend aufgegeben haben. Jahrhundertelang wurden sie ausgegrenzt und aus ihren angestammten Siedlungsgebieten verdrängt.
In Japan existieren heute nur noch sehr wenige historische Objekte der Ainu. Um der Öffentlichkeit ein Bild der ursprünglichen Kultur zu vermitteln und auch den Nachfahren der Ainu diese inzwischen weitgehend verschwundene Kultur zugänglich zu machen, greift die Ainu Foundation auf international bedeutende Sammlungen aus aller Welt zurück, mit denen sie Ausstellungen in Japan organisiert.
Dabei spielen die Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen (SES) eine bedeutende Rolle. Sie genießen einen weltweit hervorragenden Ruf, da sie über einen wertvollen und umfangreichen Bestand von historischen Objekten der Ainu Kultur verfügen.
Nicht weniger als 152 Objekte schicken die sächsischen Völkerkundemuseen nunmehr für diese Ausstellung nach Japan. Neben Gebrauchs- und Einrichtungsgegenständen finden sich Web- und Jagdgeräte, verzierte Opferspatel sowie Haus- und Bootsmodelle unter den Leihgaben. Eines der herausragendsten Stücke ist ein Mantel aus Fischhaut aus der Sammlung des Dresdner Völkerkundemuseums. Ergänzt wird die Schau durch einige Exponate aus dem Besitz des Nationalmuseums für Ethnologie Osaka.
Es ist bereits die dritte Zusammenarbeit zwischen den SES und Japan. Der Kontakt besteht schon seit den frühen neunziger Jahren. Dieses Mal jedoch sind die SES die alleinigen Leihgeber.