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Glöckner. Werke bis 1945

Ausstellung des Kupferstich-Kabinetts
28. August bis 7. November 2010

Mit Hermann Glöckner (1889 – 1987) präsentiert das Kupferstich-Kabinett eine für die Dresdner Moderne wichtige künstlerische Position. Mit Zeichnungen und Gemälden, die innerhalb der ersten 40 Schaffensjahre entstanden, wird Glöckners Werk bis 1945 vorgestellt.

In diesen Arbeiten ist bereits Glöckners Faszination für geometrische Formen und bildstrukturierende Kompositionslinien erkennbar, die er später zum Prinzip seines „Tafelwerks“ erhob, einer Werkgruppe, die Zentrum und Höhepunkt seines künstlerischen Œuvres ist und die er selbst als strengen Gegenpart zu seinen freier komponierten, gegenständlichen Arbeiten verstand. In wiederkehrenden Bildelementen wie Wegweisern, Schornsteinen, Dampfern oder Strommasten thematisierte Glöckner seine Umwelt, deren besonderer Reiz in den hier vorgefundenen linearen Strukturen lag.

  • Hermann Glöckner, Dächer in Wünschendorf. 11.2.1936; Tempera, Spachtel, Zeitungspapier, Pappe, 310 × 496 mm; Kupferstich-Kabinett, SKD, Foto: Jürgen Karpinski; © VG Bild-Kunst, Bonn 2010
  • Hermann Glöckner, Dächer eines Dorfes (Wünschendorf), im Hintergrund reife Felder. 21.7.1934, Graphit, Wasserfarben, 342 × 440 mm; Kupferstich-Kabinett, SKD; Foto: Herbert Boswank; © VG Bild-Kunst, Bonn 2010
  • Hermann Glöckner, Masten in flacher Landschaft. 24.10.1934; Graphit, weiße Tempera, 262 × 205 mm; Kupferstich-Kabinett, SKD; Foto: Herbert Boswank; VG Bild-Kunst, Bonn 2010
  • Hermann Glöckner, Stadthäuser, 22.10.1929, Kohle, 630 × 480 mm; Kupferstich-Kabinett, SKD; Foto: Herbert Boswank; © VG Bild-Kunst, Bonn 2010
  • Hermann Glöckner, Sechszackiger Stern, weiß und schwarz. Um 1933−1935; Tempera, Tusche, Pappe, Lack und Tempera, Deckweiß, 700 × 500 × 3 mm; Kupferstich-Kabinett, SKD; Foto: Herbert Boswank; © VG Bild-Kunst, Bonn 2010
  • Hermann Glöckner, Grauer Schornstein. 1931; Mischtechnik auf Pappe, 400 × 340 mm; Galerie Neue Meister, SKD; Foto: Jürgen Karpinski; © VG Bild-Kunst, Bonn 2010

Glöckners umfangreiches Werk an Zeichnungen und Gemälden, Collagen, Objekten und Plastiken entwickelte sich unabhängig von allgemeinen Kunstströmungen und offizieller Kunstpolitik eigenständig und in sich konsequent. Weitgehend unbeeinflusst blieb es zu Leibzeiten lange unbeachtet, gliedert sich aber dennoch mühelos in den Kontext der Nachkriegskunst ein.

Zeitgleich mit der Ausstellung erscheint im Sandstein Verlag das Werkverzeichnis der bis 1945 entstandenen Gemälde, Zeichnungen und farbigen Blätter, ergänzt durch das Verzeichnis seiner Photographien. Die Publikation ist ein fundamentaler Baustein für weitere Forschung zu einer herausragenden Künstlerpersönlichkeit, deren besonderer Stellenwert für die deutsche und europäische Kunst erst spät erkannt wurde.