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Fragmente der Erinnerung. Der Tempel Salomonis im Dresdner Zwinger

Eine Ausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in Zusammenarbeit mit den Staatlichen Schlössern, Burgen und Gärten Sachsen, der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden und dem Museum für Hamburgische Geschichte 
25. Juni bis 5. September 2010

Ausgangspunkt der Ausstellung ist das imposante Modell des Salomonischen Tempels, das Ende des 17. Jahrhunderts in Hamburg entstand und von August dem Starken 1732 erworben wurde. Als Krönung der kurfürstlich-königlichen Sammlungen fand das hölzerne Tempelmodell – eines der bedeutendsten Architekturmodelle überhaupt – im Wallpavillon des Zwingers seine Aufstellung, wo es über ein Jahrhundert als besondere Sehenswürdigkeit Dresdens bewundert wurde. Durch die Aufstellung des Modells zusammen mit weiteren Zeugnissen jüdischen Brauchtums sowie einer Modellsynagoge entstand das sog. „Juden-Cabinet“ im Zwinger, das wohl erste jüdisch-ethnographische Museum der Welt überhaupt. 1910 kehrte das Tempelmodell nach Hamburg zurück und ist heute im Museum für Hamburgische Geschichte zu sehen.

Teil der 3D-Version des Tempelmodells, Design Claudia Bergmann

Das Projekt „Fragmente der Erinnerung“ nimmt das 300. Jubiläum des Zwinger-Baubeginns zum Anlass, um an diesen nahezu vergessenen Aspekt der Geschichte der Dresdner Kunstsammlungen zu erinnern. Am historischen Ort der Aufstellung des Salomonischen Tempelmodells, im Wallpavillon, wird eine künstlerische Installation der Medienkünstlerin Dina Boswank gezeigt, die von einer 3D-Visualisierung des Tempelmodells ausgeht. Letztere wurde in der Computergraphik an der HTW Dresden erstellt. Parallel zur Ausstellung im Wallpavillon findet der zweite Teil der Ausstellung im Sponsel-Raum des Grünen Gewölbes statt. Gezeigt werden Objekte mit Bezug zum Tempelmodell und zum einstigen „Juden-Cabinet“ im Zwinger. Durch Erinnerungsstelen, aufgestellt an ausgewählten Standorten in- und außerhalb Dresdens, werden kulturgeschichtliche, religionsgeschichtliche und sammlungsgeschichtliche Themen mit Bezug zum Tempelmodell zur Sprache gebracht.

Architekturmodell des „Tempel Salomonis“ (Hamburg, um 1690 -  Museum für Hamburgische Geschichte); Montage: Karen Weinert. Quellen: Kupferstich aus Juan Bautista Villalpando, In Ezechielem Explanationes (Rom, 1605 - SLUB); Claudia Bergmann, 3D-Visualisierung des Tempelmodells (Dresden, 2010 – HTW Dresden)