Zur Hauptnavigation

Zum Inhalt

Zur Bereichsnavigation

Herbert Kunze - zum 100. Geburtstag

5. Februar bis 6. April 2014
Ausstellung des Kunstfonds in der Neuen Sächsischen Galerie im TIETZ, Chemnitz

2013 erinnerte der Kunstfonds mit der Ausstellung „Herbert Kunze – zum 100. Geburtstag“ in der Dresdner Volksbank Raiffeisenbank an diesen bedeutenden Dresdner Künstler. Nun wird die Ausstellung in einer erweiterten Fassung auch in Chemnitz, der Geburtsstadt Kunzes, gezeigt. 

Herbert Kunze (1913-1981) schuf ein Werk, das sich besonders durch eine große Vielseitigkeit auszeichnet und bis heute für die Dresdner Kunst prägend wirkt. Mit mehr als 350 Werken verfügt der Kunstfonds über den größten Bestand an Arbeiten des Künstlers in einer öffentlichen Sammlung, welcher im Wesentlichen auf die Schenkung aus dem Nachlass 1996 zurückgeht.

Die Werkschau zeichnet die stilistische Entwicklung Kunzes anhand von fast 100 Werken, von frühen Arbeiten bis zum Spätwerk, nach. Die Vielfalt der Exponate – Gemälde, Zeichnungen und Aquarelle sowie Materialdrucke, Tuschemalereien, Kalligraphien und Collagen – zeigt sein Experimentieren mit der „maniera“ internationaler Vorbilder.

  • Herbert Kunze, Weinbergkirche, o.J., Aquarell, 41 x 59 cm, Schenkung von Erika Kunze aus dem Nachlass 1996, Kunstfonds, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Stefanie Recsko
 - Bild öffnet sich in einer Vergrößerungsansicht.
  • Herbert Kunze, Glasbläser, um 1948, Holzschnitt, 26,1 x 39,7 cm, Schenkung von Erika Kunze aus dem Nachlass 1996, Kunstfonds, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Karsten Wintermann   - Bild öffnet sich in einer Vergrößerungsansicht.


Zugleich dient sein künstlerisches Schaffen als exemplarisches Beispiel eines interessanten Œuvres, welches in der ehemaligen DDR, weitgehend im Schatten des von der breiten Öffentlichkeit wahrgenommenen Kunstgeschehens, entstanden ist. Ausgehend von einem figürlichen Stil der Frühzeit zeigen sich seine Werke seit den 1960er-Jahren zunehmend von abstrakten und informellen Tendenzen der modernen Kunst inspiriert. Formal-ästhetische Spielarten der kubistischen, abstrakten und informellen Moderne entwickelte Herbert Kunze unbeirrt zu einem eigenständigen Werk.

Damit positionierte er sich jedoch auch außerhalb des kulturpolitisch geförderten und geforderten Kunstbetriebs und erfuhr erhebliche Schwierigkeiten, u.a. im Lehrbetrieb an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, wo er seit den frühen 1950er-Jahren tätig war. Der Kontakt zu den Studenten war ihm Zeit seiner Lehre wichtig. So machte er sie auf Tendenzen der internationalen Moderne aufmerksam und zog einzelne Studierende wie z.B. Eberhard Göschel, Veit Hofmann, Gerda Lepke, Sigrid Noack und Stefan Plenkers ins Vertrauen. Auf diese Weise trug Kunze wesentlich zur Ausprägung eines modernen Stils bei, der den Charakter der Dresdner Kunst bis heute maßgeblich bestimmt.