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Gerhard Richter. Atlas

Eine Ausstellung des Gerhard Richter Archiv der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in Zusammenarbeit mit dem Lenbachhaus und Kunstbau, München
4. Februar - 22. April 2012
Kunsthalle im Lipsiusbau, Brühlsche Terrasse

Im Gesamtwerk von Gerhard Richter nimmt der ATLAS eine herausragende Position ein. Er ist sowohl die Grundlage des malerischen Œuvres als auch ein eigenständiges Werk. Als sogenanntes work in progress hat der am 9. Februar 1932 in Dresden geborene Künstler den ATLAS seit mehr als vier Jahrzehnten immer wieder revidiert und ergänzt.

Nach 1964 hatte Richter die zusammengetragenen Bildvorlagen und Fotomotive für seine Kunst zunächst in Schubladen und Mappen aufbewahrt. Fünf Jahre später begann er dieses Material kritisch zu sichten und zu kategorisieren, indem er die einzelnen Fotos, Reproduktionen und Skizzen thematisch gruppierte und auf Kartons aufklebte. Dabei erkannte Richter in den gesammelten Bildvorlagen immer mehr deren eigenständige künstlerische Qualität. 1972 stellte er die gerahmten Tafeln im Museum Hedendaagse Kunst in Utrecht erstmals unter dem Titel ATLAS aus. Inzwischen ist das Konvolut von damals 343 auf 783 Tafeln mit mehr als 8.000 Einzelmotiven angewachsen.

Der ATLAS begleitet, kommentiert und erweitert das künstlerische Werk von Gerhard Richter und er entwickelt auf zahlreichen Tafeln eigene Perspektiven und Fragestellungen. Richter reflektiert hier nicht nur das eigene Werk, sondern auch die alltägliche Bilderwelt, die er in tausenden, selbst angefertigten Fotografien dokumentiert. 1986 notierte er sich dazu: „Ich sehe unzählige Landschaften, fotografiere kaum eine von 100.000, male kaum eine von 100 fotografierten.“ Dieser fotografierte, allerdings ungemalt gebliebene und scheinbar unerschöpfliche Bilderstrom findet im Ordnungsgefüge des ATLAS eine Konzentration und Verfügbarkeit für Richters weitere Arbeit. Und tatsächlich hat er für einige Gemälde auf mehr als ein Jahrzehnt alte Motive aus dem ATLAS zurückgegriffen.

Das gleichzeitig vorliegende Künstlerbuch ATLAS ist nicht so sehr die Dokumentation der Ausstellung. Stattdessen versteht Gerhard Richter es als eine zweite, alternative Präsentation, die gegenüber der Betrachtung der ausgestellten Bildtafeln, eine zusätzliche, nicht lineare Auseinandersetzung mit dem Material ermöglicht.

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