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Georg Baselitz. Hintergrundgeschichten

21. September - 2. Dezember 2013
Eine Ausstellung der Galerie Neue Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in den Paraderäumen im Residenzschloss

Auf Einladung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden entwickelte der Maler, Bildhauer und Grafiker Georg Baselitz aus Anlass seines 75. Geburtstags für Dresden eine ganz persönliche Ausstellung.

Geboren und aufgewachsen in Deutschbaselitz bei Kamenz besuchte Georg Baselitz (*1938) Mitte der 1950er Jahre als Jugendlicher die Dresdner Kunstsammlungen. Dort sah er unter anderem Bilder von Ferdinand von Rayski und lernte die Hauptwerke der Alten Meister kennen. Nach Rayskis Landschaftsstudie „Wermsdorfer Wald“ malte Baselitz 1969 „Der Wald auf dem Kopf“ ‒ sein erstes Bild, bei dem das Motiv auf dem Kopf steht. Diese prägende Begegnung mit den Dresdner Bildern klingt bis heute in seinem Werk nach und beinhaltet zugleich den Leitgedanken der Ausstellung: Baselitz im Dialog mit den Alten Meistern.

In den noch nicht restaurierten Paraderäumen des Residenzschlosses, wo die historische, von der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg gezeichnete Substanz auf die Sachlichkeit eines Rohbaus trifft, stiftet Georg Baselitz ebenso eigenwillige Nachbarschaften zwischen ausgewählten Werken der Gemäldegalerie Alte Meister, der Galerie Neue Meister sowie dem Kupferstich-Kabinett und eigenen Bildern aus den letzten 15 Jahren. Dafür ließ er u.a. Gemälde von Raffael, Cranach, Vermeer, Rembrandt, Rayski, Monet und einen Holzschnitt von Caspar David Friedrich reproduzieren und für die Gegenüberstellung im Format an seine eigenen Bilder angleichen. So trifft beispielsweise die Sixtina auf ihr streitbares Gegenbild „Statement“, das Porträt der „Königin Maria Josepha“ von Anton Raphael Mengs korrespondiert mit einem Bildnis von Baselitz‘ Ehefrau Elke und Monets „Pfirsichglas“ wird zu einem „Volkstanz“.

  • Georg Baselitz, Statement, 1999
 - Bild öffnet sich in einer Vergrößerungsansicht.
  • Raffael, Die Sixtinische Madonna, 1512/13
 - Bild öffnet sich in einer Vergrößerungsansicht.


Im Zwiegespräch artikulieren sich ganz unterschiedliche ‒ formal-ästhetische und auch inhaltlich-motivische ‒ Beziehungen zwischen den scheinbar ungleichen Nachbarn. Radikal inszeniert Georg Baselitz seine persönlichen „Hintergrundgeschichten“, die ihn mit den Dresdner Werken verbinden, in den großartigen Kulissen der Kunstgeschichte.