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Phantastische Welten

Malerei auf Meissener Porzellan und deutschen Fayencen von Adam Friedrich von Löwenfinck 1714–1754

1. Oktober 2014 bis 22. Februar 2015
Eine Ausstellung der Porzellansammlung im Dresdner Zwinger

Aus Anlass des 300. Geburtstages Adam Friedrich von Löwenfincks zeigt die Porzellansammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden eine Ausstellung zum Werk des Künstlers. Präsentiert werden rund 100 ausgewählte Porzellane und Fayencen aus der Dresdner Porzellansammlung sowie Privatsammlungen und anderen Museen, darunter das Metropolitan Museum of Art in New York, das Rijksmuseum in Amsterdam, die Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim, das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg und das Bayerische Nationalmuseum in München.


Adam Friedrich von Löwenfinck (1714–1754) war einer der bedeutendsten Keramikmaler des 18. Jahrhunderts. Er begann seine Karriere 1728 in der Porzellan-Manufaktur Meissen, verließ diese aber bereits 1736, um der Einschränkung seiner künstlerischen Entfaltung und den schwierigen Arbeitsbedingungen in den Malerstuben zu entfliehen. Sein abenteuerlicher Lebensweg führte ihn in verschiedene Fayence-Manufakturen von Bayreuth über Fulda bis nach Straßburg-Hagenau. Aufgrund seiner außergewöhnlichen künstlerischen Fähigkeiten, aber auch durch Geschick und Skrupellosigkeit stieg Löwenfinck schließlich vom einfachen Malergesellen in die Position eines Manufakturdirektors auf.

  • Adam Friedrich von Löwenfinck, Teller, Meissen, um 1735, Porzellansammlung, copyright: SKD, Foto: Hans Peter Klut/Elke Estel
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  • Adam Friedrich von Löwenfinck, Deckelvase, Meissen, um 1734, Porzellansammlung, copyright: SKD, Foto: Jürgen Lösel
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  • Adam Friedrich von Löwenfinck, Platte mit geripptem Rand, copyright: SKD, Foto: Bastian Krack
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  • Adam Friedrich von Löwenfinck, Selbstbildnis, um 1748, Kunstgewerbemuseum, copyright: Staatliche Museen zu Berlin
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Er schuf – inspiriert von der Malerei auf dem chinesischen und japanischen Porzellan der Königlichen Sammlung Augusts des Starken – eine phantastische Welt bunt schillernder und märchenhafter Fabeltiere. Diese exotischen Motive transferierte er ebenso wie die ostasiatische und einheimische Blumenmalerei an die Orte seiner späteren Tätigkeit. Da Löwenfinck seine Werke nicht signierte, war lange Zeit nicht gesichert, was ihm zuzuschreiben ist; sein Œuvre war deshalb selbst unter Spezialisten lange Zeit völlig verkannt.

Leben und Schaffen dieses außergewöhnlichen Künstlers waren Gegenstand eines mehrjährigen Forschungsprojekts der Porzellansammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, dessen Ergebnisse nun in einer umfassenden Jubiläumsausstellung präsentiert werden. Systematisch ausgewertete Archivquellen wie Manufakturberichte und Prozessakten ermöglichen Erkenntnisse über die bisher kaum bekannten sozialen Verhältnisse in den Porzellan- und Fayencemanufakturen sowie eine grundlegende und umfassende Neubewertung seines Werkes.