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Minkisi - Skulpturen vom unteren Kongo

Eine Ausstellung des GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig
7. Dezember 2012 - 02. Juni 2013

Eine umfangreiche Sammlung afrikanischer figürlicher Schnitzereien aus dem 19. Jahrhundert, sogenannter Minkisi – Skulpturen, steht im Mittelpunkt der repräsentativen Schau über das Reich Loango (16. – 19. Jh.) an der nordwestlichen Küste Zentralafrikas. Die Küstenlage von Loango und die Teilnahme seiner Bewohner am transatlantischen Handel förderten über Jahrhunderte vielfältige wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen zwischen der afrikanischen Bevölkerung und Europäern, vorwiegend Portugiesen, Niederländern, Franzosen und Deutschen. 

  • Nkisi M`Bänse, Frauenskulptur, 2. Hälfte 19. Jh., Foto: E. Schwerin
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  • Nkisi Bole N`Kule, stilisierte zoomorphe Figur mit zahlreichen Eisenstücken und Anhängseln, 2. Hälfte 19. Jh., Foto: E. Schwerin
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  • Nkisi Manlinqué, Männliche Schutzfigur, 2. Hälfte 19. Jh., Foto: E. Schwerin
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Minkisi–Skulpturen wurden in allen gesellschaftlichen Schichten des Loango-Reiches, sowohl im öffentlichen als auch im privaten Leben, zur Erreichung unterschiedlicher Ziele rituell verwendet. Sie bieten dem Betrachter sowohl als Kunstgegenstände als auch bezüglich ihrer ursprünglichen Funktionen als „Kraftfiguren“ vielfältige Impressionen und Informationen zu afrikanischen religiösen Überzeugungen.

Die historische und kunstethnologische Präsentation wird ergänzt durch Informationen zur kolonialen Situation und wissenschaftlichen Erforschung der Region im 19. Jh. Es wird der bedeutendste Sammler Leipziger Ethnographica aus Loango vorgestellt, der Plantagenleiter und spätere Düsseldorfer Zoodirektor Robert Visser (1860-1937), und ein Überblick über die Geschichte und den Verlauf der deutschen wissenschaftlichen Loango-Expedition (1873-1875) gegeben. Einer ihrer Teilnehmer, der Geograph Eduard Pechuel-Loesche bereiste die Region mehrfach und erhob umfangreich ethnographische Daten.